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KENTRIX– „Blue Light District“

Der Innsbrucker Musiker und Produzent KENTRIX veröffentlicht am 14. Oktober 2016 sein Debütalbum „Blue Light District“ (DuzzDownSan Records). Das ist das erste eigene Album, das der Studiobetreiber und Recording-, Mixing- und Mastering-Engineer veröffentlicht.

Kenneth Winkler aka Kentrix veröffentlicht nicht nur bald ein Album, sondern auch die von ihm produzierte Kammeroper „Totentanz“ wird Anfang 2017 uraufgeführt. Denn der junge Innsbrucker ist nicht nur Musiker: Er war fünf Jahre lang als Tontechniker am Theater, hat sein eigenes Tonstudio, setzt in seinem Studio die Produktionen anderer MusikerInnen um und produziert seit seiner Einladung zum Red Bull Music Academy Bass Camp 2013 für das Tiroler Landestheater Bühnenmusik für Schauspiel und Tanz. Seine eigene Musik ist eine Mischung aus Elektronik, Bühnenmusik und Hip-Hop – was logisch ist, denn Kentrix ist in diesem Genre tief verwurzelt.

Schokolade für die Ohren

Es ist nicht einfach, die Musik von Kentrix zu beschreiben – sie ist perfekt produziert und elektronisch, aber trotzdem voller Leben und Abwechslung. Der Beat ist öfter im Hip-Hop-Stil, manchmal grenzt er an Techno und die Synths wandeln von Track zu Track wie ein Chamäleon: Sie nehmen jegliche Farbe an. Man hört die Tracks nicht wie ein normales Lied, sondern eher wie ein Kunstwerk, das die Ohren bereichert. Die Harmonien ecken nicht an, sie stimmen perfekt mit allem überein, obwohl sie manchmal ungewöhnlich sind. So zum Beispiel im ersten Song „Deadland“, der voller schwerfälliger Kraft ist. Eine weibliche Stimme fungiert als Stimmungsmacher ebenso wie als weiterer Melodienträger, während sich die Synths verwirren, entwirren und parallel schwingen. Die Nummer drei des Albums erinnert besonders an eine Bühnenproduktion, da sowohl Sprache als auch Operngesang benutzt wird. Der teils stockende, teils fließende Bass bringt Spannung in den Track, der Operngesang verleiht der Stimmung Eleganz.

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Einer der ruhigsten Songs auf dem Album ist „Unicorn – Chapter One“, es gibt darauf keinen Bass und keine Drums, nur xylofonartige Synths und eine leise Hintergrundmelodie. Insgesamt hat diese Stille eine fast magische Wirkung. Auf eine andere Art und Weise ruhig ist „Dubaturio“, die Drums sind zwar aufgewühlt und auch die Melodie ist teils etwas aufgeregt, aber irgendwie hat Kentrix es geschafft, eine ruhige Atmosphäre herauszuarbeiten. Gegen Ende des Albums wird die Stimmung wieder flotter, wobei eine coole Gelassenheit beibehalten wird. „Autumn in N.Y.“ ist lässig, mit starkem Bass, 8-Bit-artigem Synth und Hip-Hop-Drums. Für alle Elektronik-LiebhaberInnen ist dieses Album ein Muss, aber auch für alle anderen, die ihre Ohren mit perfekt konstruierter Musik beglücken wollen, ist es genau das Richtige. Ob Theater oder Tonstudio – Kentrix sollte auf jeden Fall auch weiterhin seine eigenen Lieder veröffentlichen.

Antonia Seierl

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DuzzDownSan Records