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Baswod (c) Pressebild

BASWOD – “I Need You To Pencil In The Rest”

Seit sechs Jahren begeistert der Wiener Dream-Pop-Musiker BASWOD seine HörerInnen nun schon mit seinen feinfühligen Songs. Am 27. März 2020 erscheint sein neues Album „I Need You To Pencil In The Rest“ (Sarah Bart Records). Es ist eine Reise zu den innersten Empfindungen.

Albumcover I Need You To Pencil In The Rest
Albumcover “I Need You To Pencil In The Rest”

Eigentlich kommt Dominik Linder alias BASWOD aus Kärnten, er lebt aber seit einiger Zeit als Wahlwiener in der Bundeshauptstadt. Sein Debütalbum „The Ships Have Set“ erschien 2015 und seitdem gilt der junge Musiker als einer der hochkarätigsten Indie-Geheimtipps des Landes. Jedes seiner Alben ist eine kleine Reise, sanft und intensiv zugleich, stets verträumt und mit offenen Augen schlafend. Dass Dominik als Ein-Mann-Band agiert, verstärkt den Eindruck eines introvertierten Dichters – auch auf seinem dritten Album „I Need You To Pencil In The Rest“.

Die Schönheit steckt im Detail

Vor einigen Jahren, so um 2012, gab es einen US-amerikanischen Singer-Songwriter namens Nigel Wright, der zu international gefeiert wurde – und genau an den erinnert BASWOD. Schon beim ersten Titel „ Kids They Always Knew We’d Stay Together“ verfällt man in tiefe Trance, kann sich von den sorgfältig komponierten Melodien nicht losreißen. So nostalgisch der Songtitel klingt, so fühlt sich auch die Musik an. Wer hüpfende Fröhlichkeit sucht, wird sie hier nicht finden, das Glück ist in den Songs in sich gekehrt, nach innen strahlend. Das zieht sich durch alle Lieder, wohl am intensivsten bei „0000 | All I Did Was Wandering“: Die vielschichtige Gitarrenmelodie verdichtet sich immer wieder und löst sich wieder auf, verbunden durch Dominiks Gesang. Der Rhythmus gleicht häufig dem eines plätschernden Gebirgsbaches, durchzogen von melodischen Sonnenstrahlen.

Dieses Bild wird fast unausweichlich bei „Rain And The Obscure Taste Of Distilled Water“, der Nummer sieben des Albums: Die lyrische Eleganz des Titels wird hier direkt in ein musikalisches Bild umgewandelt. Instrumental verwendet BASWOD zu ziemlich alles, was Geräusche erzeugt: von Gitarren über Piano und Glas bis hin zu Holzböden ist alles dabei. Das produziert diesen komplexen, fast mysteriösen Klang, bei dem man sich nie ganz sicher ist, ob man das Instrument überhaupt kennt. Fast wie zufällig legen sich die Töne übereinander und kreieren eine harmonische Symmetrie. Dabei hilft natürlich auch, dass die Songtexte die Melodien niemals versuchen zu übertrumpfen, sondern sich trotz ihrer lyrischen Schönheit zurücknehmen, in den Hintergrund treten und nur sichtbar werden, wenn man sie aktiv versucht zu hören.

Für verträumte, ruhige Stunden ist „I Need You To Pencil In The Rest“ wohl der optimale Begleiter. Und sobald wieder Veranstaltungen erlaubt sind, sollte man sich die Lieder auch unbedingt live anhören.

Antonia Seierl

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Sarah Bart Records