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„Musik ist mittlerweile zum unwichtigsten Teil von Popkultur degradiert worden“ – HARALD „HUCKEY“ RENNER (TEXTA) im mica-Interview

Mit „Nichts dagegen, aber“, ihrem mittlerweile siebten Studioalbum, erweist sich die Linzer Hip-Hop-Crew TEXTA erneut als wortgewandte Antwort auf allzu viel Gemütlichkeit innerhalb der heimischen Musikszene. Getragen von ausgewählten Samples aus der österreichischen Pop- und Undergroundkultur der letzten 50 Jahre stehen sie dabei exemplarisch für ein ebenso selbstreflexives wie nie und nimmer allwissendes Nichteinverstandensein mit aktuellen Zuständen. Didi Neidhart sprach mit HARALD „HUCKEY“ RENNER von TEXTA unter anderem über Crowdfunding, Austropop versus Austrian Underground, melancholische Zustände und „Austrian Soul Music“.

Das neue Album wurde mittels Crowdfunding finanziert. Wie sind Sie darauf gekommen und welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht? Und würden Sie das in dieser Form erneut machen?

Harald Renner: Es gab ein auslösendes Moment: Da uns der Österreichische Musikfonds nicht mehr unterstützen wollte, Amazon den SKE-Fonds bedrohte und das Kulturamt der Stadt Linz die Tonträgerförderung eingestellt hat, lag eben als quasi letzte Möglichkeit die Idee nahe, es mit Crowdfunding zu versuchen. Wir lernten die Plattform wemakeit kennen, mithilfe derer wir es dann auch durchgezogen haben. Und das hat sehr gut geklappt. Anhand der Reaktion der Medien und im Internet fragt man sich zwar, ob das Album selbst wohl so viel Resonanz erzielen kann wie die Crowdfunding-Aktion dafür – im Sinne von „What‘s the worth of music“ –, aber es ist natürlich schon toll, wenn man dank der großzügigen Unterstützerinnen und Unterstützer die Finanzierung halbwegs hinkriegt.
Es ist beschämend und es kann niemandem gefallen, dass die öffentlichen Förderungen praktisch darniederliegen und man quasi gezwungen wird, private Unterstützung zu lancieren. Aber ich würde das erneut machen, ich kann es trotzdem in diesem Sinne durchaus weiterempfehlen.

Den Titel „Nichts dagegen, aber“ bezeichnen Sie in den Liner Notes als „hingerotztes Pseudostatement“, welches „symptomatisch als Reaktion auf beinahe alles im österreichischem Kulturkreis“ sei. Gab es eine Dringlichkeit, sich jetzt dieser ja nicht gerade neuen Thematik zu widmen?

Harald Renner: Vielleicht unterbewusst. Aber es hat sich trotzdem mehr zufällig entwickelt. Wenn man nämlich den neuen Austropop-Hype – Wanda, Bilderbuch – gekreuzt mit der politischen Situation im Land und der hilflosen Reaktion darauf – siehe Ernst Molden und Der Nino aus Wien mit „Unser Österreich“ – und gepaart mit der für mich wiederum relevantesten Aktion beziehungsweise Vorgangsweise beziehungsweise Künstlerin Conchita ansieht, windet sich eine eigene Interpretation zum Thema heraus. Und genau so war es. Apropos Conchita: Wir hatten eine Zusammenarbeit mit ihr zugesagt bekommen – es ging um einen Refrain – und hatten auch schon einen Studiotermin ausgemacht, nur die allmächtige Majorplattenfirma Sony befand, das passe nicht zur Person Conchita und bedingte somit eine Absage. So viel zur Offenheit, zur Innovationskraft und zu fortschrittlichem Denken in der österreichischen Musikindustrie. Da geht gar nichts mehr! Stecken gebliebene Verhinderer sind das. Unser Sony-Werbe-Catchphrase-Tipp wäre: „Ihr schafft das SO NIE!“ Wir hätten uns sehr gefreut …

„Es gibt keine Lösung für eine indoktrinierte Grundhaltung, nur ein Arbeiten damit.“

Sehen sich Texta in diesem Zusammenhang eher als Teil der Lösung des Problems „Pseudostatement“ oder ist das dann doch nicht ganz so einfach? Immerhin sind Sie ja auch durch diesen „österreichischen Kulturkreis“ mitgeprägt worden.

