Bild Paul Plut
Paul Plut (c) Gerfried Guggi

PAUL PLUT – „Lieder vom Tanzen und Sterben“

Deutschsprachiger Dialektpop, der mit dunkler und düsterer Note unter die Haut geht und für intensive Gefühlsschauer sorgt – PAUL PLUT, seines Zeichens Mastermind der zwei erfolgreichen Bands VIECH und MARTA, zeigt sich auf seinem Solodebüt „Lieder vom Tanzen und Sterben“ (Phonotron) als ein Songwriter, der das große Gefühl mit Tiefgang und auf wirklich eindringlichste Art auszudrücken versteht. 

Man konnte sich von Paul Plut ja so einiges erwarten. Seine Qualitäten sind ja hinlänglich bekannt, man weiß, dass dieser Mann Songs schreiben kann. Aber das, was der gebürtige Steirer auf seinem Solodebüt da vom Stapel lässt, nun, damit hat man nicht rechnen unbedingt können. „Lieder vom Tanzen und Sterben“ offenbart sich als ein wirklich außergewöhnlich schönes, dunkles musikalisches Schauspiel, als ein Stück Musik, das einen von der ersten Sekunde an auf magische Weise in seinen Sog zieht und am Ende fast wortlos zurücklässt.

Ein außergewöhnliches musikalisches Schauspiel

Die Art, mit der Paul Plut seine Songs mit Atmosphäre auflädt, wie er mit seinen filigranen Melodien umgeht, sie in dezenter Weise packend in Szene setzt, wie er aus der Zurückhaltung und mit wenigen Mitteln etwas zugleich zutiefst Berührendes und Aufrüttelndes erschafft, wie er mit seinen Worten und Texten in Kombination mit seiner rau flüsternden Stimme jedem einzelnen Ton noch mehr emotionale Tiefe verleiht, wie er ohne jeden Anflug von Pathos seine Musik zu unglaublicher Größe anwachsen lässt, ja, das alles hat schon eine ganz besondere Klasse.

Cover „Lieder vom Tanzen und Sterben“

Paul Plut zelebriert auf „Lieder vom Tanzen und Sterben“ die düsteren Klänge, die Schwermut und Melancholie. Der Steirer besingt – nicht ohne auch ein gewisses Augenzwinkern – den Tod, das Scheitern, die Abgründe des Lebens, den Verlust und die Erlösung. Manchmal tut er dies in der Sprache des Blues oder Pop, dann wieder mit der Energie des Noise oder Post-Rock. Seine Songs entwickeln eine ungemeine Intensität, eine schaurig-schöne Schwere, die in dieser Form sonst nur selten anzutreffen ist.

Der Liedermacher aus der Steiermark setzt mit seinem Erstlingswerk auf jeden Fall ein riesiges dickes Ausrufezeichen, eines, das definitiv nicht unbemerkt bleiben wird. Dafür ist es einfach viel zu gut und unverwechselbar. Ganz großes Kino, das Paul Plut hier abgeliefert hat.

Michael Ternai

Paul Plut live
12.11.2017 Gwölb, Hartberg
17.11.2017 Orpheum, Graz – Releaseshow
22.12.2017 Kulturhofkeller, Villach
26.01.2018 Treibhaus, Innsbruck

Links:
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