Das kleine aber umso feinere Wiener Label Seayou Records feiert sein 5-jähriges Bestehen und würdigt diesen höchst erfreulichen Umstand mit einer kleinen Tour durch Österreich. Im Rahmen dieser bekommen die heimischen Musikfans die Gelegenheit, sich gleich mit den drei neuen heißesten Eisen aus dem eigenen Hause bekannt zu machen. Bei A Thousand Fuegos, Monsterheart und Die Eternias handelt es sich um im Moment noch, vielleicht nicht mehr allzu lange, als Geheimtipps gehandelte Formationen, die allesamt das Handwerk beherrschen, erstklassige Popsongs zu schreiben, welche einfach mitreißen und begeistern. Davon überzeugen kann man sich unter anderem am 23. September im Linzer Kapu.
A Thousand Fuegos ist in der heimischen Musikszene kein unbekannter Name mehr. Das Ein-Mann-Projekt von Matthias Peyker ist ein wunderbares Beispiel dafür, das in Sachen folkorientierten Akustikpop noch lange nicht alles gesagt ist. Was hier regiert, sind wunderbare Melodien, intelligentes, höchst anspruchsvolles Songwriting und dichteste Emotionalität. Insgesamt mag es der Wiener Liedermacher eher ruhig, richtig laut wird er in seinen sehr gefühlvollen, von seiner markanten Stimme getragenen und manchmal mit dezenten elektronischen Spielereien veredelten Songs eigentlich selten. Mit A Thousand Fuegos zeigt Matthias Peyker auf wunderbare Art und Weise, dass Popmusik nicht immer an der Oberfläche hängen bleiben muss und sehr wohl hohen Qualitätsansprüchen gerecht werden kann.
Ebenfalls solo unterwegs ist Anna Attar mit ihrem Projekt Monsterheart. Von sich reden machen konnte die vielschichtige und charismatische Musikerin Anna Attar vor wenigen Jahren als Frontfrau der überaus erfolgreichen Wiener Indie-Rock-Folk-Formation Go Die Big City. Nach deren Auflösung zog die Wienerin nach Berlin, wo sie schließlich auch den Entschluss fasste, es auf eigene Faust zu versuchen. Der Sound, den die Musikerin und Sängerin fabriziert, entspricht nicht wirklich herkömmlichen Mainstream-Definitionen, vielmehr erklingt dieser höchst eigenständig und erfrischend frech und lässt sich am treffendsten als noisiger Indie-Pop mit hohem Melodieanteil umschreiben.
Auch der dritte Act dieses hochinteressanten Packages offenbart in Sachen Songwriting höchste Qualität. Irgendwelche stilistische Grenzen kennen Die Eternias keine, lassen sie doch in ihren Songs unterschiedlichste Musikrichtungen ineinanderfließen. So bündelt der Vierer gekonnt und auf sehr erfrischende Weise Elemente des Postpunk mit solchen des Swing, Rhythm and Blues und des 60ies Rock’n Roll zu einem mitreißenden Ganzen. (mt)
Seayou Records Label Tour
23.9. Kapu, Linz
14.10. Freiraum, St. Pölten
11.11. PMK, Innsbruck