Barry Good (c) Pressebild

BARRY GOOD – „Sendezeit“

Ein spannende und etwas andere Neudeutung des Begriffs „Jazz“: BARRY GOOD machen auf ihrem neuen Album „Sendezeit“ (gehdanke records) eindrucksvoll vor, was in diesem Genre auch heutzutage noch alles möglich ist.

Kommen wir jetzt einmal zu etwas ganz anderem, nämlich zu einer Band, die ohne jegliche Selbsteinschränkung musikalisch genau das tut, wozu sie Lust hat. Wirft man einen Blick auf die Namen der Akteure hinter der Bandformation Barry Good, wird im Grunde genommen klar, wohin die Reise geht. Bandleader Lukas Schiemer (Saxofon, Stimme) sowie seine Mitstreiter Alois Eberl (Posaune), Simon Raab (Piano), Philipp Kienberger (Bass) und Marc Vogel (Schlagzeug) sind in der heimischen Jazzszene schon lange keine Unbekannten mehr. An diversen erfolgreichen Projekten beteiligt, haben sie ihren stileübergreifenden Eigensinn schon dutzendfach unter Beweis gestellt und an die Spitze getrieben. Und ganz in diesem Sinne steht auch ihre erste gemeinsame Platte „Sendezeit“.

Anspruchsvolle Unterhaltung bei hohem Spaßfaktor

Albumcover “Sendezeit”

Was das Quintett in seinen Nummern genüsslich zelebriert, ist der musikalische Regelbruch in Reinkultur. Hier wird gemischt und verwoben, was das Zeug hält. Jazz – mal klassischer, mal moderner Note – trifft auf Hip-Hop und Soul, Komposition auf viel Raum für Improvisationen, Vertracktes auf gewaltig Groovendes, Spoken Word auf Instrumental, witzig Schräges auf wundervoll Gediegenes, Spielwitz auf Spielkunst und, und, und. Die Musik von Barry Good strotzt nur so vor unterschiedlichen Klangfarben und spontanen Wendungen. Und dennoch: Trotz der zahllosen Facetten wirkt alles wie aus einem Guss. Trotz aller Komplexität bleiben die Nummern zugänglich, sie entwickeln Atmosphäre und wissen einen mit ihren Spannungsbögen wirklich zu packen.

Lukas Schiemer und seine Kollegen legen mit „Sendezeit“ ein Album vor, das anspruchsvolle musikalische Unterhaltung bietet, gleichzeitig aber auch viel Spaß macht. Eine ausgesprochen gelungene Interpretation dessen, was Jazz heute bedeuten kann.

Michael Ternai

Links:
Lukas Schiemer / Barry Good
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