„Alles zusammen ergibt das große Ganze“ – DAME im mica-Interview

DAME ist nicht nur einer der erfolgreichsten Hip-Hopper Österreichs, er ist einer der erfolgreichsten Musiker des Landes. Erkennen tut ihn trotzdem kaum einer, wenn er sich durch Salzburgs Straßen bewegt. DAME sprach mit Markus Deisenberger über maskierte Hip-Hopper, das große Gemeinsame und die Fans, denen er alles verdankt.

Wenn man als Hip-Hopper in Salzburg anfängt, wie leicht oder schwer hat man es, an Auftrittsmöglichkeiten zu kommen?

Dame: Bei mir fing alles mit YouTube an.

Das heißt, dass vor den Sälen YouTube kam?

Dame: Genau. Es fing damit an, dass wir Sachen auf YouTube stellten und Mixtapes verschenkten. Wenn man abends ausging, kamen dann schon ein paar, die einem gratulierten. Aber sonst? Wenn man als Österreicherin beziehungsweise Österreicher wirklich Unterstützung braucht, hat man es sehr, sehr schwer. Ich hab am Anfang mein ganzes privates Geld reingebuttert. Natürlich haben wir probiert, Förderungen z. B. vom Musikfonds etc. zu bekommen, haben aber immer nur Absagen erhalten. Später haben wir das dann gar nicht mehr probiert, weil wir auf einmal bei null standen, kein Minus mehr machten. Da haben wir gesagt: „Okay, ab jetzt nehmen wir nehmen das Geld, das reinkommt, und investieren es.“ Viele aber haben dazu einfach nicht die Möglichkeit. Ich habe das Glück, einen Freund zu haben, der Produzent ist. Das war meine größte Unterstützung. Und das Rockhouse Salzburg hat mich von Anfang an unterstützt. Dass man in der Bar spielen kann oder einem mit dem Eintritt entgegengekommen wird. Bei anderen hast du da auf Granit gebissen. Wenn du beispielsweise einen 1.000er hinlegen musst, um den Saal anzumieten, kannst du das als junge Künstlerin beziehungsweise junger Künstler vergessen. Wie soll das gehen? Ich kenne Bands, die sich schon schwertun, eine kleine Release-Party zu veranstalten. Der einzige Ort, wo das klappt, ist das Rockhouse.
Ich habe auch gemerkt, dass man, wenn man sich als Musikerin beziehungsweise Musiker um das Booking kümmert, oft mal als das Arschloch dasteht. Wenn man direkt mit den Veranstaltern verhandelt, wird man leicht als arrogant abgestempelt, während es, wenn es jemand anders für dich macht, heißt: „Der hat zwar einen unangenehmen Manager, ist aber selbst ein super Kerl.“

„Ich war Koch und habe Musik immer nebenbei gemacht.“

Ihr neues Album …

Dame: Ist mein erstes Konzeptalbum geworden. Die Idee entstand, weil ich einen Song geschrieben habe, der „Lebendig begraben“ heißt, und vor fünf Jahren ein guter Freund von mir gestorben ist. Irgendwie kam da die Idee hoch, zwei Seiten zu machen, eine „lebendige“ und eine „begrabene“.

Fiel es schwer, das in dieser Strenge durchzuziehen?

Dame: Es ging eine Zeit lang gut, dann gab es schon Probleme, weil mir klar wurde, dass die begrabene Seite nicht durchweg düster sein kann und soll. Da hab ich dann auf Humor zurückgegriffen. So entstanden Songs wie „Rosenkrieg“, die die Themen Tod und Begrabenwerden auf eine lustige Art und Weise umsetzen.

Können Sie die Entwicklung vom ersten zum vierten Album beschreiben?

Dame: Da ist viel passiert. Ich war Koch und habe Musik immer nebenbei gemacht. Davor hab ich eigentlich eine Konditorlehre gemacht, aber dann noch zusätzlich auch noch die Kochlehre abgeschlossen.

Wann kam der Punkt, an dem Sie sich entschieden haben, die Musik „fulltime“ zu machen?

Dame: Der Punkt war, dass meine ganze Crew gekündigt hat. Ich stand plötzlich allein in der Küche. Das hat einfach nicht mehr hingehauen. Und genau da fragte ein Freund, ob wir nicht gemeinsam eine Tour spielen wollten.

