Für ein wahres musikalisches Feuerwerk sorgten die Tini Trampler & Die Dreckige Combo im vergangenen Jahr mit ihrem dritten Album “Eiscrème – Raspoutine”. Der Truppe rund um die extravagante und charismatische Sängerin ist abermals ein Stück Musik gelungen, das sich zu allen Seiten offen zeigt und an Stilvielfalt und Spielwitz kaum zu überbieten ist. Am 19. Dezember gastiert die siebenköpfige Combo im Salzburger Jazzit.
Jene, die Tini Trampler kennen, wissen, dass es sich bei ihr um eine Künstlerin handelt, für die herkömmliche Kunstbegrifflichkeiten nicht wirklich eine Bedeutung haben. Die Sängerin und Schauspielerin sieht sich selbst als eine Art Freigeist, der sich vehement weigert, sich irgendwelchen aktuellen Strömungen zu unterwerfen und in seinem Schaffen einen ganz eigenen Weg versucht zu beschreiten. In diesem Kontext sind auch die zahlreichen musikalischen Projekte der vielseitigen Künstlerin, wie eben auch jenes mit der Dreckigen Combo, zu verstehen.
Schon die ersten beiden Veröffentlichungen von Tini Trampler und ihrer Dreckigen Combo, „Declaracion amor a Mexico” und „Der Vogel“ standen ganz im Zeichen der stilistischen Vielfalt. Nach dem Motto „alles ist erlaubt“ bedienten sich die Sängerin und ihre KollegInnen Florian Kovacic (Cello, Keys), Philipp Moosbrugger (Bass), Jakob Kovacic (Schlagzeug), Maria Düchler (Akkordeon), Florian Wagner (Gitarre) und Stefan Ehgartner (Recording & Sound Engineering) dem reichen Fundes an Liedern verschiedenster Musikepochen, extrahierten deren besten Momente und fügten diese zu einer höchst eigenständig klingenden und ungemein verspielten Version von Weltmusik zusammen. So reichte die stilistische Bandbreite auf den ersten beiden Alben beginnend beim Berliner Chanson über die Klassik und slawische Volksmusik bis hin zum “Western Sound” des Italo Pop. Ein Stilmix, der wilder nicht sein konnte und den betont lockeren Umgang der Band mit dem Begriff Weltmusik unterstrich.
Nicht anders verhält es sich auf der aktuellen, inzwischen dritten Veröffentlichung „Eiscrème – Raspoutine”. Wie schon zuvor unternehmen Tini Trampler und die Dreckige Combo eine Erweiterung ihres musikalischen Spektrums. So finden in den neuen Stücken nun vermehrt auch Elemente des Swing, Funk, Country Ragtime und Ska Eingang. Insgesamt wirkt die Musik, die erstmals zur Gänze aus eigener Feder stammt, noch abwechslungsreicher und verspielter wie bisher. Die Sängerin und ihre band erschaffen irgendwo zwischen intensive Bässen, treibenden Beats undeinprägsamen Melodiebögen ihre ureigene und faszinierende Interpretation des Chansons.
Vor allem auf der Bühne findet die Musik der Truppe ihre volle Entfaltung. Dem Publikum bleibt dabei meist nichts anderes übrig, als sich von dieser Welle mitreißen zu lassen und das Tanzbein zu schwingen. (mt)
Die Dreckige Combo