Release Radar: NESS, GREYSHADOW, BAMLAK WERNER, LELLA uvm.

Aktuelle Veröffentlichungen zusammengefasst von Marisa Carvalho de Matos und Michael Ternai. Der Release Radar ist eine Auswahl an Single Releases aus dem Bereich Pop/Rock/Elektronik made in Austria. Den Release Radar gibt es auch als Playlist auf Spotify.


NESS – „Fluchtinstinkt“ (VÖ: 5.6.2026 // Warner Music International)

Mit „Fluchtinstinkt“ schlägt NESS leisere Töne an und entfaltet gerade daraus eine besondere Wirkung. Getragen von einer zurückhaltenden Instrumentierung und einer dichten Atmosphäre entwickelt der Song eine berührende Intensität, die sich nicht aufdrängt, sondern langsam entfaltet. Zwischen Melancholie, Nachdenklichkeit und vorsichtiger Zuversicht zeichnet NESS das Bild eines Menschen, der den Mut findet, Nähe zuzulassen. Ihre Stimme steht dabei im Mittelpunkt und verleiht dem Stück eine spürbare Verletzlichkeit, die die Nummer weg von der Oberflächlichkeit in die Tiefe führt. Ein fein arrangierter Popsong, der seine Kraft aus der Ruhe und seinen emotionalen Nuancen bezieht.

NESS (Instagram) 

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Lella – „immer noch da“ (DOLPHIN DANCE // VÖ: 5.6.2026)

Wer hat es satt von der älteren Generation unterschätzt zu werden? Lella hat aus diesem Grund heraus eine muntere Sommer-Hymne „immer noch da“ veröffentlicht. Darin adressiert sie ironisch einige Klischees der Gen-Z, wie die große Liebe zu unserem Spiegel und unser einziges Hobby: sich zudröhnen. „Haben selber keinen Plan, leben lieber in den Tag“ ist Lellas achselzuckende Antwort darauf. Musikalisch erinnert das Lied mit seinem poppigen Beat und dem Ohrwurm-Refrain an einen 2015er Party Song. „immer noch da“ ist eine losgelöste, motivierende Hymne das Leben und Kommentare von anderen Menschen nicht so ernst zu nehmen! 

Lella (Instagram)

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Bamlak Werner – „Anna“ (VÖ: 5.6.2026)

Mit „ANNA“ zeigt Bamlak Werner eine Seite von sich, die in dieser Form überrascht. Die Kärntner Künstlerin verbindet einen treibenden Dance-Beat mit immer wieder auftauchenden volkstümlichen Einschüben, die dem Song zusätzliche Tiefe und Spannung verleihen. Aus diesen Kontrasten entwickelt sich eine vielschichtige Dynamik, die von einem eingängigen Refrain zusammengehalten wird. Inhaltlich kreist „Anna“ um Identität, Selbstbestimmung und das Recht, als die Person gesehen zu werden, die man ist. Ein kraftvoller, emotional aufgeladener Track, dessen Wirkung weit über den Moment hinausreicht.

Bamlak Werner (Instagram)

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Greyshadow – „Everglow“ (Greyshadow Records // 5.6.2026)

Mit „Everglow“ präsentiert Greyshadow einen Indie-Track, der Atmosphäre und Eingängigkeit gekonnt miteinander verbindet. Warme Synth-Flächen treffen auf ein markantes Gitarrenriff und pulsierende Rhythmen, aus denen sich ein dichter, stimmungsvoller Klangraum entwickelt. Der Refrain besitzt hohen Wiedererkennungswert und trägt eine feine Melancholie in sich, die den Song nachhaltig wirken lässt. Greyshadow zeigt sich dabei etwas kantiger als bisher, ohne die poppige Zugänglichkeit aus den Augen zu verlieren. Inhaltlich kreist „Everglow“ um das Gefühl des Verlorenseins und die Suche nach echter Verbindung. Ein Song mit Sogwirkung, der zum Eintauchen einlädt und lange nachhallt.

Greyshadow (Instagram)

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JANKA – „Mein Kopf will allein sein“ (Feber Wolle Records // VÖ: 29.05.2026)

Mit „Mein Kopf will allein sein“ zeigen JANKA erneut ihr Gespür für eingängiges und zugleich vielschichtiges Songwriting. Der Track bewegt sich auf einem entspannt fließenden Indie-Pop-Groove, der mit warmen Klangfarben, einer angenehmen Leichtigkeit und einem dezent melancholischen Unterton überzeugt. Die Melodie entfaltet ihre Wirkung unaufgeregt, bleibt aber nachhaltig im Ohr. Inhaltlich widmet sich die Band dem Spannungsfeld zwischen Nähe und Rückzug, zwischen dem Wunsch nach Verbundenheit und dem Bedürfnis nach Distanz. Gerade die Verbindung aus nachdenklicher Stimmung und lässigem Flow macht den Reiz des Songs aus. „Mein Kopf will allein sein“ schunkelt sich behutsam ins Herz und beweist einmal mehr, wie gekonnt JANKA Atmosphäre und Emotion in starke Popsongs übersetzen.

JANKA

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VIVIN – „DETHRONED“ (VIVINMusic // VÖ: 21.5.2026)

Synthetische Klänge ziehen einen von Anfang an in den Bann von VIVINs neuem Song „DETHRONED“. Spätestens wenn Hele und Ada einsteigen, tauscht der Song seine Mystik gegen eine anhaltende Spannung. Das dazugehörige Musikvideo ergibt mit der hinterfragenden Musik einen gesellschaftskritischen Touch. Man kann wahnsinnig viel in das Musikvideo hineininterpretieren, aber durch den Song bekommt auf jeden Fall mit, wie normal der Stress und der überdurchschnittliche Konsum in unserer Gesellschaft geworden sind. Der Song erzeugt durch die Kombination aus der wiederkehrenden Melodie und dem bedrohlich-wirkendem Gesang eine leichte Gänsehaut, wie bei einem Horrorfilm (im positiven Sinne).

VIVIN (Instagram)

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