Wie lange waren Sie da schon im Geschäft?

Dame: Musik mache ich schon zehn Jahre. 2012 gab es die ersten Videos, dann der erste Spiele-Song, der sehr viel Aufmerksamkeit auf meine Seite brachte, weil die Leute geschaut haben, was der Typ sonst noch so macht. Dann kam der Punkt im Job, das Angebot der Tour, und da hab ich mich entschieden.

Was haben die Eltern zu den Plänen gesagt, den Kochberuf sein zu lassen und sich voll der Musik zu widmen?

Dame: Meine Eltern waren froh. Der Schritt zur Selbstständigkeit wäre ja schon früher möglich gewesen. Ich habe mir eh Zeit gelassen und so lange gewartet, bis ich nichts mehr zu verlieren hatte.

„Anfangs wollte ich das gar nicht online stellen und auch mein Umfeld hat mir davon abgeraten, damit ich nicht als Nerd abgestempelt werde.“

Sie haben die Spiele-Songs erwähnt, mit denen Sie von sich und ihrer Musik reden machten. Können Sie kurz erklären, wie das vonstattenging?

Dame: Eigentlich war das ein Zufall. Als Texter macht man sich immer Gedanken, worüber man schreiben könnte. Und meine Freunde und ich haben damals einfach gerne gespielt, weil es ein, zwei wirklich gute Computerspiele gab. Und da hatten wir die Idee, Songs zu den Spielen zu entwickeln. Anfangs wollte ich das gar nicht online stellen und auch mein Umfeld hat mir davon abgeraten, damit ich nicht als Nerd abgestempelt werde. Dann hab ich es halt trotzdem getan, und plötzlich hatten wir eine Million Klicks, das Ding ging durch die Decke. Wir haben das alle gar nicht glauben können. Bis dahin hatten wir vielleicht mal 20.000 Klicks gehabt, was auch viel ist für Musikvideos.

Eine Million Klicks – klingt erst mal toll. Was aber hat man davon?

Dame: Von YouTube allein könnte ich niemals leben. Man kann es sich so vorstellen, dass man bei so einem Erfolg die Videos, die man produziert, wieder reinkriegt. In Deutschland können Leute davon leben, aber da geht es um die Masse. Es ist besser, jede Woche 100.000 Klicks zu haben als alle paar Monate mit einem Video eine Million. Da geht es um einen Zyklus, um davon leben zu können. Ich will aber Musik machen und nicht die Leute jede Woche mit irgendetwas zumüllen, weil da Geld dabei abfällt.

Kann man die Bekanntheit nutzen? Für eine Tour, für den Albumverkauf?

Dame: Bei mir ist es so, dass alles zusammen dazu führt, dass es sich schön ausgeht. Ein bisschen Spotify, ein bisschen iTunes, Album, Gagen – alles zusammen ergibt das große Ganze.

„Ich habe das Glück gehabt, über die Spiele-Songs eine Nische zu finden“

Jedes Mal, wenn ich über Sie lese, gibt es diese Zuschreibungen wie „österreichischer King of YouTube“ oder Ähnliches. Ist das nicht ein wenig mühsam, in diese Social-Media-Ecke gedrängt zu werden? Es hat irgendwie auch etwas Billiges an sich. Letztlich aber geht es doch um Musik, oder?

Dame: Ich hab da nicht so ein Problem damit. Ich weiß ja, dass ich durch YouTube groß geworden bin, das kann man nicht wegleugnen. Ich habe das Glück gehabt, über die Spiele-Songs eine Nische zu finden. Und ich habe das im Alleingang geschafft. Ich hatte Angebote von Major-Labels, aber die wollten alle massiv meine Musik verändern. Mir ist es lieber, mit Spiele-Songs dorthin gekommen zu sein, wo ich bin, als meine Musik zu verändern.

Inwiefern wollte man Ihre Musik verändern?

Dame: Sony, Universal – ich habe ja mit allen geredet. Aber schon während der Gespräche bin ich draufgekommen, dass die eingreifen wollen. „Weniger da, mehr dort …“ Das aber ist ein Punkt, an dem ich klipp und klar Nein sage. Das war mein Hobby, jetzt ist es mein Beruf. Mir ging es immer um die Musik. Und genau darum hab ich alles abgelehnt, was gekommen ist.