Harald Renner: Es gibt keine Lösung für eine indoktrinierte Grundhaltung, nur ein Arbeiten damit. Zusammenhängend wundert mich, dass uns bis jetzt kein Tocotronic-Biting vorgeworfen wurde, da „Nichts dagegen, aber“ durchaus als das Ösi-Nonäquivalent zum deutschen „Es ist egal, aber“ interpretiert werden kann. Was dem Ösi sein „E nix dagegen, aber“ ist, ist dem Deutschen sein vordergründig gelogenes „Es ist egal, aber“, was „Das gehört schon richtig gemacht“ impliziert. So viel zum Kulturkreis …

Wie ist es zum musikalischen Konzept gekommen, bei den Tracks fast nur Samples von österreichischen Acts zu verwenden?

Harald Renner: Diese Idee ist einfach plötzlich im Raum gestanden, weil der Flip [Philipp Kroll; Anm.] schon Beats mit österreichischen Samples gehabt hat – zum Beispiel „Alpenrap“ der EAV für einen Dope-Beat-Contest.
Dann haben wir gedacht: „Dieses Dogma geben wir uns. Wir ziehen das durch.“ Wichtig war auch, dass es ein Trip durch die Jahrzehnte wird. Von den 60er-Jahren bis heute.

Ist das auch eine Reaktion auf den Austropop-Hype der letzten Jahre, der sich im Grunde genommen auch wieder nur auf die üblichen Mainstream-Verdächtigen – Falco, Ambros etc. – bezieht und heimische Underground- beziehungsweise Subkultur-Bezüge fast völlig außen vor lässt? Sie sprechen hingegen von einem „Ehrerbietungsbeitrag zur Vielfalt der Musik und (Sub-)Kultur des Landes“. Ist dieses Deep-Diggen-Hip-Hop spezifisch oder würden Texta das auch als „Rockband“ machen?

Harald Renner: Noch mal: Es gibt für uns kein Retro-Austropop-Feeling auf dem Album. Das ist auch nach außen hin nicht spürbar, denke ich. Es ist für mich mehr ein Blick zurück – oft auch im Zorn – und allenfalls ein Weg, um aus Scheiße Gold zu machen. Plus: Eben der Versuch, Subkultur beziehungsweise Underground bewusst einzubeziehen und in ein schönes Licht zu stellen. Die Sache mit dem Ehrerbietungsbeitrag ist ehrlich gemeint. Als Rockband könnte man das schon auch hinbringen. Man müsste es aber natürlich ganz anders angehen.

Die gesampelten Acts spiegeln eine Vielfalt wider, die scheinbar keine Genregrenzen und Berührungsängste kennt. Mit dabei sind unter anderem Ludwig Hirsch, Michael Heltau, die Linzer Prog-Rock-Urväter Eela Craig, Attwenger, Die Bambis, Weather Report, Valina, Wipe Out und die Tiroler Prog-Rock-Band Klockwerk Orange. Wie ist es zu dieser Auswahl gekommen?

Harald Renner: Wohl eine Mischung aus einfach prinzipiell nach geilen Samples diggen und gleichzeitig auf Historisches, Herkunft und Attitude Wert legen und achtgeben. Wichtig: Nicht nur die alte Soul- und Funkkiste bemühen – da gäbe es aber auch genug –, sondern auch das Untypische heranziehen! Der Rest ist eine Soundfrage, die Flip als Producer wie immer souverän gemeistert hat. Fett, zeitgemäß und mit eigenem Stempel. Texta-Streitereien inklusive …

Man kann etwas lustig machen oder sich über etwas lustig machen.“

Im Track „Alpenraps“ setzen Sie sich mit Hip-Hop, Rap und den Alpen – vulgo Österreich – auseinander. Also auch mit der eigenen Band-Geschichte. Grundlage ist ein Sample des EAV-Songs „Alpenrap“, den Sie selbst als „Rapverarsche“ bezeichnen. Geht es hierbei auch um eine quasi österreichische Eigenart, bei der Popmusik-Importe zuerst eher in Form von Kabarett und Kleinkunst adaptiert werden? Die ersten heimischen Rock-’n’-Roll-Songs waren ja auch die Bronner/Qualtinger-Hits „Der g’schupfte Ferdl“, „Der Halbwilde“ und „Der Bundesbahnblues“.

