Seit Oktober 2012 hat das Land Oberösterreich eine eigene Musiksammlung. Eingerichtet wurde sie in Räumen der Landeskulturdirektion. „Ziel der Musiksammlung des Landes Oberösterreich ist es, der Neuen Musik Gehör zu verschaffen“, sagt Landeshauptmann Pühringer. Diese Musiksammlung steht auf mehreren Säulen, zu denen ein Archiv oberösterreichischer Musikschaffender und durch das Land Oberösterreich geförderte Werke zählen. All das kann online in einer Datenbank abgefragt werden; die Website bietet darüber hinaus Konzertankündigungen und Informationen zu Ausschreibungen. Dazu ein paar Fragen von Norbert Trawöger an Konrad Fleischanderl, dem Koordinator und Motor der neuen Sammlung. Dazu ein paar Fragen an Konrad Fleischanderl, dem Koordinator und Motor der neuen Sammlung. Fleischanderl ist Leiter der Vokalakademie und Referent für Musikförderung des Landes Oberösterreich.
Wie kam es zur Gründung einer Musiksammlung?
Konrad Fleischanderl: Tatsächlich diskutiert man dieses Projekt seit zwanzig Jahren. Der Landeskulturbeirat war damit befasst. Die Aufbauarbeit in der ersten Zeit ist natürlich gewaltig, weil man unterschiedliche Menschen an Bord bringen und meinungsbildende Maßnahmen lostreten muss. Ich dachte, wir fangen trotzdem an und lernen unterwegs, sonst dauert es wieder zehn Jahre bis etwas passiert. Sogar der Prozess der Namensfindung war kein einfacher. Denn wenn man den Begriff Musiksammlung hört, denkt man sofort an alte, verstaubte Sachen. Es sollte aber genau das Gegenteil davon sein.
Welche Aufgaben will die Musiksammlung wahrnehmen?
Konrad Fleischanderl: Unter dem Dach der Musiksammlung finden sich das Anton-Bruckner-Institut, die Musikpädagogische Bibliothek des Musikschulwerks mit Unterrichts- und Aufführungsliteratur, das Volksliedarchiv und das Forum Zeitgenössisches Musikschaffen, dessen Archiv sich vornehmlich aus Werken speist, die das Land Oberösterreich. gefördert hat. Das Forum ist aber mehr als ein Archiv, sondern soll eine Art Drehscheibe für das zeitgenössische Musikschaffen sein. Es gibt eine Online-Datenbank mit Information zu den Komponistinnen und Komponisten, Werkbeschreibungen und dort soll man künftig auch Probeseiten der Partituren finden. Wir wollen zeigen, was es in unserem Bundesland gibt, es möglichst breitenwirksam öffentlich machen, aber vor allem auch eine Plattform für Austausch sein.
Unternimmt die Musiksammlung noch andere Anstrengungen?
Konrad Fleischanderl: Wir wollen und müssen nichts neu erfinden. Neben wissenschaftlichen Forschungen und Publikationen ist es ein Schwerpunkt Konzerte anzustoßen. Es gibt sechs offizielle Konzertreihen und über sechzig Musikveranstalter im Land, mit denen auch kooperiert werden soll. Für Komponisten ist es in erster Linie wichtig, gespielt zu werden – und das nicht nur einmal. Es gibt auch eine Reihe mit Porträt-CDs von heimischen Klangschöpfern.
Wie ist der Zugang zu der Musiksammlung?
Konrad Fleischanderl: So unbürokratisch wie möglich und nicht unbedingt an die Amtszeiten gebunden. Und mit keinerlei Verpflichtung, einem Verein beitreten zu müssen, um die Sammlung zu nutzen. Alle können sich beteiligen und sind eingeladen, Ideen beizusteuern. Wir wollen von- und miteinander lernen und die Sammlung lebendig weiterentwickeln.
http://www.diemusiksammlung.at