In Ihrem Song „Fünf goldene Regeln“ haben Sie ihr schwieriges Verhältnis zur Musikindustrie thematisiert. „Der Erfolg erdrückt dich, am Ende bleiben 7 Prozent“ heißt es da unter anderem.

Dame: In der Nummer habe ich zunächst versucht, aufzuzählen, was ich wichtig finde, was man als Musikerin beziehungsweise Musiker beachten sollte, wenn man eine Vorbildfunktion innehat. Dass man sich nicht verkaufen soll, dass man auf sein Bauchgefühl hören soll. Eigentlich eh das, was mir passiert ist.

Das klang für mich, als ob Sie ein gebranntes Kind wären. Das sind Sie ja in dem Sinne nicht, weil Sie sich erfolgreich gegen die Vereinnahmung durch die Industrie zur Wehr gesetzt haben, oder?

Dame: In dem Sinne nicht. Ich hatte das Gefühl, dass die Verträge so heftig waren, dass ich nur absagen konnte. Für mich stand das nie zur Debatte. Ich verkaufe mich nicht, um Erfolg zu haben. Wenn jemand meine Musik beeinflussen will, dann ist das für mich ein absolutes No-Go.

„Nur weil es ein Independent-Label ist, heißt das ja nicht, dass ich allein bin.“

Damestream ist Ihr eigenes Label?

Dame: Genau, und das habe ich aus genau dem Grund gegründet. Wenn mir keiner entgegenkommt, muss ich es eben selbst machen.

Inwieweit kann man dieses DIY aufrechterhalten? Irgendwann kommt man doch an einen Punkt, an dem man Unterstützung braucht, weil es einfach nicht mehr geht, alles allein zu machen.

Dame: Es gibt schon Leute, die mitarbeiten. Nur weil es ein Independent-Label ist, heißt das ja nicht, dass ich allein bin. Meine Freundin macht die Buchhaltung. Freundinnen und Freunde machen den Vertrieb. Es gibt Grafikerinnen und Grafiker, die für mich arbeiten. Ich hab schon ein kleines Team. Aber es dauert halt alles länger.

Wer macht Booking und Management?

Dame: Management mach ich selbst, Booking ein Freund von mir.

Und das offenbar erfolgreich. Sie spielen im Herbst eine Tour, die Sie auch nach Deutschland und in die Schweiz führen wird. Wie viele Konzerte werden das sein?

Dame: Ich glaube, es sind 18. Letztes Jahr haben wir auch schon in Deutschland gespielt – mit 400 bis 500 Leuten pro Konzert.

Wie alt ist Ihr Publikum?

Dame: Bunt gemischt. Ich war selbst verwundert, weil ich mehr Hip-Hop-Fans erwartet hatte. Dann kam es aber bunt gemischt von 16 bis 50. Es waren auch Leute dort, die meine Eltern hätten sein können. Es waren auch Punkrocker dort.

Mit „Maskenball“ findet sich ein kritischer Song auf dem Album. „Niemand im Geschäft ist mehr real“, sagen Sie da. Ist das als Ansage an Cro und Konsorten zu verstehen, die sich hinter Masken verstecken?

Dame: Es richtet sich nicht an einen bestimmten Rapper. Aber das Maskieren, das mit Sido anfing und heute inflationär betrieben wird, ist zum Trend geworden, und teilweise führen sich diese Maskierten dann auch auf, haben keine Verantwortung und nichts zu verlieren, weil sie eh keiner kennt. Das war also als Kritik an der ganzen Szene zu verstehen und nicht so, dass ich Cro oder irgendjemand Speziellen dissen wollte. Die machen tolle Musik und haben den Erfolg, den sie völlig verdient haben.

Denken Sie, dass neuerdings so ganz generell ein bisschen die Ehrlichkeit im Hip-Hop fehlt?

Dame: In letzter Zeit kommt mir das so vor, ja. Es war früher um einiges ehrlicher. Aber gerade in letzter Zeit kommen wieder tolle Acts, bei denen ich mir denke, dass es in eine gute Richtung geht. Es war eine lange Zeit einfach zu viel Gangster-Rap am Start. Aggro, Haftbefehl. Flow- und beattechnisch ist das ja wirklich gut, aber mir fehlt da die Aussage. Wenn es nur ums Herumballern geht, wird mir das mit der Zeit langweilig. Auch Kollegah ist ein toller Rapper und wortspieltechnisch überragend, aber es geht inhaltlich halt nur ums Herumschießen.

