Aktuelle Veröffentlichungen zusammengefasst von Sophia Olesko und Marisa Carvalho de Matos. Der Release Radar ist eine Auswahl an Single und Album Releases aus dem Bereich Pop/Rock/Elektronik made in Austria. Den Release Radar gibt es auch als Playlist auf Spotify.
VIC VELVET – „My Heart Feels Like a Cowboy’s“ (Siluh Records // VÖ: 27.02.´26)
Mit „My Heart Feels Like a Cowboy’s” veröffentlicht Vic Velvet ihr Debütalbum. Der analoge Zugang ist Programm: Die Songs klingen nach 60s-Vibes, nach staubiger Weite, nach Herzklopfen zwischen Stadtmauern und offenen Feldern. Vic Velvet, bekannt aus der Wiener Punk-Rock’n’Roll-Band Topsy Turvy, zeigt hier eine verletzlichere Seite. Die acht Tracks bewegen sich zwischen Selbstzweifel, Selbstfindung und dem Wunsch nach Ankommen. Der Titeltrack „Like a Cowboy“ erzählt von der Sehnsucht nach Natur, Freiheit und einem einfachen Sinn im Leben. „Sugar Shame“ tastet sich durch Fragen von Körpergefühl und Scham hin zu Selbstakzeptanz. In „You Make Me Shiver“ wird Liebe zur nervösen Gratwanderung, während „Sweet Heart“ und „Bedtime Trot“ in reduzierter Form Intimität und Rückzug behandeln. „My Heart Feels Like a Cowboy’s” ist nostalgisch und ungekünstelt. Ein Album wie ein Tagebuch, mit offenem Herzen geschrieben.
Hinweis: Mit dem Abspielen des Videos laden sich sämtliche Cookies von YouTube.
Filiah – „This Is Not Fun / It’s Always Winter (Until It Is Not)“ (Ink Music // VÖ 27.02.´26)
Nach ihrer EP „Sad Girl With A Punchline“ legt Filiah mit der Doppelsingle „This Is Not Fun / It’s Always Winter (Until It Is Not)“ nach. Darin beleuchtet sie einen andauernden Heilungsprozess aus zwei unterschiedlichen Perspektiven. Der synthielastige Track „This Is Not Fun“ beginnt mit einem beinahe gleichgültig wirkenden Beat, ehe die Musik im Verlauf des Stücks aufbricht und offenlegt, welche Gefühle unter der Oberfläche schlummern. Filiah sagt dazu: „Für mich geht es um unterdrückte Wut und den Druck, sich selbst mit Humor zusammenzuhalten, wenn längst alles auseinandergefallen ist.“
„It’s Always Winter (Until It Is Not)“ verkörpert die andere Sichtweise: Ruhige Klavierklänge rieseln wie leiser Schnee herab, bis sie einen vollständig einhüllen und ein Gefühl der Abschottung entsteht. Erneut gelingen Filiah zwei Songs, die sich wie ein Nach-Hause-Kommen anfühlen – Musik, zu der man sich am liebsten vor einem warm knisternden Kamin zusammenrollt.
Hinweis: Mit dem Abspielen des Videos laden sich sämtliche Cookies von YouTube.
Johanna Egger – “Wie man da schlafen kann“ (JOHANNA EGGER // 27.02.´26)
Die Salzburger Musikerin und Schauspielerin Johanna Egger veröffentlicht mit „Wie man da schlafen kann“ eine berührende Single. Die Künstlerin begann 2023 ihre Musik in die Welt zu tragen, auf ihre Debütsingle folgte die ihre EP „Viertel vor vier“. Darin hält sie, mal melancholisch, mal augenzwinkernd, die Lupe über die eigenen Gefühle. Ihre neue Veröffentlichung ist „ein Lied über Ängste, Selbstzweifel und Ungeduld. Ein Lied über Menschlichkeit. Verletzlich zu sein bedeutet nämlich, menschlich zu sein. Und Menschlichkeit bleibt in unserer Welt oft auf der Strecke. Über Ängste zu sprechen, kostet uns Mut. Aber offen mit Gefühlen umzugehen, ist eine Stärke!“, schreibt Johanna Egger über ihre neue Single. Sie ist übrigens auch die erste Auskopplung aus ihrem Debütalbum.
Hinweis: Mit dem Abspielen des Videos laden sich sämtliche Cookies von YouTube.
