Porträt: Dorian Concept

Die heimische Musikszene ist nicht gerade mit Künstlern gesegnet, die auch im internationalen Rahmen reüssieren können. Das liegt aber womöglich mehr der Größe von Österreich, denn an den Musikschaffenden selbst. So kann man durchaus von einer kleinen Sensation sprechen, wenn es ein Act dann doch schafft. Einer der wenigen Ausnahmen ist der Elektroniker und Klangkünstler Dorian Concept.

Spricht man über Dorian Concept, so spricht man auch über eines der großen Versprechen der hiesigen Musikszene. Wohl kaum ein anderer österreichischer Künstler hat in einem derart atemberaubenden Tempo den Sprung aus den eigenen vier Wänden hinein in die internationale Musikwelt geschafft. Was umso mehr verwundert, hielt sich der Musiker mit Veröffentlichungen bisher doch eher zurück. Vielmehr hat Dorian Concept, der abseits seiner musikalischen Tätigkeit als Oliver Thomas Johnson die Welt bereist, durch regelmäßige Konzerte in diversen Clubs von sich Reden gemacht. Mit seiner Mixtur aus komplexen Breaks und abstrakten Klangmustern hat der Elektroniker die Konzerthallen noch ein jedes Mal zum Kochen gebracht.

Dorian Concept musikalisch in eine bestimmte Kategorie einzuordnen, fällt nicht gerade leicht. Dafür bedient sich der Soundtüftler einfach zu vieler Einflüsse. Electronic meets Jazz meets HipHop und Jungle. Hat es schon mal gegeben, werden manche sagen. Das ist zwar richtig, die Art und Weise aber wie der Wiener all diese Elemente in Verbindung setzt, ist einzigartig. Losgelöst von irgendwelchen festgesetzten Standards unterlegt der Musiker straighte Bassdrums mit verschachteltem Jazz. Dazu soliert und improvisiert er virtuos auf seinem Synthesizer. Trotz der nicht von der Hand zu weisenden Komplexität der Kompositionen verliert Oliver Thomas Johnson nie den Roten Faden aus den Augen. Gerade dieser experimentelle Zugang zur Materie unterscheidet Dorian Concept von vielen seiner Kollegen. Seine ersten Veröffentlichungen tätigt der Elektroniker bei den Wiener Labels Affine Records und Vitamine Source. Großes internationales Aufsehen erregt der Wiener schließlich mit einem auf TrebleO erschienenen Beattape.

Dieses gewisse Etwas lässt auch den BBC Moderator Gilles Peterson auf den jungen Wiener aufmerksam werden. Dieser hat dessen Tracks in Folge des Öfteren auf seiner Worldwide Show gespielt. Dazu muss man sagen, Peterson ist nicht bloß irgendein Moderator. Seine Sendung wird in 15 Ländern ausgestrahlt und zählt zu den globalen Institutionen in Sachen Musikgeschmack. In Petersons Sendung gespielt zu werden, kommt also einer Art Ritterschlag gleich.

Anfang 2009 ist es schließlich soweit. Mit “When Planets Explode” erscheint auf dem holländischen Kultlabel Kindred-Spirits Dorian Concepts Debütalbum. Und wie zu erwarten, überbieten sich die Kritiker mit Lobeshymnen. Die zehn Tracks sind gespickt mit aberwitzigen Synthie-Spielereien, abstrakten Rhythmen und sphärischen Klanggebilden, die zusammengeführt, eine faszinierende neuartige Soundcollage ergeben. “When Planets Explode” ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, in welche Richtung es für die elektronische Musik in Zukunft gehen könnte.(mt)

 

 

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