
In einer Zeit in der allerorts über sinkende CD-Verkäufe gejammert wird, ist Simone Kopmajer im vergangenen Jahr in Thailand das Kunststück gelungen, wider dem weltweiten Trend sage und schreibe mehr als 10.000 Einheiten ihres 2011 erschienenen Albums „Nothing’s Gonna Change“ abzusetzen. Nicht nur, dass sich diese Zahl sehr imposant liest, landete sie mit ihrer Veröffentlichung dort auch an der Spitze der bestverkauften Jazzalben des Jahres. Ähnlich beeindruckend auch die Verkaufszahlen in Japan, wo die gebürtige Steirerin schon früher den Durchbruch geschafft hat.
Ihre Begeisterung und Liebe für die Musik entflammte schon in frühen Jahren. Mit acht begann sie zu singen, mit zwölf stand sie bereits in der Band ihres Vaters, der Musikschuldirektor in Bad Aussee und selbst ein großer Jazzfan war, als Sängerin auf der Bühne und mit sechzehn bewarb sie sich für das Studium Jazzgesang an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz, wo sie unter 60 BewerberInnen aufgrund ihres seltenen Talents als eine von zwei aufgenommen wurde. Während ihrer Ausbildungszeit erhielt sie Gelegenheit, mit einigen renommierten Größen wie Mark Murphy, Sheila Jordan, Michele Hendricks, Jay Clayton und den New York Voices zusammenzuarbeiten.
2000 debütierte sie in den USA und hinterließ aufgrund ihres bewundernswerten Auftretens bei nicht wenigen Experten und Kennern des zeitgenössischen Jazz einen bleibenden Eindruck. Simone Kopmajers Vorbilder waren die großen Stimmen des Jazz und des amerikanischen Showbusiness, wie etwa Ella Fitzgerald, Frank Sinatra und Jon Hendricks, wiewohl die gebürtige Steirerin im Laufe der Zeit sich mehr und mehr von diesen löste und zu ihrer ganz eigenen musikalischen Sprache fand.

Wie sehr diese Fähigkeit von Anfang an ausgeprägt war, zeigte sich bereits bei ihrem 2004 erschienenen und von Todd Barkan produzierten Erstlingswerk „Moonlight Serenade“, mit dem die ein Jahr davor übrigens auch mit dem Hans Koller Preis ausgezeichnete Sängerin vor allem in Japan einen beachtlichen Erfolg landen konnte. In Folge gelang es der heute 31-jährigen von einem Album zum nächsten – „Romance” erschien 2004, „Taking A Chance On Love” 2007 und “Let´s Fall In Love” 2008 – ihre Popularität weiter stetig zu steigern. Was lange leider fehlte war eine Veröffentlichung, die auch in Österreich erhältlich war. Diese folgte mit „Didn´t You Say” 2009, womit sich für die Sängerin, die bis dato bereits mit Stars wie George Mraz, Houston Person, Victor Lewis und James Genus zusammengearbeitet hat, die Tore, spät aber doch, auch hin zum heimischen Markt öffneten.
Der bislang wohl größte und erfolgreichste Wurf ihrer Karriere gelang Simone Kopmajer, die inzwischen auch eine Ausbildung als Gesangspädagogin abgeschlossen hat, 2011 mit dem fünften Album „Nothing’s Gonna Change“, das, wie bereits erwähnt, sie in ganz neuen Weltregionen, wie etwa in Thailand, wo sie im November beim international bedeutenden Chiang Mai Jazzfestival den Hauptact mimen wird, zu einem gefeierten Star hat werden lassen.
Wie es scheint, befindet sich Simone Kopmajer aktuell steil auf dem Weg nach oben. Mit der Fähigkeit, ihre eigene Musik immer wieder auf eine neue Ebene zu heben, darf angenommen werden, dass sich daran so schnell auch nichts ändern wird. Man darf also mehr als gespannt sein, wohin die Reise die Sängerin aus der Steiermark noch so überall hinführen wird. (mt)
Fotos © Teresa Rothwangl
http://simonekopmajer.com/