Parametrix stellen sich vor

Dass man musikalisch nicht unbedingt immer die bereits vielfach eingeschlagenen traditionellen Pfade beschreiten muss, sondern diese sehr wohl auch verlassen kann, diesen Beweis versucht die junge Salzburger Combo Parametrix auf ihrem selbstbetitelten Debüt zu liefern. Frei nach dem eigenen Motto „Distanzen sind dazu da, um überwunden zu werden“, kümmert sich die vierköpfige Band recht wenig um althergebrachte Stildefinitionen. Vielmehr beziehen die Musiker ihre Einflüsse aus den unterschiedlichsten Richtungen und wissen diese auch in wirklich spannender Form miteinander in Verbindung treten zu lassen. Live präsentieren werden Parametrix ihr Debüt am 29. November im Salzburger Jazzit.

Parametrix kosten ihre musikalische Freiheit hörbar in wirklich allen Zügen aus. Alle starren stilistischen Richtlinien und Regeln außer Kraft setzend, bringen Klaus Brennsteiner (Schlagzeug) und seine Kollegen Lukas Pamminger (Bass), David Binderberger (Gitarre) und Joschi Öttl (Trompete) Nummern auf den Weg, in denen die unterschiedlichsten Spielformen in wirklich stimmiger und vor allem einer sehr unverkopften Form in Einklang gebracht werden. Den Sound, den das Vierergespann dieser Art zu Gehör bringt, offenbart sich als ein sehr abwechslungsreicher und vielschichtiger und enthält ebenso Elemente aus dem modernen Jazz, wie auch solche aus dem Hip Hop, der Elektronik und dem Funk.

Es ist nicht so, dass nicht auch schon andere Formationen die Idee gehabt haben, diese verschiedenen Spielformen miteinander zu kreuzen, die spürbar ungezwungene Leichtfüßigkeit aber, mit welcher die Salzburger Truppe ihre Musik mit Leben erfüllt, bekommt man in dieser mitreißenden Form aber dann doch eher selten präsentiert. Die vier Salzburger verstehen es nämlich, mit einer ordentlichen Portion Spielwitz und viel Experimentierfreude ihre Nummern, die fast ausschließlich im Rahmen von Jam Sessions entstanden sind, so richtig schön in Schwingung zu versetzen und ordentlich grooven zu lassen, sodass man eigentlich nicht anders kann, als sich von der Energie mitreißen zu lassen. Zugegeben, die Stücke von Parametrix sind schon anspruchsvollerer Natur, die Rhythmen, wie auch das Spiel zum Teil komplex und herausfordernd, dennoch, und hier zeigt sich das wahre Können dieses Quartetts, spürt man von alle dem nichts, auch weil keiner der Beteiligten sich auch nur irgendwie dazu veranlasst sieht, sein Können am eigenen Instrument selbstbeweihräuchernd zur Schau zu stellen.

Die Musik, welche Parametrix auf ihrem Erstlingswerk bieten, ist eine, die schlicht und einfach Spaß macht, gleichzeitig aber auch jene Qualitäten besitzt, die alle oberflächliche und uninspirierte Gefälligkeit durchbricht. Ein wirklich gelungenes Stück Musik. (mt)

Foto Parametrix: Christian Streili

 

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