LILHOM – „Letzter Tag“ (MAC RECORDS // VÖ: 26.02.´26)
„Siehst nur die Ernte, nicht wie ich gepflanzt hab“, rappt Lilhom in seiner neuen Single „Letzter Tag“ – seine vierte Veröffentlichung. Der 22-Jährige begann aus Spaß und Langeweile im Unterricht Parodien von bekannten Songs zu schreiben und nutzte seine Sommerferien daraufhin um Geld zu sparen für seine erste Studiosession. So entstand seine Debütsingle „Gürtel von Levis“ mit dem Wiener Produzenten Flouzy. Bei einem Rap Contest gewann Lilhom zwei VIP-Tickets, durch die er für den „Champions Leak Cypher“ von Summer Cem und Billa Joe eine Bewerbung aufnehmen und die Künstler treffen durfte. „Von dem Punkt an war ich mir zu 100% sicher, dass ich als Rapper durchstarten möchte“, heißt es von Lilhom. Jetzt schreibt und produziert er seine Songs, mit Vorbildern wie Billa Joe, PaulK, Kanye West und Evan Parks.
Hinweis: Mit dem Abspielen des Videos laden sich sämtliche Cookies von YouTube.
SAGE DARLEY – „Did You Ever“ (SEAYOU RECORDS // VÖ: 27.02.´26)
Vergangenes Jahr begann Sage Darley ihre ersten Singles zu veröffentlichen, womit sie sich einen lang ersehnten Traum erfüllte. Nachdem sie eine Band gegründet hatte, vergangen nicht einmal zwei Monate, bis die erste Support-Show vor der Tür stand. Es dauerte wiederum nicht lange, bis Sage Darley ihre Musik im Radio hörte und ihren Namen in lokalen Zeitungen sowie Magazinen quer durch Europa las. Ihre neue Single „Did You Ever“ ist eine reduzierte Indie-Ballade, die ein Licht tief in dein Herz scheint. Thematisch geht es darum, sich zwischen zwei Welten zu bewegen aber zu keiner dazugehören – ein Gefühl, dass Sage Darley durch die verschiedenen Herkunftsländer ihrer Eltern gut kennt. Es ist eine Ambivalenz, die die Künstlerin als das Gefühl beschreibt, aus zwei nicht vollständig ineinandergreifenden Teilen zusammengesetzt worden zu sein. „Did You Ever“ ist eine erste Auskopplung aus ihrer Debüt-EP „Into The White Sun“, die im Frühling erscheinen wird. Am 21. März spielt Sage Darley als Support für Sodl im Kulturhof Villach.
Hinweis: Mit dem Abspielen des Videos laden sich sämtliche Cookies von YouTube.
RUHMER – „Oh Mary (I‘m Still Holding On)“ (Cherryland Records // VÖ 27.02.´26)
Mit „Oh Mary“ meldet sich RUHMER laut, direkt und ohne Umwege zurück. Schon ab der ersten Sekunde treibt eine QOTSA-like Cowbell den Song nach vorne, kein langsames Herantasten, kein Zögern. Stattdessen: Druck, Energie und dieser unverkennbare Alternative-Rock-Vibe der 2000er, der sofort ins Ohr geht. Doch hinter der Wucht steckt mehr. „Oh Mary“ erzählt von Verlust, von Menschen, die zu früh gegangen sind, und von diesen Momenten, in denen Aufgeben plötzlich greifbar nah wirkt. Genau dort setzt RUHMER an. Der Song wird zum musikalischen „Keep holding on“ – rau, ehrlich und mit Nachdruck. Die Gitarren klingen dreckig, die Stimmung ist dunkel, aber nie hoffnungslos. Gemastert von Brian Lucey (u. a. Dope Lemon, The Black Keys) bekommt der Track genau die rohe Intensität, die er braucht.
Als erste Single der kommenden EP „Rolling on a Runway“ zeigt RUHMER eine kompromisslose, dunklere Seite. „Oh Mary“ ist kein leiser Trostspender, sondern ein kraftvoller Begleiter für alle, die weitermachen.
Hinweis: Mit dem Abspielen des Videos laden sich sämtliche Cookies von YouTube.
BAIBA – „LOVER“ (Super Plus Records // VÖ: 27.02.´26)
Mit „Lover“ meldet sich BAIBA eindrucksvoll zurück. Die in Lettland geborene und in Österreich lebende Electro-Pop-Künstlerin verbindet funkelnden Synth-Pop mit scharfzüngiger Beobachtung. Der Vorbote ihres kommenden Albums „Delusional“ ist treibend, tanzbar und entfaltet vom ersten Refrain an Ohrwurmqualitäten – irgendwo zwischen augenzwinkernder Überzeichnung und leichten Katy-Perry-Vibes. Hinter der schillernden Oberfläche verhandelt BAIBA jedoch die widersprüchlichen Erwartungen an Frauen, das permanente Begehrt- und Bewertetwerden, das gleichzeitige Gesehen- und Übersehenwerden. Euphorische Synth-Flächen prallen auf ironisch zugespitzte Zeilen – ein catchy Pop-Statement mit eigenem Charme, Haltung und doppeltem Boden.
