Trillium Cover (c) Ramon Lopez

GERARD GUSE/RAMON LOPEZ/GINA SCHWARZ – „Trillium“

Freie Improvisationen , gewitzte Kompositionen und viel Virtuosität erwarten uns auf diesem spannenden Erstlingswerk eines Trios mit internationalem Flair. Der freie Zugang zum Jazz bzw. zur Musik im Allgemeinen bildet dabei das Fundament für ein gelungenes Album mit viel Gefühl für die interessanten Ideen und Klänge dreier Ausnahmemusiker.

„Trillium“ (cracked anegg records) ist das Debüt eines jungen Projekts mit viel Erfahrung. Gina Schwarz, Gerard Guse und Ramon Lopez sind nämlich alles andere als unbeschriebene (Noten-)Blätter. So kann jede und jeder von ihnen auf jahrelange Erfahrungen und Erfolge zurückblicken. Die aus dem Weinviertel stammende Kontrabassistin Gina Schwarz verzeichnet dabei auch unterschiedlichste Kooperationen mit bspw. Harri Stojka, Willi Resetarits, José Feliciano und Ingrid Jensen sowie Auftritte in den großen und renommierten Konzerthäusern dieser Welt. Aber auch der in Spanien lebende deutsche Gitarrist Gerard Guse und der in Paris lebende spanische Schlagzeuger Ramon Lopez genießen einen ausgezeichneten Ruf, welchem sie mit „Trillium“ mehr als nur gerecht werden.

Drunter und drüber

Auch wenn wohl unterschiedlichste musikalische Elemente und Stile bewusst und unterbewusst zur Inspiration eines solchen Werks dienen, scheinen hier besonders spanisch, lateinamerikanisch und auch orientalisch anmutende Klänge immer wieder den kreativen Ausdruck der Künstler zu beeinflussen. So wird beispielsweise der zweite Titel, „Below and Under“, mit einem spannenden, durch den Sound akustischer Gitarren geprägten Groove eröffnet, um sich in der Folge nahezu aufzulösen bzw. zu wandeln, was Schwarz genügend Raum für ihre melodiösen Improvisationen und Ideen lässt. Im anschließenden Solospiel Guses wird wieder stärker auf die zu Beginn geschaffene melancholische Dramatik hingewiesen, um sich dann in Rhythmus und Melodie des Intros zu finden.

Ramon Lopez zeigt dabei durchgängig ein starkes Gefühl für die perkussive bzw. rhythmische Interpretation der Ideen des Trios.

Frei und pur

Bild (c) Gina Schwarz

Wer versucht, dieses Debüt in irgendeine Schublade einzuordnen, würde es wohl am ehesten in die Kategorie „Free Jazz“ einsortieren. Kollektive Ideenfindung im Moment, virtuose Improvisations- und Melodielinien sowie spannende, frei angelegte Kompositionen begeistern auf höchstem Niveau und wissen dabei immer wieder zu überraschen. So lässt der puristische Sound dieses Trios immer genügend Raum, um die Ideen und technischen Fähigkeiten der agierenden Musiker voll zur Geltung zu bringen.

Fazit: Gina Schwarz zeigt mit diesem Album wieder einmal, warum sie schon seit Jahren zu einer der wichtigsten Musikerinnen der heimischen und internationalen Jazz-Szene gehört. Für alle am Free Jazz Interessierten wird „Trillium“ sicherlich zu einem Hörvergnügen!

Alexander Kochman

Links:
Gina Schwarz (Website)
Gina Schwarz (Facebook)
Trillium (Soundcloud)
Gerard Guse (Website)
Ramon Lopez (Website)
cracked anegg records