Der erst 16-jährige OSKAR HAAG hat sich in relativ kurzer Zeit einen großen Namen auf Österreichs Bühnen gemacht: In seinem Jugendzimmer komponiert und textet er eigenständig Songs, die unter anderem am Wiener Popfest im Sommer 2021 für Begeisterung gesorgt haben. Warum er aus seiner Heimat Kärnten so bald wie möglich weg möchte, welche Pläne er für die Zeit nach der Matura hat und welche Rolle seine Eltern auf seinem beruflichen Weg spielen, hat der Sänger im Gespräch mit Katharina Reiffenstuhl erzählt.
Du bist ja noch sehr jung, gehst auch noch zur Schule. Ist das sehr schwierig für dich, da Musik und Schule unter einen Hut zu bekommen?
Oskar Haag: Ja. Es ist recht schwierig, vor allem, weil mir die Musik um einiges wichtiger ist. Die Schule kommt sehr oft zu kurz bei dem Ganzen. Wenn ich heimkomme, spiele ich lieber Gitarre, anstatt Hausaufgaben zu machen. Das ist ein bisschen ein Problem. (lacht) Aber das kriegt man schon alles irgendwie hin.
Hast du dann vor, nach der Matura in eine größere Stadt zu ziehen, wo man mit der Musik eventuell auch ein paar mehr Möglichkeiten hat? Aktuell lebst du ja noch in Klagenfurt.
Oskar Haag: Absolut, also ich kann es gar nicht erwarten, wegzuziehen. Klagenfurt ist eh schön, vor allem im Sommer am Wörthersee. Das ist immer die Top 1 – Ausrede in Klagenfurt, was gut ist, ist der Wörthersee. Aber allzu viel zu bieten hat mir die Stadt sonst nicht. Ich bin auch irre viel in Wien und jedes Mal, wenn ich wieder zurückzufahre mit dem Zug, denke ich mir “Ach, ich würde jetzt eigentlich schon gerne einfach dortbleiben.” Also Wien und Berlin sind so meine Top-Städte, aber es wird wahrscheinlich dann Wien werden.
„ICH WOLLTE URSPRÜNGLICH IMMER KOCH WERDEN“
War das Singen eigentlich immer schon dein Traumberuf, seit du klein bist?
Oskar Haag: Mein Traumberuf als Kind war eigentlich ein ganz anderer. Ich wollte ursprünglich immer Koch werden. Ich koche auch immer noch echt gerne. Sänger war also eigentlich nie so der Traumberuf. Natürlich, diese Traumvorstellung gibt es immer, wie Profifußballer und sowas. Aber als realistischen Jobwunsch habe ich als Kind immer Koch gesehen. Ich habe aber eben trotzdem immer gern gesungen. Jetzt hat sich das inzwischen einfach so entwickelt, dass das mein Traum ist.
Also der Koch steht nicht mehr im Raum?
Oskar Haag: Der Koch steht nicht mehr im Raum, nein. (lacht) Aber ich koche immer noch gern zuhause.
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Ein vermutlich wichtiges Ereignis für dich war ja das Popfest in Wien, wo dein erster großer Auftritt war. Wie hast du den in Erinnerung?
Oskar Haag: Ich tu mir immer sehr schwer, das zu beschreiben. Das war so alles so surreal für mich. Davor habe ich nur vor Familie oder so gespielt, und nie bei irgendeinem offiziellen Konzert, das war das erste und das war einfach voll arg. Es ist auch echt gut gelaufen und ich habe danach sehr gutes Feedback gekriegt. Auch das Spielen selbst, auf der Bühne dort zu sein und vor den ganzen Leuten Musik zu machen, das hat sich alles nicht so richtig echt angefühlt. Aber es war ein unglaublich schönes Gefühl.
Wirst du diesen Sommer auch was spielen?
Oskar Haag: Auf jeden Fall, es fängt wahrscheinlich im Frühling an und dann im Sommer werde ich viele Konzerte spielen, auf Festivals und so weiter. Da freue ich mich schon richtig.
Nur in Österreich oder auch im Ausland?
Oskar Haag: In Österreich viel, in Deutschland auch. Es sind vielleicht ein paar Sachen in der deutschsprachigen Schweiz auch geplant, da ist noch nichts fix.
Hast du dir die Instrumente, die du spielst, und auch den Umgang mit Mixing-Programmen eigentlich selbst beigebracht?
Oskar Haag: Bei den Instrumenten hat mir die allerersten Basics mein Vater beigebracht. Auch bei den Musikprogrammen hat er mir gezeigt, wie das prinzipiell funktioniert. Den Rest habe ich mir dann einfach durch jeden Tag etwas machen und irgendwie ausprobieren selbst beigebracht.