Harald Renner: Es ist wohl so, dass zuerst das „Lustige“ herhalten muss. Vielleicht um vorzufühlen, ob da etwas dahintersteckt, was funktionieren könnte. Oder es wird – Variante zwei – sowieso gleich eine neu gewonnene Subkultur unschönst diskreditiert und missverstanden, inklusive rassistischer Verhaltensweise. „Wer is‘n dea Neger?“, sagte Falco beim Treffen mit Afrika Bambaataa in New York laut Überlieferung. Was für ein Dummkopf. Verächtlicher kann man einer Kultur nicht begegnen, bei gleichzeitiger Künstler und Menschenmissachtung. Eine österreichische Attitude? Anscheinend schon. Und der „Alpenrap“ der EAV ist tatsächlich hassenswert. Man kann etwas lustig machen oder sich über etwas lustig machen. Danke, ich verarsch mich lieber selber.

Das Thema „Übersetzung“ spielt ja auch beim Track „Das Game“ eine Rolle, wo Sie den von Michael Heltau gesungenen und von Werner Schneyder aus dem Englischen übersetzten Song „Wie heißt denn das bei uns“ gesampelt haben und es um die „Unübersetztbarkeit mancher englischen Wörter“ geht, die dann in Form von „Anglizismen aus Worten“ bei uns „so nicht worken“. Wieso eigentlich nicht? Ist das nicht auch eine coole Mischmasch-Sprache oder geht es eher darum, dass die schönen Ambivalenzen des Englischen plötzlich zu einer Schwammigkeit werden, die dann eben auch nichts mehr zu sagen hat?

Harald Renner: Super Frage. Es geht prinzipiell nicht um die Furcht vor Anglizismen, sondern um die Häufigkeit der Verwendung derselben, die die genannte Schwammigkeit verursachen kann. Und ja, sie worken eh, die Anglizismen, aber eben deshalb braucht‘s auch gar keine Übersetzungsversuche. Das soll in dem Song aufgezeigt werden. Besonders die Jugend übernimmt ja so was sehr unreflektiert. Das ist gut und schlecht. Könnte mich schon amüsieren über die Idee, dass man so was wie ein neues Esperanto entstehen lassen kann. Das wird’s zwar nicht spielen, aber – nicht nur – englische Worte als zusätzliche Projektionsfläche: Wenn‘s nicht platt ist: Yes, bitte!

„Ois Ok Mama?“ erinnert mich ein bisschen an den Refrain „Es ist alles gut, Mutter!“ der Goldenen Zitronen aus dem Song „Weil wir einverstanden sind. Ist das eine Referenz, der Sie zustimmen?

Harald Renner: Die angesprochene Assoziation ist nicht falsch. Zwar steht bei uns am Ende ein Fragezeichen, was aber meiner Meinung nach den gleichen Zweifel andeutet wie das Rufzeichen bei den Zitronen. Alles gut! Ois ok? Ja, wirklich?! Zweifel is in the Haus. Auch „Gegen de gaunzn Regeln haumma nix dagegen“ ist eben gleichbedeutend mit dem schnippischen „Weil wir einverstanden sind“. So gesehen. So interpretiert. Passt. Willkommen in der Referenzhölle.

Mit „Nix Aus Prinzip“ gibt es gleichsam eine Antwort auf „Ois Ok Mama?“, also einen Perspektivenwechsel. Diese Multiperspektivität ist ja ein Kennzeichen von Texta. Wie viel ist dabei genuinen Hip-Hop-Stilistiken und wie viel der eigenen Band-Chemie geschuldet? In den Liner Notes zu „Butter vom Brot“ merken Sie ja auch an, dass es bei den Texta-Themen immer auch um „das Pro, das Contra und den subjektiven persönlichen Umgang“ geht.