Andererseits ist natürlich die Ansage, Sie wären zu alt, um noch Verstecken zu spielen, starker Tobak. Sie sind doch erst 25 Jahre alt …

Dame [lacht]: Auch in dem Alter kann man dazu zu alt sein.

Hat sich denn jemand auf den Schlips getreten gefühlt?

Dame: Nein, und meine Songs muss man auch immer mit Humor sehen. Da ist nicht alles bierernst gemeint.

„Mir war die Nähe zu Fans immer wichtig.“

Macht Sie das stolz, wenn jemand im YouTube-Forum meint, Sie wären einer zum Anfassen?

Dame: Das freut mich natürlich. Mir war die Nähe zu Fans immer wichtig. Ich nehme mir nach Konzerten auch immer die Zeit, Autogramme zu geben und mit den Leuten einen zu trinken. Für mich ist das etwas ganz Normales. Ich hab schon viele Musikerinnen und Musiker kennengelernt, die mir nicht einmal die Hand gegeben haben. Ich sehe mich selbst nicht als Star, nur weil ich Musik mache. Ich habe mit meinen Fans ein cooles Konzert. Das ist ein großes Gemeinsames, wo jeder eine coole Zeit hat. Deshalb heißt die Tour die „Einer von euch“. Ohne meine Fans hätte ich den Erfolg nicht. Meinen Fans verdanke ich alles.

Ein anderer schrieb: „Eigentlich mag ich deutschen Rap nicht, aber deine Lieder schon.“ Auch schön. Kommen Sie eigentlich aus dem deutschen Rap oder hatten Sie eher US-amerikanische Vorbilder?

Dame: Ich hab eigentlich keine richtigen Vorbilder. Aber ich bin ein großer Teck N9ne-Fan. Der ist aus Kansas City. Aber im Großen und Ganzen komm ich schon eher aus der deutschsprachigen Ecke: Absolute Beginner, Creutzfeld & Jakob. Die älteren Sachen, mit denen ich aufgewachsen bin, haben mir sehr gefallen. Genau das wollte ich auch wieder ein wenig zurückbringen, weil ich gesehen habe, dass diese Art von Hip-Hop nicht mehr so viel stattfindet.

Haben Sie vorher geschrieben oder Musik gemacht?

Dame: Geschrieben. Das ganze fing mit einem Nachbarn von mir an, der ein riesiger Hip-Hop-Fan war, der zu den Konzerten fuhr und sich die Unterschriften auf seine Tonträger holte. Der hat mich irgendwann angesteckt.

Schaffen Sie es noch, Ihre ersten Texte zu lesen und gut zu finden oder schämen Sie sich heute dafür?

Dame: Nein, die sind schon okay. Da kann man schon noch dahinterstehen – vielleicht auch, weil mich Freundinnen und Freunde erst dazu überreden mussten, nachdem ich schon relativ lange im Kämmerchen für mich getextet hatte.

Wie erleben Sie die Salzburger Szene?

Dame: Es passiert viel. Das hat damit zu tun, dass mehrere Erfolg haben. Der Kampfgeist steigt. Es ist schön zu sehen, dass die Makemakes Gas geben. Oder Olympique. Lange Zeit hat man aus dieser Stadt so gut wie gar nichts gehört und jetzt auf einmal …

Die Clublandschaft kann mit der Bandlandschaft nicht ganz mithalten, oder?

Dame: Im Rockhouse hatte ich immer wieder kleinere Auftritte. Mit Band ist es noch einmal schwieriger, weil es ein viel größerer Aufwand ist als zwei Leute mit DJ. Dass Bands so wenig unterstützt werden, weil sich niemand mehr drübertraut, finde ich mehr als nur schade.

Message oder Vibe, was ist Ihnen im Zweifelsfall wichtiger?

Dame: Auf jeden Fall die Message. Und mir ist wichtig, dass ich musikalisch selbst damit zufrieden bin. Ich lege keinen Wert auf Preise und Platzierungen. Natürlich ist es schön, es hilft weiter und man hat Aufmerksamkeit und die Argumente beim Veranstalter sind stärker, aber mir ist wichtiger, dass ich anhand der Usermeinungen etwa auf Amazon sehe, dass den Fans meine Musik taugt.