Hinweis: Mit dem Abspielen des Videos laden sich sämtliche Cookies von YouTube.
MS DEF – „Nehmt ihr uns Eine” (VÖ: 27.02.´26)
MS DEF veröffentlicht mit „Nehmt ihr uns Eine“ einen Song, der nicht leise sein will. Zwischen Rap und eingängigem Pop-Beat bringt die Künstlerin ein Thema auf den Punkt: Gewalt gegen Frauen, gesellschaftlicher Rückschritt und ein Klima, in dem Frauenhass wieder lauter wird.
Ausgangspunkt sind erschütternde Zahlen und reale Zustände, weltweit wie auch in Österreich. Ms Def formuliert klar, dass Gleichberechtigung keine Selbstverständlichkeit ist, sondern ein Auftrag. Der Refrain wird dabei zur kollektiven Ansage. „Nehmt ihr uns Eine“ ist ein Protest, der Haltung zeigt, wo Wegschauen keine Option mehr ist.
Hinweis: Mit dem Abspielen des Videos laden sich sämtliche Cookies von YouTube.
Ro Bergman – „Start“ (Bergman Music // VÖ: 27.02.´26)
Mit „START“ eröffnet Ro Bergman das nächste Kapitel und gibt einen ersten Einblick in sein kommendes Album „SAUM“. Der Song kreist um diesen einen Moment, in dem Stillstand keine Option mehr ist. Wenn man einen Gipfel erreicht hat, nur um festzustellen, dass man dort nicht bleiben kann. „We made it to the summit, where we can’t stay.“ Es geht um Rollen, die sich verschieben, um Ehrlichkeit und um die Entscheidung, weiterzugehen, auch wenn das Ziel noch unscharf ist. Musikalisch bewegt sich „START“ zwischen Indie-Rock und zeitgenössischem Pop. Eine klare melodische Linie trifft auf einen kraftvollen Chorus. Zeilen wie „What if this is just the start / Trading places, changing parts“ verdichten die zentralen Motive: Aufbruch und Wandel. Der Song ist ein bewusster Schritt nach vorne, getragen von der Suche nach Sinn statt nach Flucht.
Hinweis: Mit dem Abspielen des Videos laden sich sämtliche Cookies von YouTube.
purple – „When I Was Six“ (Las Vegas Records // VÖ: 27.02.´26)
Am 27.02.2026 veröffentlichen PURPLE ihre neue Single „When I Was Six“ – einen Song, der sich anfühlt wie ein Blick zurück, ohne im Gestern stehen zu bleiben. Zwischen leiser Nostalgie und klarer Gegenwart erzählen PURPLE vom Älterwerden, von ersten Träumen, vom Gründen einer Band und von all den Momenten, die einen prägen, lange bevor man sie versteht.
Musikalisch verbindet der Track 90s-Brit-Rock-Vibes mit synthlastigem Art-Pop. Gitarren treffen auf flächige Sounds, die Stimmung bleibt intensiv, aber nie pathetisch. „When I Was Six“ bewegt sich zwischen Verletzlichkeit und Aufbruch, zwischen kindlicher Erinnerung und erwachsener Reflexion. Ein Song, der nachhallt – und ein starker Vorbote der kommenden EP „SOBER“.
Hinweis: Mit dem Abspielen des Videos laden sich sämtliche Cookies von YouTube.
Love a.m. – Monsters (Numavi Records // VÖ: 27.02.´26)
Die Grazer Post-Punk-/New-Wave-Band Love a.m. meldet sich mit ihrer neuen Single „Monsters“ zurück. Der Track gibt uns einen ersten Vorgeschmack auf das gleichnamige Album, das im Sommer 2026 folgt. „Monsters“ verbindet treibenden Post-Punk mit verspielter New-Wave-Ästhetik und einer subtilen Portion „Cute Wave“. Zwischen kantigen Gitarren, pulsierendem Bass und einer rau gehaltenen Produktion entsteht ein Sound, der gleichzeitig angenehm und unruhig wirkt. Die Band bleibt ihrem charakteristischen „Rohbau“-Stil treu: Nichts wird glattgebügelt, Risse und Ecken dürfen hörbar bleiben. Genau darin liegt die Spannung des Songs.
