
Peter Seher hat nach eigenen Angaben lange an seinen Stücken gearbeitet und im Entstehungsprozess oftmals die Ideen verworfen, sie wieder aufgenommen und gehörig umgemodelt. Was der Soundtüftler betreibt, hat mit herkömmlich Musikalischem nur bedingt zu tun. Melodien, Harmonien oder irgendwelche rhythmischen Strukturen finden sich in dem elektroakustischen Entwurf, abgesehen von der letzten Nummer „Seherman`s sadness“, eigentlich keine. Wenn, dann irgendwo undefinierbar und in Andeutungen in der Weite des von ihm geschaffenen und von der absoluten Stille über avantgardistische elektronische Spielerein bis hin zu eigenwilligen und experimentellen Geräuscheskapaden reichenden Klanguniversums.
Peter Seher zeigt sich als Meister der Erschaffung von Räumen, die sich wie das All unaufhörlich ausdehnen. Die von ihm durch elektronische Gerätschaften, Field Recordings und akustischem Instrumentarium generierten Klänge, Töne und Geräusche bilden die Sonnensysteme und die Ereignisse, die mal da mal dort entstehen, aufflackern und auch wieder in der scheinbaren Unendlichkeit verschwinden. Setzt man sich den Stücken aus, stellt sich irgendwann das Gefühl ein, als wäre man ein Teil des Ganzen, als stünde man quasi in der Rolle eines beobachtenden Astronomen mittendrin im Geschehen.
Fragen nach stilistischen Verortung in eine bestimmte musikalische Kategorie sind im Grunde genommen obsolet, denn dafür bewegt sich das von ihm Erschaffene einfach zu sehr außerhalb der üblichen Parameter der musikalischen Einteilung. Er hat seinen ganz eigenen Stil, seine eigene Ausdrucksform und praktiziert auf „inleben“ bewusst den Bruch mit jeglicher Musikalität. Es ist zugegebenermaßen kein leichtes Material, mit dem er aufwartet, aber definitiv eines, das doch dazu animiert, sich näher und intensiver mit diesem zu befassen. (mt)
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