Ein wirklich ungemein erfrischendes und schon lange nicht mehr in dieser hohen Qualität gehörtes Lehrstück in Sachen Funk ist es geworden, das Solo-Debüt „Green Funk“ (7Jazz) des in Wien lebenden Stuttgarter Bassisten Uwe Felchle. Erstklassig produziert warten die insgesamt vierzehn überaus spannend arrangierten und sofort zündenden Songs mit wunderbarsten Melodiebögen auf, die vom ersten Moment an in den Ohren hängen bleiben. Wiederholungen oder Ausfälle sind auf der CD keine zu finden. Einzig, was alle Tracks verbindet, ist dieser unnachahmliche und ungemein ansteckend wirkende Groove, der schlicht und einfach nur zum Abtanzen einlädt. So mitreißend hat Funk schon lange nicht mehr geklungen.
Wiewohl sein Name hierzulande noch nicht wirklich geläufig ist, hat Uwe Felchle in seiner inzwischen langjährigen Karriere bereits mit zahlreichen internationalen Größen wie etwa Frank Fahrian, DJ Tomekk und Gloria Estefan zusammengearbeitet. Erfahrungen hat er also schon mehr als genug gesammelt, und er versteht diese auch in sein Soloprojekt vortrefflich einzubringen. Er weiß einfach, wie man es anstellt, dass ein Song wirklich funktioniert. Zum überwiegenden Teil alle Instrumente selbst eingespielt, wandelt der gebürtige Stuttgarter auf einem klanglichen Pfad, der in tief in die siebziger Jahre zurückführt, in eine Zeit, in der Leute wie James Brown oder Sly Stone das Zepter in den Hitparaden geschwungen haben. Der Bassist beweist, dass Retro doch auch noch sehr unterhaltsam sein kann.

Perfekt abgerundet wird das Bild von erstklassigen Gastmusikern, die durch ihr Zutun, sei es nun im instrumentalen (Dean Brown, Phunkyman Eaton, Nikola Stanoseviv, Thomas Hechenberger, Adam Holzman, Rainer Scheithauer) oder gesanglichen (Hubert Tubbs, Markus Carr, Tony Tone, Blair Darby) Bereich, den Gesamtsound um weitere spannende Facetten erweitern.
„Green Funk“ macht einfach Spaß, berührt es doch Kopf und Seele gleichermaßen. Bleibt zu hoffen, dass man von diesem Künstler auch hierzulande noch einiges zu hören bekommt. Woran, liefert er auch in Zukunft so starke Alben ab, eigentlich kein Zweifel besteht. (mt)