NIKOLAJ EFENDI – „Temper“

NIKOLAJ EFENDI ist bekanntermaßen ein Mann mit vielen Talenten, der immer in der Lage ist, sich auf aufregende Weise neu zu erfinden. Was sich auch auf seinem neuen Album „Temper“ (dramatic pause), auf dem er einmal mehr in die Rolle eines Liedermachers mit einer besonderen musikalischen Gabe schlüpft, zeigt.

Nikolaj Efendi ist, so scheint es, erwachsen geworden, er ist gereift – persönlich wie auch musikalisch.  Zumindest kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, wirft man einen Blick auf sein bisheriges Schaffen. Glänzte der Kärntner Slowene und heute Wahlwiener in der Vergangenheit – vor allem mit seiner Band Roy de Roy – noch mit einem rebellischen Drang und einer punkigen Attitüde, so zeigt er sich auf seinem neuen Album als ein Künstler, der zwar inhaltlich weiterhin das Nachdenkliche und das Kritische zu Themen macht, seinen musikalischen Horizont aber deutlich erweitert und seinen Ausdruck über die Jahre hinweg mehr und mehr verfeinert hat.

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Was sich in Grunde genommen auf seinem Solodebüt „The Red Wine Conspiracy“ bereits angekündigt hat, findet auf „Temper“ nun eine seine Vollendung. NikolaJ Efendi, der nebenher auch Musik für diverse Theaterproduktionen komponiert und mit dem Album auch ein Buch mit dem Titel „Die Stadt, die uns das Feuer nahm“ veröffentlicht, ist im gediegenen, eleganten und kunstvoll verpackten Liedermacherpop/-rock, der in kurzen Momenten den Namen Leonard Cohen ins Gedächtnis ruft, angekommen.

Songs, die Atmosphäre entfalten

Cover “Temper”

Die den Sound seiner vergangenen Projekte eigentlich immer bestimmende stilistische Vielfalt, das bunte und hochenergetische musikalische Feuerwerk ist in seinem Soloprojekt einem Weniger-von-allem gewichen, einer Fokussierung auf das Wesentliche, die auf wunderbare Weise stimmungsvolle Räume öffnet. Nikolaj Efendis Nummern bewegen, sie entfalten Atmosphäre, manchmal tun sie das auf eine melancholische, manchmal auf eine dunkle und düstere Art. Aber es ist nicht nur die Schwermut, die das Geschehen bestimmt. Da und dort schimmert immer wieder auch das Schöne und Gefühlvolle durch, ein Lichtstrahl der Hoffnung, der versöhnt und einen auf wunderbare Weise zum Träumen einlädt.

Nikolaj Efendi unterstreicht mit „Temper“ auf jeden Fall einmal mehr seine herausragenden songwriterischen Qualitäten. Er weiß einfach, wie man mit Musik verführt und sie zu einem nachhaltig packenden Erlebnis werden lässt, an dem man sich einfach nicht satthören kann.

Michael Ternai

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