Umfrage zur Einkommenssituation freischaffender Musiker*innen in Österreich 2025 – Ein Update zur Shadow-Study 2022

Drei Jahre nach Beginn der Fair-Pay-Strategie im Kunst- und Kulturbereich und zwei Jahre nach dem Ende der Pandemie nimmt eine neue Erhebung die wirtschaftliche Situation freischaffender Musiker*innen in Österreich unter die Lupe. Das Update zur 2022 veröffentlichten Shadow-Study der IGFM untersucht, was sich bei Einkommen, Beschäftigungsbedingungen und sozialer Absicherung verändert hat – und ob die kulturpolitischen Maßnahmen bislang tatsächlich Wirkung zeigen. Die Ergebnisse zeichnen ein weiterhin ernüchterndes Bild.

Im Juni 2025, drei Jahre dem Beginn der Umsetzung einer Fair Pay Strategie im Kunst- und Kulturbereich durch das BMKÖS und zwei Jahre nach Ende der Covid19 Pandemie, fand anknüpfend an die Shadow-Study der IGFM 2022 eine erneute Umfrage unter den freien Musikschaffenden Österreichs statt, deren Ergebnisse im vorliegenden Endbericht dargestellt werden.

Dieses Update zur Shadow-Study bietet die Möglichkeit, die Einkommenssituation nach Abklingen der pandemiebedingten Einschränkungen unter weitgehend normalisierten Rahmenbedingungen zu betrachten, nach Veränderungen im Vergleich zu 2022 zu suchen und eine erste potenzielle Wirkung der Fair-Pay-Strategie abzufragen. Neben der ursprünglichen Fokussierung auf den Verdienst gibt es in der Neuauflage zusätzliche Differenzierungen, die einen weiteren Aufschluss bezüglich der sozialen Situation freier Musikschaffender bieten sollen.

Aus den Ergebnissen der Befragung ergibt sich insgesamt das Bild eines Berufsfeldes, das durch hohe Arbeitsbelastung, hybride Erwerbsformen, unterschiedliche Beschäftigungsverhältnisse, Projektarbeit und strukturelle ökonomische Unsicherheit geprägt ist. Freie Musikschaffende in Österreich arbeiten nach wie vor vielfach unter Bedingungen, die ein hohes Maß an Flexibilität, Mobilität, unbezahlter Arbeitsstunden und Eigenorganisation erfordern, zugleich jedoch nur eingeschränkt finanzielle Stabilität und soziale Absicherung ermöglichen.

Die Einführung von Fair-Pay-Initiativen und Mindesthonorarempfehlungen zeigt zwar eine zunehmende kulturpolitische Sensibilisierung für diese Problemlagen, die Ergebnisse legen jedoch nahe, dass deren praktische Wirksamkeit bislang begrenzt bleibt. Zwischen der hohen Bekanntheit solcher Maßnahmen und ihrer tatsächlichen Durchsetzung im Berufsalltag besteht offenbar weiterhin eine deutliche Diskrepanz.

Umfrage zur Einkommenssituation freischaffender Musiker*innen in Österreich 2025
Ein Update zur Shadow-Study 2022

Erstellung, Durchführung und Auswertung:
Franziska Wallner – Universität Mozarteum/ Universität für Musik und darstellende Kunst Wien/ Interessensgemeinschaft freie Musikschaffende (IGFM)

Wissenschaftliche Begleitung:
Dagmar Abfalter – Institut für Kulturmanagement der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

In Zusammenarbeit mit:
Sabine Reiter und Antonia Grüner – mica – music austria
Eva-Maria Bauer – Österreichischer Musikrat
Interessensgemeinschaft freie Musikschaffende (IGFM)

  • Online-Umfrage
  • Erstellt in Zusammenarbeit mit mica – music austria, dem Österreichischen Musikrat, der IGFM (Interessengruppe freischaffender Musikschaffender) und dem IKM (mdw)
  • Teilnahme von 304 Musikern (301 gültige Fragebögen)
  • Schwerpunktthemen (Bezugsjahr 2024):
    • Beschäftigungsbedingungen
    • Einkommensquellen
    • Bezahlte und unbezahlte Arbeit
    • Einkommen/finanzielle Situation
    • Soziale Sicherheit

Link zum Update der Studie: https://pub.mdw.ac.at/pubmdw/publication/464ace0f-10de-4d6d-b244-3580a95b9ca5