
Die Musik der Band Nim Sofyan steht, in wenigen Worten zusammengefasst, für eine enorme kulturelle Vielfalt. Die Art und Weise wie Alp Bora und seine Kollegen unterschiedliche klangliche Traditionen und Ansätze zu verschmelzen wissen, ringt einem schlicht Bewunderung ab. Scheuklappendenken oder Berührungsängste sind der sechsköpfigen Formation vollkommen fremd. Vielmehr regieren Offenheit, Improvisationsgeist, Experimentierfreude und ein hohes Maß an Spielwitz.
Stilistisch verbunden fühlen sich die sechs Protagonisten ohnehin in den unterschiedlichsten Musiktraditionen. Die gleiche Vorstellung teilend, wie der Gesamtsound zu klingen hat, begeben sich Alp Bora (Gitarre, Gesang), Johann Öttl (Trompete), Paul Dangl (Violine), Gerald Selig (Saxophon), Roland Mach (Bass) und Klaus Fürstner (Schlagzeug) auf eine musikalische Entdeckungsreise, die vom Vorderen Orient über das Mittelmeer bis nach Mitteleuropa führt.
Was entsteht, sind enorm vielschichtige Lieder, in denen die Grenzen zwischen den unterschiedlichen Spielformen einfach verschwimmen. Traditionell türkische Klänge treffen auf feurige Rhythmen des Balkans sowie auf Jazzinterpretationen europäischer Prägung. Garniert mit einer Prise Funk steht am Ende ein Stilmix, der sich in dieser Form sich jeglicher eindeutiger Klassifizierung erfolgreich entzieht. Hinzu kommt die enorm ausdrucksstarke Stimme von Sänger Alp Bora, die der Musik zusätzliche sehr lyrisch angehauchte Klangaspekte verleiht und den tiefliegenden Gefühlen und Sehnsüchten eindringlich Ausdruck verleiht.
Nim Sofyan schlüpfen aufgrund ihrer sehr universellen Klangsprache in die Rolle eines Brückenbauers zwischen den Kulturen. Kein Wunder also, dass die Band inzwischen nicht nur hierzulande große Beachtung findet. Bei solchen Vorzeichen kann das Publikum höchst abwechslungsreichen Konzertabend entgegenblicken. (mt)
Jeunesse