Pan Tau X Records: klangräumen

Das Schöne an der von Uli Soyka veranstalteten „musik-hautnah“ Konzertreihe, die am 13. Feber im Cafè Kreuzberg in Wien nach kurzer Winterpause nun ihre Fortsetzung findet, ist, dass man als Besucher eigentlich nie wirklich weiß, was musikalisch auf einen tatsächlich zukommen wird. Ein jedes Mal mit neuen Gästen an seiner Seite, unternimmt der österreichische Schlagzeuger den Versuch, die traditionellen Grenzen des Jazz immer wieder zu verrücken. Zum Saisonstart unter dem übergeordneten Titel “klangräumen” wird es sich wohl nicht anders verhalten. Von Uli Soyka auf die Bühne geladen sind diesmal der deutsche Pianist Alexander von Schlippenbach, die Vokalistin Agnes Heginger, der Trompeter Franz Hautzinger und Bassist Jan Roder. Ein Konstellation bei der wohl alles passieren kann.

Eines muss man Uli Soyka lassen. Er versteht es, für seine Konzertreihe immer wieder wirklich, spannende und hochkarätig besetzte Formationen zusammenzustellen. Auch zum Starrt der 2013er Saison kann man, blickt man auf die Namen der geladenen MusikerInnen, durchaus von einer Jazz-All-Star-Truppe sprechen. Allesamt mehr als nur versiert in ihrem Schaffen, zählen sie zu den innovativen Vertretern ihres Faches. Sie sind bekannt dafür, dass sie alles andere als tun, als in in den bekannten musikalischen Kontexten oder Positionen zu verharren. Vielmehr ist ihr Blick auf die Überwindung aller vermeintlichen einschränkenden Grenzen zwischen den verschiedenen Spielformen gerichtet. Es ist die Freiheit, sich ungezwungen im weiten Kosmos der Musik bewegen zu können, welche sie zur Prämisse ihres Schaffens erhoben haben.

Aus diesem Grund lässt eine Konstellation wie diese auch keine Voraussage darüber treffen, welche Richtung von den Beteiligten musikalisch wirklich eingeschlagen wird. Uli Soyka und seine Kollegen an diesem Abend, der deutsche Pianist Alexander von Schlippenbach, Agnes Heginger, Franz Hautzinger und Jan Roder werden sich einzig darauf besinnen, einfach loszulegen und zu schauen, was kommt. Erst in der spontanen musikalischen Interaktion, im Prozess selbst wird erkennbar und hörbar werden, was klanglich letztlich wirklich erwächst. Das Fünfergespann wird versuchen den Jazz, wie man ihn kennt und auch liebt, auf eine nächsthöhere Ebene zu heben, auf eine die, mit traditionellen Ansätzen letztlich nicht mehr viel gemein hat. Und genau das macht die ganze Sache auch zu einer solch spannenden. (mt)

Foto: Pan Tau X Records

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