Harald Renner: Es stimmt, dass hier am Schluss wieder das Pro und Kontra abgewogen beziehungsweise die Blickwinkelthematik herangezogen wird. Die Prinzipienfrage ist auch der Band Valina, von der das Sample stammt, geschuldet. In gewisser Hinsicht eine der prinzipientreuesten Bands in Österreich. Unsere textarische Gruppendynamik hat uns am Ende zu dem Schluss geführt, dass Prinzipien nicht nur klug, sondern notwendig sind, aber durchaus von Zeit zu Zeit überprüft gehören. Werden sie als falsch erkannt, muss ab und an eine Trennung vollzogen werden. Ich denke, dass diese Herangehensweise ein Texta-spezifisches Ding ist. Achtung, Wiederholung: Niemand macht das so wie wir; wären wir eine Rockband, würden wir das nicht anders machen.

Bei „Austrian Psychos ft. Kreisky“ gibt es einen Gastauftritt von Kreisky-Sänger Franz Adrian Wenzl aka Austrofred. Wie ist es zu dieser Kooperation gekommen?

Harald Renner: Kreisky sind großartig und der Austrofred wohl der beste Edutainer des Landes. Da sind wir uns einig und selber Fans. Die Übereinstimmung in puncto Grantigkeit ist hier ebenso inhaltlich gegeben. Der Beat rockt, Franz und Martin kamen zu uns ins Studio und schnalzten den Refrain rein. Mehr geht nicht. Nachdem das mit Conchita nichts geworden ist, unser einziges Feature …

„Der Sound ist dabei immer nur der Sound, der Inhalt sorgt für die Relevanz.“

Mir ist dabei sofort der österreichische Psychoanalytiker Erwin Ringel und dessen 1984 veröffentlichter Klassiker „Die österreichische Seele“ eingefallen, worin es unter anderem um Geschichtsverdrängung, Minderwertigkeitsgefühle, Selbst- und Fremdenhass und Melancholie geht. Nicht umsonst wurde Ringel auch gleich als „Nestbeschmutzer“ bezeichnet. Könnte in diesem Zusammenhang die Musik von Texta auch als „Austrian Soul Music“ bezeichnet werden?

Harald Renner: Ja, oder Bernhard oder Qualtinger. Das ist der Seelenspiegel der Verdammten. Und wenn mit „Soul Music“ die musikalische und authentische Umsetzung und Auseinandersetzung mit den Gegebenheiten und Verhältnissen gemeint sind – wie bei Ringel –, dann ja. Soul hat ja im Übrigen auch verschiedene Sounds, und das ist gut so, sonst wären wir ja im Retro-Retro-Retro-Schleife gefangen. Irgendwann muss der Zeiger wieder auf null stehen und es geht von vorne los. Und dann zählt – wie immer bei etwas Neuem, Innovativem – erst mal das Inhaltliche. Sind hier Zustimmung, Konsens und positive Ausrichtung gegeben, dann ist im besten Fall Schluss mit Verdrängung, Minderwertigkeit und Hass. Der Sound ist dabei immer nur der Sound, der Inhalt sorgt für die Relevanz. Siehe auch Pussy Riot, Conchita Wurst, Sleaford Mods, Fatima al Qadiri.

Der britische Autor Mark Fisher beschreibt in seinem viel diskutierten Buch „Ghosts Of My Life“ aus dem Jahr 2014 den Verlust von „Zukunft“ – als utopischen Gesellschaftsentwurf – und die damit zusammenhängende Melancholie als ein „Grundgefühl des 21. Jahrhunderts“. Mit dem auf einem Sample der Bambis basierenden Track „Hotel Melancholie“ widmen Sie sich jetzt auch diesem Thema. Sehen sich Texta angesichts der aktuellen Entwicklungen bei Pop und Politik auch als Melancholiker? Oder ist schon das Stadium der Depression erreicht?

