Bild Georg Graewe
Georg Graewe (c) Kurt Rade

Eine lange Nacht im Zeichen von GEORG GRAEWE

Der am 19. März von OPEN MUSIC veranstaltete musikalische Abend im FORUM STADTPARK in Graz ist einem ganz besonderen Künstler des Jazz gewidmet. Und zwar dem Pianisten und Komponisten GEORG GRAEWE, der in den vergangenen Jahrzehnten mit seinen vielen aufsehenerregenden Projekten zu großem internationalem Renommee gelangt ist.

Die traditionelle und gängige Ästhetik des Jazz war eigentlich noch nie die musikalische Form, die er zu erreichen im Sinne hatte. Georg Graewe zählte immer schon zu jener Sorte von Musikern, die den Fokus ihres Schaffens auf die Suche nach einem eigenen und individuellen Klang gerichtet haben. So gesehen lassen sich sein facettenreicher Stil und seine musikalische Sprache auch nur schwer über die gängigen Kategorien beschreiben.

Ein Jazzer mit vielen musikalischen Gesichtern

Der in Deutschland geborene und in Österreich lebende Pianist, Komponist und Bandleader ist ein sich zu allen Seiten hin offen zeigender Freigeist, der mit großer Freude und ebenso großem Virtuosentum auf avantgardistische und innovative Art die Brücken hin auch zu anderen Spielformen und Genres schlägt. Man weiß bei dem 2015 mit dem SWR-Jazzpreis ausgezeichneten Musiker im Vorhinein eigentlich nie wirklich, in welche Richtung es ihn verschlägt, ob es nun mehr das Komponierte oder einfach die Improvisation ist, die ihn faszinieren. Georg Graewe ist immer für eine musikalische Überraschung gut und hat dies auch schon vielfach unter Beweis gestellt. So widmete er sich in der Vergangenheit des Öfteren auch schon diversen Filmmusikprojekten und auch Opern.

Wie weit sich das künstlerische Spektrum dieses außergewöhnlichen Musikers tatsächlich spannt, wie unterschiedlich seine Ansätze wirklich aussehen können, zeigt der lange Musikabend im Grazer Forum Stadtpark, in dessen Rahmen der Pianist und Komponist Ausschnitte einige seiner bedeutendsten und spannendsten Projekte zur Aufführung bringt. Begleitet wird der gebürtige Bochumer – der im kommenden Juni sechzig wird – von den langjährigen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern Theresa Dlouhy (Sopran), Melissa Coleman (Violoncello), Ernst Reijseger (Violoncello) und Gerry Hemingway (Schlagzeug).

Michael Ternai

 

Programm:

AusFaltungen (2015), ÖEA
Behauptung und Nachtrag III-IX (2015/16), UA
Georg Graewe: Klavier

Six Soliloquies (auf Texte von William Shakespeare) (2015), ÖEA
Theresa Dlouhy: Sopran
Melissa Coleman: Violoncello
Georg Graewe: Klavier

– Pause –

Traits I – VII (2014), ÖEA
Melissa Coleman: Violoncello

Dienstbare Tiere (auf Gedichte von Nico Bleutge) (2015/16), UA
Theresa Dlouhy: Sopran
Melissa Coleman: Violoncello
Gerry Hemingway: Schlagzeug
Georg Graewe: Klavier

– Pause –

Counterfactuals (2006)
Georg Graewe: Klavier
Ernst Reijseger: Violoncello
Gerry Hemingway: Schlagzeug