„ES IST AUCH EINFACH EIN GLÜCK, JEMANDEN ALS VATER ZU HABEN, DER DAS SEIN GANZES LEBEN LANG SCHON GEMACHT HAT“
Dein Vater ist ja auch Musiker. Gibt es irgendwelche Dinge, die er dir da mitgegeben hat auf deinen Karriereweg, abgesehen vom Erlernen der Instrumente?
Oskar Haag: Auf jeden Fall. Er ist ja noch immer ganz nah an dem allen dran und ganz dahinter. Er erklärt mir immer alles, wie das ganze Business ausschaut, auf was man achten muss. Er ist immer eine Unterstützung und es ist auch einfach ein Glück, jemanden als Vater zu haben, der das sein ganzes Leben lang schon gemacht hat. Das ist echt eine zusätzliche Chance für mich. Auch meine Mutter, die ist auch künstlerisch tätig. Nicht in der Musik, aber als Kostüm- und Maskenbildnerin. Was auch etwas Besonderes ist, da kriege ich auch ein paar Sachen mit, die mir definitiv weiterhelfen.

Also hat das schon irgendwo mit dem Werdegang deiner Eltern zu tun, dass du jetzt Sänger werden möchtest?
Oskar Haag: Absolut. Mit zwei Künstlern im Haus bin ich viel mit Kunst und Musik aufgewachsen, ich kenne das, seit ich ganz klein bin. Das hat dann logischerweise einen großen Einfluss. Man hat das dann vor der Nase und sieht auch “Ah okay, so schaut das aus, wenn jemand das wirklich professionell macht und auch davon leben kann.” Davon haben ja viele andere Kinder gar keine Vorstellung, wie das so ist.
Ist es für dich manchmal eigenartig, dass du ein ganz anderes Leben führst als vermutlich die meisten deiner MitschülerInnen?
Oskar Haag: Ja, ein bisschen eigenartig. Aber gut eigenartig. (lacht) Ich freue mich da eigentlich ziemlich darüber, weil es mein Plan ist, mein ganzes Leben lang Musik zu machen. Beziehungsweise einfach immer das, auf das ich Lust habe. Sonst sehe ich keinen anderen Sinn hinter all dem. Es fühlt sich manchmal ein bisschen seltsam an, wenn ich mir so meine Freunde anschaue, die gleich alt sind wie, bei denen das jetzt aber noch nicht so hoch geht. Ich muss ja auch oft auf Partys und so verzichten, weil ich irgendwo hinfahren muss und Termine habe. Aber das finde ich alles nicht so schlimm. Hat ja auch ein paar Vorteile, ich habe öfters schulfrei wegen irgendwelchen Terminen. Ich gehe auf eine Schule, wo es auch einen Kunst- und Musikzweig gibt. Wahrscheinlich haben genau deswegen die Lehrer und die Direktion mehr Verständnis dafür.
„IM ENDEFFEKT MÖCHTE ICH EINFACH, DASS ICH VON MEINER MUSIK UND DEM SCHAUSPIEL, UND WAS DA EBEN SO DAZUGEHÖRT, LEBEN KANN“
Wenn du dann wegziehst nach der Matura, nach Wien oder Berlin, was ist dann dort dein weiterer Plan?
Oskar Haag: Es gibt so ein paar Pläne, was dann wirklich passieren wird, weiß ich nicht. Was cool wäre, wäre eine Schauspielschule bzw. ein Schauspielstudium. Aber da muss man dann halt schauen, ob sich das zeitlich ausgeht, weil da wird dann schon sehr viel los sein. Im Endeffekt möchte ich einfach, dass ich von meiner Musik und dem Schauspiel, und was da ebenso dazugehört, leben kann.
Hast du schon irgendwelche Erfahrungen als Schauspieler gemacht?
Oskar Haag: Ja, ich habe schon als Kind immer Theater gespielt, so kleinere Dinge. Ich bin durch meine Eltern auch immer an sowas rangekommen, wenn sie irgendein Kind gebraucht haben und so. Letztes Jahr im Sommer habe ich ein Stück in Kärnten gespielt, jetzt gerade bin ich wieder am Stadttheater Klagenfurt wo dabei und habe auch zwei Filmdrehtage Ende letzten Jahres gehabt. Eine ganz kleine Rolle im neuen Elisabeth Scharang – Film. Jetzt habe ich auch wieder eine kleine Rolle für einen Film bekommen, auf die ich mich sehr freue.
Könntest du dir auch vorstellen, mal bei Musicals mitzumachen – also Musik und Schauspiel zu verbinden?
Oskar Haag: Kommt darauf an. Schon irgendwie, aber nicht diese ganz klassischen Musicals, wie man sie sich jetzt vielleicht vorstellt. Aber an sich wäre das schon ziemlich cool, wenn man das irgendwie verbinden könnte auf der Bühne.
Danke dir für das Interview!
Katharina Reiffenstuhl
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