The Nintendos – Party

Der Name The Nintendos lässt aus musikalischer Sicht ja viele Deutungen zu. Dass die Band aus Oberösterreich sich aber ganz dem Indierock in seiner lässigen Variante verschrieben hat, überrascht dann doch ein wenig. Es sind keine Computer- oder sonst irgendwelche elektronische Klänge, welche den Ton angeben, sondern alleine solche, die originär von einer waschechten Rockband stammen. Zugegeben, auswechselbare Indierockcombos, die sich im Wettstreit im gegenseitigen Abkupfern üben, gibt es heutzutage wie Sand am mehr. Umso erfreulicher ist es dann, findet eine Band tatsächlich zu ihrem eigenen unverkennbaren Stil. The Nintendos orientieren sich bewusst nicht an irgendwelchen hippen musikalischen Strömungen. Vielmehr ziehen sie, wie auch auf  ihrem neuen Album „Party“ (Prückl Beats) zu hören ist, ihr eigenes Ding durch, welches schlicht und einfach einzig darin besteht, richtig coole und erfrischend eigenständige Rocksongs abzuliefern.

Man muss heute schon etwas Besonderes auf Lager haben, um im heiß umkämpften Indierocksegment in irgendeiner Form aus der Masse an Bands herauszustechen. Spielerische Fertigkeiten sind schon einmal die erste Grundvoraussetzung, um wirklich erfolgreich reüssieren zu können. Und diese bringen Arnold Graf (Gitarre, Gesang), Benjamin A. Agostini  (Gitarre), Philipp Prückl (Bass) und Christoph Lederhilger (Schlagzeug) hörbar mit. Ebenso notwendig ist das Verständnis dafür, wie man die eigenen Ideen und Vorstellungen tatsächlich in funktionierende Songs ummünzt. Auch in diesem Punkt zeigt sich die Band aus Oberösterreich mehr als sattelfest. Damit die Musik aber bei den HörerInnen etwas entfacht, bedarf es aber noch mehr. Und zwar dieser gewissen Note, welche auffordert, die Musik einfach auf sich wirken zu lassen. Und genau hier unterscheiden sich The Nintendos im positiven Sinne vom großen Rest.

Der Band gelingt es nämlich, ihren Songs eine Art cooler und eigenständiger Unangepasstheit abseits jeglicher offensichtlichen Massentauglichkeit zu verleihen. Die sehr abwechslungsreich arrangierten Nummern rocken stilistisch irgendwo zwischen den Arctic Monkeys, Interpol und Franz Ferdinand munter drauf los, wiewohl zu den genannten Bands die Distanz erfreulicherweise dann doch gehalten wird. Musikalisch geben sich The Nintendos mal sich so richtig lässig, dann mal melancholisch, um an anderer Stelle, sich schließlich ganz einem punkigen Einschlag hinzugeben. „Party“ ist ein Album geworden, das einfach wirklich Freude und Spaß macht, weil es eben doch etwas anderes zu bieten hat, als man sonst so zu hören bekommt. Und genau das macht dieses gute Stück auch so interessant. (mt)

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