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Harald Renner: Jedenfalls ist Musik mittlerweile zum unwichtigsten Teil von Popkultur degradiert worden. Das hat mit der kompletten Entwertung und eben Entdemokratisierung im Internet und dem veränderten Konsumverhalten zu tun. Stichwort: Musikwasserhahn Internet. Dreh auf, dreh ab. Kill uns mit Masse! Das Unwort für Musikkonsumentinnen und -konsumenten 2016: Spotifyer. Das ist aber eine ganz normale kapitalistische Verdrängung, auf die man reinfallen kann oder nicht. Als Gegenentwurf empfehle ich, seinen eigenen Konsum selektiver und geschmäcklerischer zu gestalten. Die Utopie der Popkultur im Jetzt: Serien sind das neue Kino und das neue Fernsehen, Kochen ist der Hype und Politik folgt dem Amusement. Musik hat sich nach der momentanen Befindlichkeit zu richten. Ist – und soll auch – somit politisch wie emotional irrelevant. Auch wir haben ein Zimmer im „Hotel Melancholie“ gebucht, heißt es ja im Song. Macht ja nichts, ich mag ja gutes Essen und „Game of Thrones“ sehr gerne. Da macht sich der Bobo gleich in die Hose. Das nehmen wir ihm gleich wieder weg. Das bedeutet nicht den Ausbruch der großen Depression. Den Teil mit dem Kulturpessimismus muss man ja auch nicht mitmachen. Es ist nur so: Eine realistische Sicht der Dinge lässt dich kompromisslos weitermachen.

2013 haben Sie in Linz bei der Theaterproduktion „Max ’n’ Moritz“ mitgewirkt, aktuell sind Sie in das Stück „Welcome To Astoria“ involviert. Wie kam es dazu, dass Texta von der Hip-Hop-Bühne auf die Theaterbühne gekommen sind? Sie reihen sich damit ja auch ein in eine ganze Reihe heimischer Acts, die im Bereich der sogenannten Hochkultur arbeiten. Ist das eine typisch österreichische Situation, dass Leute, die von ihrer Musik auch leben wollen, nicht selten ihr Auskommen nur über den zeitweisen Switch in diese Richtung finden können?

Harald Renner: Das Theater als bestgefördertes Kultursegment wird langsam immer interessanter für die Protagonistinnen und Protagonisten des am schlechtesten unterstützten: Musikerinnen und Musiker, Komponistinnen und Komponisten, Texterinnen und Texter. Das ist nicht nur wirtschaftlich okay, sondern auch nichts weiter als logisch, dass man sich fragt, warum es eine derartige Zusammenarbeit nicht schon länger gibt. Bei aller kritischen Betrachtung: Unsere Erfahrung ist nur positiver Natur. Der Switch passiert ja auch in Deutschland, der Schweiz – in England weiß man das sowieso schon länger – etc.
Was den kreativen Prozess anbelangt, öffnet die Arbeit am Theater außerdem neue Perspektiven. Alles in allem ist das schon ein Weg, der er für Musikerinnen und Musiker gangbar geworden ist. Auch Filmmusik im Übrigen. Dass man dabei ins Dienstleistungsgewerbe abdriften kann und die eigene eigentliche Arbeit versickert, ist das Dumme daran.
Denn so was wie der „gut gemeinte“ alternative Rat der Wirtschaft, dass man ja als Musikerin beziehungsweise Musiker gut in der Werbebranche tätig sein kann, ist natürlich eine Hilfe mit dem Kopf zum Boden. Macht euch euren McDonalds-Scheiß selber.

Wie geht es jetzt mit „Nichts dagegen, aber“ und Texta weiter? Ein kleine Österreich-Tour gab es ja schon.

Harald Renner: Wir haben noch Deutschland am Plan und im Sommer ein paar Festivals. Außerdem ist Texta nicht nur im Theater, sondern auch museal geworden: Das Cover von „Nichts dagegen, aber“ hängt im Karikaturmuseum Krems in der Haderer-Ausstellung. Dann gibt’s noch eine Auftragsarbeit fürs Fernsehen und dann sehen wir weiter.

Danke für das Interview.

Didi Neidhart

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