
Am Ende seines Lebens bezeichnete sich Ernst Toch (1887-1964) als “meist vergessenster Komponist des 20. Jahrhunderts”. Trotz seiner zahlreichen Auszeichnungen (u.a. Pulitzer Prize, Grammy, Oscar-Nominierung) fand sein Name in den von ihm musikalisch vertonten oftmals keine Erwähnung, was seine heutige Bedeutung als einer der Hauptvertreter der musikalischen Neuen Sachlichkeit aber nicht schmälert. Nicht umsonst wird der in die USA emigrierte Komponist mit Paul Hindemith in einem Atemzug genannt.
Die BesucherInnen erhalten im Rahmen des Konzertabends im Wiener Radiokulturhaus die seltene Gelegenheit, sich mit dem Schaffen von Ernst Toch näher vertraut zu machen. Zur Aufführung bringt das Ensemble die reihe mit Divertimento Op.37 No.1 für Violine und Viola, Tanz Suite Op.30 für Schlagzeug, Flöte, Klarinette, Violine, Viola und Kontrabass und Poems to Martha Op.66 für Bariton und Streichquartett drei der bedeutendsten Werke des Komponisten.

Von Anfang an widmete man sich ausschließlich der neuen Gegenwartsmusik und deren aktuelle Tendenzen. Gleichzeitig erschuf das Projekt ein permanentes Forum für die heimische Avantgarde, die fortan einen Platz im österreichischen Musikleben vorfand. Daran hat sich bis heute nicht viel verändert. Mit seiner jahrelangen Überzeugungsarbeit und mit einer gehörigen Portion Durchhaltevermögen zeigt sich das Ensemble mitverantwortlich dafür, dass die Neue Musik hierzulande einen so hohen Stellenwert geniest. (mt)
die reihe