Limina Festival – Contemporary Music Festival Salzburg 2025

Das Institut für Neue Musik und das Studio für Elektronische Musik an der Universität Mozarteum in Salzburg laden zwischen 26. und 28. November zum „LIMINA – CONTEMPORARY MUSIC FESTIVAL SALZBURG ein.

Das jährlich stattfindende Festival LIMINA – vormals Crossroads – des Instituts für Neue Musik an der Universität Mozarteum Salzburg versteht sich als internationale Plattform für zeitgenössische Musik und musikalischen Austausch. Es fördert die Zusammenarbeit zwischen Komponist:innen und Studierenden aus verschiedenen Ländern und schafft wertvolle Netzwerke für junge Musiker:innen. Ausgewählte Kompositionsstudierende entwickeln und präsentieren in Salzburg ihre Werke, nehmen an Vorträgen teil und treten in Dialog mit Studierenden des Mozarteums. Ergänzt wird das Festival durch Konzerte, Sonderproduktionen und gesellschaftliche Veranstaltungen, die den interkulturellen Austausch vertiefen.


26.11.2025


RAUMKLANG – ORGAN PROJECT MOZARTEUM COMPOSERS
18:00–19:30 Uhr
Dom zu Salzburg
Domplatz 1a, 5020 Salzburg

Sieben Uraufführungen erkunden mit den vier Pfeilerorgeln im Kuppelbereich die Raumakustik des Salzburger Domes. Die besonderen Möglichkeiten der vier nach historischen Vorbildern gebauten Orgeln verbinden dabei mit neu komponierter Musik die große Tradition des Ortes mit ungewöhnlichen, der Gegenwärtigkeit verpflichteten Kombinationen und Texturen. Das Projekt wird vom Departement I der Universität Mozarteum und dem Festival Limina veranstaltet.

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Programm – Teil 1

Yannai Schrire: Ouroboros
Amélie Undine Schmidt: CORPUS CALLOSUM
Johannes Brömmel: 2
Hugo Daouk: DAS GROSSE FIEPEN

Mitwirkende:
Susanne Kujala (Heilig Geist-Orgel), Maximilian Schnaus (Hof-Orgel), Wolfgang Kogert (Renaissance-Orgel), Ghislain Leroy (Venezianische-Orgel)

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Programm – Teil 2

Tim Lugstein: an Orguement
Matthias Brandt: Atemhunger
Samuele G. Ferrari: when

Mitwirkende:  Ghislain Leroy (Heilig Geist-Orgel), Wolfgang Kogert (Hof-Orgel), Maximilian Schnaus (Renaissance-Orgel), Susanne Kujala (Venezianische-Orgel)


27.11.2025


Vortrag Johannes Kreidler (DE)
Self-Sounders
11:00 – 12:00
Universität Mozarteum
Mirabellplatz 1, 5020 Salzburg

Instrumente, die sich selbst spielen; ein Klang, dessen Welle im Raum materialisiert bleibt; Wind als komponiertes Subjekt, die Aura der Donnerbleche im Sturm. Installierte Musik, ihre motorisierten Erzeuger, Idiophone = Selbstklinger, Physik als Ästhetik – gegen eine wissenschaftsfeindliche Welt.

Von der Idee zur Hardware, vom Werkzeug zum Gegenüber – hin zu einer Vitalität der Materie, ermöglicht durch »Kunst«, Bio-Algorithmen, konfrontativ, schön erbarmungslos wie die Natur selbst, die jenseits der Kipppunkte zurückschreit.

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Konzert NAMES
20 Uhr
Solitär
Mirabellplatz 1, 5020 Salzburg

Werke von:
Parham Behzad, Giovanni Falascone, Aurélie Ferrière, Ynyr Pritchard

Mitwirkende:
Marina Iglesias (Flöten), Alexander Bauer (E-Orgel, Keyboards), Matthias Leboucher (Klavier, Keyboards), Marco Döttlinger (Elektronik)


28.11.2025


Vortrag Katarina Gryvul (UA)
11:00 – 12:00
Universität Mozarteum
Mirabellplatz 1, 5020 Salzburg

Holophonie: Der ganzheitliche Klang des Timbres

Diese Präsentation untersucht den holophonen Ansatz des Komponierens, wie ihn Panayiotis Kokoras entwickelt hat. Dabei werden mehrere Klangereignisse zu einer integrierten, wahrnehmbaren Einheit verschmolzen.

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Vortrag Anda Kryeziu (XK)
12:00 – 13:00
Universität Mozarteum
Mirabellplatz 1, 5020 Salzburg

Komponieren in multilayer-Strukturen

In diesem Vortrag präsentiere ich einige meiner wichtigsten Werke, die intermedial angelegt sind und das Komponieren in mehreren, eng miteinander verflochtenen medialen Schichten einbeziehen. Neben meinen instrumentalen und elektroakustischen Kompositionstechniken spielen Aspekte wie Räumlichkeit, skulpturale Objekte mit sowohl visueller als auch klangprojizierender Funktion, Licht und Video eine zentrale Rolle. Die Mehrschichtigkeit beschreibt zugleich meine Arbeitsweise mit Klängen – wie ich Texturen aus akustisch-instrumentalem und elektroakustischem Material aufbaue. Von der Idee über Instrumentation und Realisation bis hin zum Prozess gebe ich Einblicke in meine Herangehensweise an intermediale Werke, Opern und Ensemblekompositionen.

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Vortrag Luxa M. Schüttler (DE)
14:00 – 15:00
Universität Mozarteum
Mirabellplatz 1, 5020 Salzburg

Über Heterosonie

In den vergangenen sechzig Jahren haben die technischen Möglichkeiten der Studioarbeit nicht nur das Hören von Musik verändert, sondern auch gigantische Referenzsysteme „sonischer“ Zeichen hervorgebracht. Diese klangliche Vielfalt, die insbesondere in den zahllosen (Sub-)Genres der populären Musik entstanden ist, spielt in meinen Kompositionen eine immer wichtigere Rolle – weniger in Form einzelner Zitate oder redundanter Kopien von Popmusikmodellen, sondern als Anhäufung möglichst vielfältiger klanglicher Partikel. Diese kompositorische Technik nenne ich „Heterosonie“.

Mein Hauptinteresse liegt darin, Eindeutigkeit durch eine Überlagerung unterschiedlichster klanglicher Zustände zu verschleiern. Die daraus entstehende klangliche und strukturelle Fragmentierung meiner Musik zielt auf ein sinnliches Erleben von Vielfalt – nicht als existenzielle Äußerung eines Individuums, sondern als geteilte Existenz in unverfälschter Vielheit.

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Katarina Gryvul – Sweet Spot
20 Uhr
Solitär
Mirabellplatz 1, 5020 Salzburg

Werke von:
Katarina Gryvul, Boris Loginov, Daniel Puerto, Mahak Sadeghzadehpishjari, Joan Tan, Unai Urkola Etxabe


Links:
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Mozarteum