
Karl Schwammberger ist ein Musiker, der wohl aus allem, was man ihm vorsetzt, etwas vollkommen Neues erschaffen kann. Die Art und Weise wie er unterschiedlichste musikalische Versatzstücke zu bearbeiten, zu formen und zu vereinigen, einfach diese einer neuen Kontextebene zuzuführen weiß, kommt der großen Songwriting-Kunst ungemein nahe. Ohne jegliche Berührungsängste wandelt der gebürtige Oberosterreicher an den Schnittstellen zwischen den verschiedenen Genres, bedient sich je nach Lust und Laune mal aus dem einen musikalischen Pool, mal aus einem anderen. Einzige Voraussetzung es passt und die Elemente ergeben, miteinander in Einklang gebracht, ein stimmiges und logisches Ganzes. Vermeintliche musikalische Grenzen nimmt der Karl Schwammberger in seinem Projekt Laokoongruppe, so scheint es, schlicht und einfach als Aufforderung dazu, diese ohne allzu viel Nachdenken zu überschreiten.
So übersetzt Karl Schwammberger, der als Jugendlicher irgendwo zwischen Alpensee, Anton Bruckner-Symphonien, Volksmusik und Bauernjazz musikalisch sozialisiert worden ist, wie schon auch auf dem Erstlingswerk „Walzerkönig“, gekonnt Einflüsse aus der stark lokal geprägten, jedoch von jeglichem heimatlichen Kitsch befreiten Blasmusik sowie Zitate aus der Klassik und dem Jazz in ein experimentell elektronisch angehauchtes avantgardistisches Popformat , wie man es schon lange nicht gehört hat.

Karl Schwammberger stellt mit dem neuen Album „Staatsoper“ einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis, dass er ohne Zweifel zu den spannendsten und vor allem innovativsten Songwritern des Landes zu zählen ist. Die aktuellen Songs heben sich aufgrund des höchst eigenständigen Sounds erfreulicherweise deutlich von bekannten Mainstream-Popentwürfen ab und fordern einfach dazu auf, sich mit ihnen auseinanderzusetzen. (mt)
Foto: Laokoongruppe
Laokoongruppe (myspace)