Kurt Schwertsik-Tage in Wels

Mit seriellem Komponieren setzte sich Kurt Schwertsik in den 1950er Jahren auseinander um zu erkennen, dass dieser Weg nicht der seine sei. Und so griff er wieder zu tonalen Elementen, um sie mit Witz und Ironie bereichert in neuem Licht erscheinen zu lassen. Neben seinen Kompositionen prägt der ausgebildete Hornist, als welcher er im Tonkünstlerorchester Niederösterreich und später bei den Wiener Symphonikern tätig war, das Musikleben durch die Gründung des Ensembles die reihe gemeinsam mit Friedrich Cerha; und in künstlerischen Fragen auf einer Wellenlänge mit Otto M. Zykan rief er mit diesem die “Salon-Konzerte” ins Leben, später zusätzlich mit HK Gruber auch das Ensemble MOB art & tone ART. Im Rahmen der ihm gewidmeten Tage bringen die Welser Abonnement-Konzerte am 05. März in der Landesmusikschule Wels kleiner besetzte Werke und am 06. März im Stadttheater Wels auch ein Konzert mit dem Bruckner Orchester zu Gehör.

Schon die Titel der vorgetragenen Werke offenbaren den Humor des Komponisten, wenn er etwa “Namentlich 3 Sonaten und 2 Fugen für Karlheinz Stockhausen zur Unterhaltung” ankündigt, wird den Werken Stockhausens doch ob ihrer zeitlichen wie künstlerischen Ausmaße die unterhaltsame Seite abgesprochen. Gleichzeitig verweist er damit auch auf seinen früheren Lehrer, denn bei Stockhausen hatte er sich in seriellen Kompositionstechniken  unterrichten lassen. Weiters bringt das Bruckner Orchester mit dem Solisten Christian Altenberger das 2. Violinkonzert “Albyazin und Sacromonte” des 1935 in Horn geborenen Komponisten zur Aufführung. Zu schreiben gibt es dazu nicht, hält er doch von Werkeinführungen nur wenig. Meistens sind diese jedoch auch nicht nötig, denn auch ohne vorweggenommene Erklärung erschließt sich die Musik Schwertsiks beim alleinigen Hören.

Foto: Axel Zeininger/Boosey & Hawkes

Kurt Schwertsik (mica-Datenbankeintrag)