Bei dem Emilio Sandmann Online Orchestra handelt es sich um ein virtuelles Orchester, deren Mitglieder sich zum überwiegenden Teil nur über die Internet-Plattform MySpace kennengelernt haben. Die ausgewählten Musiker wurden eingeladen, zu den Songs ihren Beitrag zu leisten und sich ihre Tonspuren gegenseitig via Internet zu schicken. Auf diese Art entstanden in den vergangenen Jahren insgesamt 14 Songs und Instrumentalnummern, die nun auf dem neugegründeten Plattenlabel „Sexy Weekend Records“ in gesammelter Form auf CD erscheinen. Diese trägt den Titel „XOT MUSIK“ und wird am 7. Feber im Nachtasyl in Wien präsentiert. Zur Aufführung gebracht werden die Stücke in einer Duo-Formation von dem Initiator des Projekts Gernot Fischer-Kondratovitch (Gesang, Gitarre, Akkordeon) und Alessandro Vicard (Kontrabass, Electronics, Drumsamples). Unterstützt werden die beiden an diesem Abend von Harri Stojka und Makki (Binder&Krieglstein).
Das Emilio Sandmann Online Orchestra ist definitiv ein Musikprojekt, das aus dem Rahmen des Gewöhnlichen fällt. Nicht nur, dass die Musiker, die an diesem beteiligt sind, aus allen Himmelsrichtungen stammen, sie haben ihre Songs, und das ist das Besondere am Emilio Sandmann Online Orchestra, alleine über das Internet entstehen lassen. Die Idee auf diesem Weg Musik zu machen hatte vor einigen Jahren der österreichische Musiker, Maler und Filmemacher Gernot Fischer-Kondratovitch, der die Möglichkeit, sich im großen Stil über die Onlineplattform MySpace zu vernetzen, erkannt hat und sich daran machte, Leute aus aller Welt für sein Projekt zu begeistern. Einer, der sich nicht zwei Mal hat bitten lassen, mitzumachen, ist der aus Sizilien stammende und in Wien werkende Bassist Alessandro Vicard, der auch in der heimischen Musikszene, besonders in der Jazz- und Improvisationsszene, kein unbeschriebenes Blatt mehr ist. Vicard spielte in der jüngeren Vergangenheit unter anderem bei dem Multimediaspektakel “The Blue Planet” von Peter Greenaway, und mit österreichischen Größen wie Michael Fischer, Franz Hautzinger und Didi Kern. Beim Emilio Sandmann Online Orchestra ist der gemeinsam mit Gernot Fischer-Kondratovitch für die Live-Umsetzung des Materials verantwortlich.
Die Musik des Emilio Sandmann Online Orchestras ist eine der vielen Sprachen und Stile. Was ja auch aufgrund der Herkunft der Beteiligten, sie stammen unter anderem aus Österreich, Russland, Kuba, Estland, Tschechien und den Niederlanden, kein Wunder ist. Gernot Fischer-Kondratovitch, von dem auch die Kompositionen stammen, betätigt sich auch als Mann hinter dem Mikrophon, der mal auf Englisch, dann auf Französisch und Italienisch singt, um sich dann auch noch im Spanischen zu versuchen. So international Zusammensetzung dieses Projektes, so vielfältig zeigt sich auch der Klangsprache, die von dem „Online-Ensemble“ zelebriert. So spannt sich der stilistische Bogen von der Polka über den Blues und Tango bis hin zum Pop und dem modernen Liedermachertum. Ein wirklich facettenreicher Gesamtsound, der in dieser Form unter normalen Umständen, vermutlich nicht entstanden wäre. (mt)