Black Shampoo zu Gast im Spielboden

Eine Band, der es auf unnachahmliche und begeisternde Weise gelingt, den Rock’n’Roll alter Prägung in ein modernes Gewand zu hüllen, diesem mit jugendlichem Elan und viel Charme neues Leben einhaucht und ihn damit nicht für Nostalgiker überaus hörenswert macht, ist die in Wien ansässige dreiköpfige Combo Black Shampoo. Nicht ohne Grund ist das lange herbeigesehnte Debütalbum „Whipped Cream“ von Kritikern wie Fans gleichermaßen mit Begeisterung aufgenommen worden, verstand das Trio doch eine Reihe wirlklich hochklassiger Nummern aus den Ärmeln zu schütteln. Und das ohne sich auch nur einen Moment lang an irgendwelchen modischen Strömungen zu orientieren. Die nächste Gelegenheit, das Dreiergespann live zu erleben, gibt es am 2. August im Spielboden in Dornbirn.

Das Schöne an den Stücken von Black Shampoo ist, dass sie vollkommen ohne die sonst so oft verwendeten großen pathetischen Gesten auskommen. Weder vom Sound, noch vom Auftritt her geben sich Jakob Brem (Gitarre, Gesang), Saskia Kasper (Bass) und Lukas Friesenbichler (Schlagzeug) irgendwie gekünstelt. Alleine die Musik steht im Vordergrund, und die schallt so richtig schön roh und ungehobelt aus den Boxen. Gäbe es für den Coolheitsfaktor von Songs eine Wertung, Black Shampoo würden für ihre mit Sicherheit die Höchstnote erhalten. Irgendwo zwischen den Eckpfeilern Dead Kennedys und Canned Heat das Feld zwischen Blues, Rockabilly, Surfpop und Punk bearbeitend, bringen Black Shampoo einen erfrischend reduzierten, und aus diesem Grund auch so kraftvoll und dynamisch klingenden Gesamtsound auf den Weg.

Black Shampoo – Russle Hussle by mica

Obwohl die stilistischen Ingredienzen der Nummern durchwegs gleich bleiben, zeigen sich Brem, Kasper und Friesenbichler in Sachen Songwriting überaus facetten- und abwechslungsreich. Von richtigen Krachern bis hin zu ruhigen Passagen beinhaltet das Klanguniversum des Wiener Dreiers eine weite Palette an musikalischen Ausdrucksformen. Mit dem Händchen für sich sofort in den Gehörgängen festsetzende Melodien und dem Wissen, diese auch in durchdachte Arrangements zu verpacken, entwerfen Black Shampoo ihren ganz eigenen und hierzulande nur selten anzutreffenden Stil. Was noch beeindruckt ist diese hörbare Leichtfüßigkeit, mit welcher die Combo den oft schwer zu meisternden Spagat zwischen Anspruch auf der einen und Radiotauglichkeit auf der anderen Seite zu vollziehen in der Lage ist.

Auf ihrem Debütalbum „Whipped Cream“ ist Black Shampoo gelungen, eine ganz ungemein erfrischende Version von gitarrenorientierter Popmusik zu konzipieren, eine, welche genug Ecken und Kanten vorweist und so richtig abrockt. Bleibt zu hoffen, dass man von dieser Truppe auch in Zukunft noch einiges zu hören bekommt. (mt)

Foto © Christine Katscher