Radio kann über den Erfolg musikalischer Karrieren mitentscheiden. Dennoch findet österreichische Musik gerade zu reichweitenstarken Sendezeiten nur begrenzt im Programm statt. Die Kampagne „Ohne Frequenz“ will das ändern und setzt sich für mehr Airplay und einen stärkeren heimischen Musikstandort ein. Bei einer Pressekonferenz am 22. Oktober im Wiener Filmquartier stellte Mitinitiator David Buder von the amp – Agentur zur Stärkung der österreichischen Musikbranche gemeinsam mit Nenda, Ina Regen, Ella Stern, Florian Ritt und Julian le Play die Initiative vor. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie österreichische Musik ein größeres Publikum erreichen kann.
Radio erreicht in Österreich täglich mehr als sechs Millionen Menschen und spielt eine zentrale Rolle dabei, welche Musik von Hörer:innen entdeckt wird. Dennoch ist österreichische Musik im Radio, insbesondere zu reichweitenstarken Sendezeiten, nur begrenzt präsent.
Mit der Kampagne #OhneFrequenz setzt sich ein Bündnis aus Institutionen, Interessenvertretungen, Musikwirtschaft und Musiker:innen für mehr Sichtbarkeit heimischer Musik und einen starken Musikstandort Österreich ein. Unter dem Motto „Ohne Frequenz – kein Hit“ macht die Initiative auf die Bedeutung von Radio für musikalische Karrieren, kulturelle Vielfalt und die heimische Wertschöpfung aufmerksam. Zudem lädt die Initiative Musiker:innen ein, sich zu beteiligen und gemeinsam zu formulieren, was sich für österreichische Musik verändern muss.
Österreich im europäischen Vergleich
Dass mehr heimische Musik im Radio möglich ist, zeigt der Blick nach Europa. Während für Ö3 eine freiwillige Selbstverpflichtung von 18 Prozent österreichischer Musik insgesamt und 15 Prozent in der Kernzeit gilt, liegen die Vorgaben bei vergleichbaren öffentlich-rechtlichen Programmen in anderen Ländern teils deutlich höher. NRK P3 in Norwegen erreicht 57 Prozent bei einer Mindestvorgabe von 40 Prozent, DR P3 in Dänemark 52 Prozent bei einer Vorgabe von 50 Prozent. Diese Beispiele verdeutlichen, dass eine stärkere Präsenz nationaler Musik im Radio auch in reichweitenstarken Programmen möglich ist.
Radio kann Karrieren verändern
„Ohne Radio wären wir nicht da, wo wir heute sind“, erklärt Gottfried Würcher von den Nockis.
Ina Regen betont: „Wer österreichische Musik will, muss sie auch spielen.“
Für Florian Ritt von folkshilfe ist klar: „Im Radio gespielt zu werden, kann eine Karriere verändern.“
NENDA unterstreicht die wirtschaftliche Bedeutung: „Radio ermöglicht Musiker:innen Reichweite und ein stabiles Einkommen.“
Airplay kann neue Hörer:innen erreichen und weitere Einnahmen durch Streaming, Konzertbesuche,
Ticketverkäufe und Rechteerlöse anstoßen. Aktuell fließen mehr als 80 Prozent der Radio-Tantiemen ins Ausland. Obwohl die bisherige ORF-Musik-Charta freiwillige Zielwerte für österreichische Musik vorsah, lässt sich deren Einhaltung insbesondere in reichweitenstarken Sendezeiten anhand öffentlicher Daten nicht verlässlich überprüfen. Damit bleibt viel Potenzial für österreichische Musik ungenutzt.

Gemeinsam Ziele entwickeln
#OhneFrequenz versteht sich als offener Prozess. Die Kampagne möchte möglichst viele Stimmen aus der österreichischen Musikszene zusammenbringen: Welche Veränderungen braucht es? Welche Bedeutung hat Radio für unterschiedliche musikalische Karrieren? Und wie kann österreichische Musik mehr Menschen erreichen?

Die gemeinsamen Ziele werden im Laufe der Kampagne zusammen mit den Musiker:innen entwickelt. Ihre Erfahrungen, Anliegen und Ideen bilden die Grundlage, um eine gemeinsame Perspektive für die Zukunft österreichischer Musik zu formulieren. Mit dabei sind bereits Hubert von Goisern, Gottfried Würcher (Nockis), Sassy Holzinger (ehem. SEER), Ella Stern, Yasmo, NENDA, Ina Regen, Florian Ritt (Folkshilfe), Julian Le Play, AVEC und Anna Buchegger. Den Höhepunkt wird die Kampagne zum World Radio Day am 13. Februar 2027 setzen.
Österreichische Musik braucht nicht nur gute Songs und kreative Musiker:innen, sondern auch die
Chance, gehört zu werden.
Über the amp
#OhneFrequenz wurde von the amp – Agentur zur Stärkung der österreichischen Musikbranche initiiert und konzipiert. the amp denkt Musikkommunikation strategisch und baut Brücken zwischen Musikschaffenden, Medien, Institutionen und Wirtschaft. Mit Kommunikations- und Advocacykampagnen macht die Agentur den Wert österreichischer Musik sichtbar und setzt sich gemeinsam mit Musiker:innen und relevanten Akteur:innen für eine nachhaltige und starke Musikwirtschaft ein.
Kontakt: contact@the-amp.at
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