
Friedrich Guldas musikalische Tätigkeit war von einer ungemeinen Offenheit geprägt. So richtig in eine bestimmte Kategorie einordnen ließ sich der Pianist und Komponist nicht. Im Bereich des Jazz fühlte sich Gulda genauso beheimatet, wie in der Klassik. Man erinnere sich nur an seine legendäre Interpretation der Klaviersonaten Beethovens oder an die zahlreichen Konzerte mit Stars wie Jessye Norman, Chick Corea und Joe Zawinul. „Spiele jeden ob es um dein Leben ginge! Bei Klassik – bei Jazz – ganz egal!“ lautete das Credo des außergewöhnlichen Instrumentalisten. Und an dieses hielt er sich Zeit seines Lebens. Er pendelte zwischen E- und U-Musik, zwischen Mozart und Boogie, Mondscheinsonate und Swing. Stilistische Grenzen waren für ihn schlicht und einfach dafür da, überschreiten zu werden.
Friedrich Gulda war seit Beginn seiner Karriere in den späten vierziger Jahren auch als ein kritischer Freigeist bekannt, der sich nie ein Blatt vor den Mund genommen hat. Oftmals verweigerte der Pianist Ehrungen, womit er nicht selten die Veranstalter des Landes brüskierte. Sein Verhältnis gegenüber Vertretern der Hochkultur war generell stets von einer großen Distanz geprägt.
Im Rahmen von «Play Gulda Play» bekommt das Publikum die Gelegenheit, sich mit den unterschiedlichsten Schaffensbereichen und Facetten Guldas auseinanderzusetzen. Gespielt werden an diesem Abend ebenso Werke aus der Jazz- wie auch aus der Klassikperiode des Pianisten. Zu Gast sind neben den zwei langjährigen Wegbegleitern Günther Rabl und Limpe Fuch auch Martha Argerich, Sohn Paul Gulda, Martin Grubinger, Willi Resetarits, Agnes Heginger, Otto Schenk, das Wiener Kammerorchester, der Arnold Schoenberg Chor und Hans-Koller-Preisträger Harry Sokal.(mt)
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