ConTempOhr: Veranstaltungen im Mai

Der neue Programmbereich “ConTempOhr. Vermittlung zeitgenössischer Musik” am Kooperationsschwerpunkt Wissenschaft und Kunst der Universität Salzburg / Universität Mozarteum versteht sich als Plattform zur Erforschung bestehender und Entwicklung neuer Vermittlungsprojekte sowie zur Ausbildung und Professionalisierung künftiger “Musikvermittler/innen” im Bereich der zeitgenössischen (Kunst-)Musik.

(1) Workshop

„Per voce feminile. Monologe für Frauenstimmen. Werke von Adriana Hölszky, Luciano Berio, John Cage“ aus der Serie SONG BOOKS,
geleitet von der Salzburger Gesangssolistin, Dirigentin, Performerin, Komponistin und Lehrenden für Gehörbildung Gertraud Steinkogler-Wurzinger

Mittwoch, 6. Mai 2015, 18:00-21:00 Uhr, Universität Mozarteum, Mirabellplatz 1, Zimmer 2015, 5020 Salzburg

Der italienische Titel des Workshops stammt von “Sequenza III” – per voce feminile von Luciano Berio. Ein Stück für Stimme solo für Frauenstimme eben. Frau muss nicht Maria Callas sein, um diese “Sequenza” oder Hölszky’s “Monolog” oder etwa die “Aria” von Cage interpretieren zu können. Und in unserem speziellen Workshop muss frau nicht einmal frau sein … Nein, es geht zunächst darum, zu lesen, welche Zeichensprache sich die Komponist_innen für ihre Sprach- bzw. Stimmklänge einfallen lassen: murmeln, lachen, weinen, einatmen und singen, mit der Zunge schnalzen, pfeifen und singen etc. Was ist zu tun? Wie setze ich es mit meiner Stimme um? Und wie könnte meine persönliche Interpretation dieser MiniMonodramen aussehen?

Der Workshop richtet sich an an Grenzgängen zwischen Konzert und Szene Interessierte.

(2) Workshop

„Neue Spieltechniken und Notationen in der Neuen Musik“
Notationsworkshop für Streicher und Komponisten im Rahmen eines Ensemble-Projekts des Departments für Dirigieren/Komposition und Musiktheorie, Universität Mozarteum in Kooperation mit dem Programmbereich ConTempOhr

Freitag, 8. Mai 2015, 10:00 (Klavier) bzw. 13:00 (Streicher), Universität Mozarteum, Mirabellplatz 1, Raum 4006 (4. Obergeschoß), 5020 Salzburg

Teil 1: Jan Gerdes: Neue Spieltechniken für Klavier (10.00 Uhr)
Was und vor allem wie schreibt man, mehr als 60 Jahre nach Beginn der Avantgarde, für das Klavier, das seine Rolle als “Königsinstrument” in der aktuellen zeitgenössischen Musik scheinbar verloren zu haben scheint? Neueste pianistische Spieltechniken und damit einhergehende aktuelle ästhetische Strömungen werden vorgestellt und diskutiert. Darüberhinaus werden Fragen einer lesbareren, verbindlicheren und standardisierteren Notation, nach Jahrzehnten notationstechnischer Experimente, erörtert und interpretenfreundlichere Lösungen vermittelt.

Teil 2: Claudius von Wrochem: Neue Spieltechniken für Streicher (13.00 Uhr)
Der Cellist des Kairos Quartetts wird anhand von ausgewählten Literaturbeispielen problematische bzw. gelungene Notationsformen vorstellen und die verwendeten erweiterten Spieltechniken auf dem Cello vorführen. Es geht um weit verbreitete Missverständnisse zwischen Komponisten und Interpreten, aber auch um so grundsätzliche Fragen, wie das Notenpapier einzurichten ist und welche Symbole man wofür verwenden kann, auch unter Berücksichtigung des Computersatzes. Dieser Workshop gibt Hilfe bei der Transformation spannender musikalischer Gedanken zu einer kongenialen Schriftform, die von entsprechend informierten Musikern überall auf der Welt verstanden wird.

(3) Tagung

„Proben-Prozesse. Über das Entstehen von Musik und Theater“
Eine Veranstaltung von Wolfgang Gratzer (Musikwissenschaft, Universität Mozarteum) und Christoph Lepschy (Schauspiel/Regie – Thomas Bernhard Institut, Universität Mozarteum) in Kooperation mit dem Programmbereich ConTempOhr u.a.

8./9. Mai 2015, Theater im KunstQuartier, Paris-Lodron-Straße 2a, 5020 Salzburg 

Das Entstehen von Musik- und Theateraufführungen gilt weithin als diskreter, nicht-öffentlicher Prozess. Die Probe gilt der Vorbereitung, sie bietet Raum für sog. Fehler und Versuche, während die Aufführung fehlerfrei verlaufen und wiederholbar sein sollte. Die Aufführung figuriert als “Resultat” oder “Produkt” eines Arbeitsprozesses. In jüngerer Zeit mehren sich Formen künstlerischer Thematisierung von Probenvorgängen. Gleichzeitig ist bemerkenswert, dass die Probe in jüngster Zeit auch ins Blickfeld der kulturwissenschaftlichen Forschung geraten ist.
Das Projekt fokussiert in exemplarischer Form zeitgenössische Probenprozesse vor dem Hintergrund traditioneller Formen der Aufführungsentstehung. Wie lässt sich dieses neue Interesse an der Probe verstehen? Was bedeutet die veränderte Wahrnehmung von Probenprozessen für die Theorie und Praxis der Aufführung und für das Publikum?

Die Teilnahme an allen Veranstaltungen ist kostenlos.

http://www.w-k.sbg.ac.at/vermittlung-zeitgenoessischer-musik/ueberblick.html