
Bildet der mit ruhigen Pianoklängen eingeleitete folklastige Opener „With headlights on“ noch auf gewisse Art eine Brücke hin zu den vergangenen Veröffentlichungen, wird schon bei Track Nummer zwei „We are Fish“ hörbar, dass Clara Luzia eine Neuausrichtung ihres Sounds vorgenommen hat. Mehr als je zuvor lässt die Wiener Songwriterin nämlich der Energie freien Lauf. Natürlich sind auf dem neuen Album immer auch noch die ruhigen, melancholisch angehauchten balladesken Nummern zu finden, mehr als noch in der Vergangenheit treten aber nun auch elektrische Gitarren, kraftvolles Schlagzeugspiel und bislang nicht gehörte wuchtige Bässe in den Vordergrund.
Songs wie der eben schon erwähnte „We are fish“, „Leave the lights on“ oder „Monster in you“ gehen im Grunde genommen als waschechte Indierock-Nummern durch, wiewohl natürlich mit der ganz eigenen und unverkennbaren Note von Clara Luzia. Diesen gegenüber stehen eher in ruhigeren Gefilden angesiedelte und mit leichten Klezmer-Ansätzen versehene Tracks wie „Light is faster than sound“, die für die notwendigen Kontrapunkte sorgen. Man muss überhaupt als eine der Stärken dieses Albums herausstreichen, dass sich die Wienerin gemeinsam mit ihren MitmusikerInnen PauT (Bass) und Max Hauer (Piano, Bass, Gitarre), Heidi Dokalik (Cello) und Ines Perschy (Schlagzeug) musikalisch so abwechslungsreich und vielfältig zeigt, wie noch auf keiner anderen Veröffentlichung davor.

Mit „We are fish“ positioniert sich Clara Luzia einmal mehr als eine sehr eigenständige musikalische Persönlichkeit, der es erneut gelungen ist, ihre ganz eigene und sehr spannende Version von Popmusik zu verwirklichen, eine die sich vor allem durch den Mut auszeichnet, die angestammten musikalischen Pfade auch einmal zu verlassen. (mt)
Foto Clara Luzia: Sarah Haas
Clara Luzia