„Das Radio aber würde eine wirkliche Verbreiterung schaffen.“

Wenn man Radio-Airplay mit den begeisterten Reaktionen auf Amazon vergleicht, die schon in Richtung Wanda und Bilderbuch tendieren, fällt das ein wenig ab. Auf Ö3 liefen Sie zwar mal …

Dame: Ja, aber auch nur weil mich die Hörerinnen und Hörer reingevotet haben. Mittlerweile habe ich, was Airplay anbelangt, um ehrlich zu sein, ein wenig die Hoffnung aufgegeben. FM4 sagt: „Geht zu Ö3.Ö3 sagt: „Geht doch zu FM4.“ Offenbar sitzen wir zwischen den Stühlen. Und das ist nicht nur bei uns, sondern auch bei anderen so. Ich war ja bei Ö3, und die haben mir Fragen gestellt, bei denen ich mir echt blöd vorkam.

Zum Beispiel?

Dame: Die erste Frage war gleich, ob meine Klicks gekauft wären. Und falls nicht, ob die Spielehersteller wie World of Warcraft denn Werbung dafür gemacht hätten. Was auf keinen Fall der Fall war. Wir haben zwar mal probiert, Kontakt zu bekommen, um auf einer Convention einen Auftritt zu bekommen. Die meisten aber sitzen in den USA. Die, die hier sind, haben keine Rechte. Das heißt, es gab keinen wie immer gearteten Geldfluss in meine Richtung.

Dass Sie von Ö3 ignoriert werden, ist natürlich schade, weil der Sender schon eine Reichweite hat.

Dame: Ja. Ich hab zwar eine Fanbase, die sich ständig vergrößert. Das Radio aber würde eine wirkliche Verbreiterung schaffen. Das kann dann an Orten einschlagen, wo man noch nie etwas von mir gehört hat. Der größte Wunsch jeder Musikerin beziehungsweise jeden Musikers ist doch, dass ihre beziehungsweise seine Musik gehört wird und Leute erreicht. Generell in der Musikbranche wird viel manipuliert, reingekauft. Man kann es nicht beeinflussen, nur zuschauen.

Ihre melodischen Refrains, die vielleicht ein wenig in Richtung Mainstream gehen, sollten mit kommerziellem Radio eigentlich kompatibel sein.

Dame: Die hatte ich immer schon – auch zu einer Zeit, als mir mein Umfeld davon abriet. Mittlerweile singen fast alle Rapper. Aber dass Ö3 bislang nicht aufgesprungen ist, ist nicht weiter schlimm. Mit geht’s gut. Und der Erfolg gibt uns Recht. Wir sind jetzt gerade auf Platz 10 in Deutschland eingestiegen. Das hat mich baff gemacht. Und in Österreich sind wir auf Platz 1 der Album-Charts. Und ich bin zum ersten Mal überhaupt in den Schweizer Charts.

Haben Sie bestimmte Ziele?

Dame: Nicht unbedingt. Ich arbeite, spiele, und dann kommen schon wieder die Ideen fürs nächste Album. Das heißt: Ich mache, was mir taugt, und freu mich, wenn es super hinhaut.

Was es tut. In drei Jahren vier Alben zu machen, ist aber auch ein ganz schönes Stück Arbeit.

Dame: Es sind sogar mehr: vier Alben seit 2012, eine Soul-EP, Mixtapes und die Spiele-Lieder.

Vervollständigen Sie bitte den Satz: Es gibt wenige, die davon leben können …

Dame: … also muss man es nutzen, solange es geht. Ich selbst kann es manchmal nicht glauben, dass so viel geht. Und wenn ich ausgehe, hab ich meinen Frieden, weil ich eher der 08/15-Typ bin. Optimal.

Vielen Dank für das Gespräch.

Markus Deisenberger

 

Da das Konzert am 18. Dezember im Salzburger Rockhouse mittlerweile restlos ausverkauft ist und die Nachfrage eine immer noch große ist, findet am 17. Dezember eine Zusatzkonzert statt.

Fotos Dame (c) Lukas Oberholzer

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