
Spielen koenigleopold mit allen möglichen Klischees, natürlich tun sie das, ist ihr Gehabe ein bewusst an die Spitze des schlechten Geschmackes Getriebenes und weit aus dem Rahmen des Gewöhnliches Fallendes, natürlich ist es das auch. Doch subtrahiert man das aktionistische Schauspiel und Theater der beiden Protagonisten Leo Riegler und Lukas König, die ja ursprünglich aus dem Jazz stammen, und die diesen Umstand auch nicht ganz verbergen können oder möchten, von deren künstlerischen Darbietung im Ganzen, bleibt eines übrig, die Musik als solche. Und die alleine steht schon als etwas ganz Extravagantes für sich.

Musikalisch unterwerfen sich Leo Riegler und Lukas König, die bei diesem Album unterstützt wurden von unter anderem Gertrud Riegler, Claire Huguenin, Malcolm Braff, Manu Mayr und MC Rhine, erwartungsgemäß keinerlei Einschränkungen. Sie bereiten sich einen stilistisch ungemein reichhaltigen Cocktail, dessen Spektrum an Einflüssen vom Hip Hop, Minimalisums, wabernden und groovigen Bässen im Dub-Tiefton-Bereich und Techno über elektronisches Gefrickel, reinen Indiepop, Freejazz und Improvisationen, bis hin zu eigenwilligen Soundscapes und Metal- und Noise Lärmeskapaden reicht.
Ob koenigleopolds ausschweifendes und anarchistisches Klangtheater jemanden nun gefällt oder nicht, unberührt lässt es keinen. Und das ist gut so. Leo Riegler und Lukas König schreiten auf musikalisch ungesicherten Pfaden, die, und das macht die ganze Sache so interessant und spannend, aufgrund ihrer unorthodoxen Ansätze einen erfrischenden Gegenentwurf zu allen glattpolierten Mainstream-Entwürfen darstellen.
Michael Ternai
Termine
15.11. Styrian Stylez, ppc, Graz
16.11. OHO, Oberwart
23.11. Open Mind Festival, Salzburg
03.12. Moods, Zürich (CH)
28.12. Spielboden, Dornbirn
Cover: Karolina Preuschl
Foto: Rania Moslam