Der Nino aus Wien zu Gast im Orpheum

Ein junger Musiker, der heimische Größen wie Ernst Molden und Willi Resetarits zu seinen Freunden zählen und mit diesen auch die Bühne teilen darf, der muss schon das gewisse Etwas haben. Schon mit seinen beiden bisherigen Veröffentlichungen, dem Debüt „The Ocelot Show“ und dem 2009 erschienenen “Down in Albern“, konnte der Nino aus Wien viel Aufmerksamkeit erregen. Durch die Bank zeigten sich die Kritiker des Landes, darunter auch Österreichs Popexperte Nr. 1 Robert Rotifer, von den bärenstarken Songs des introvertierten Liedermachers, die dieser scheinbar problemlos aus dem Ärmel schüttelt, begeistert. Mit „Schwunder“ folgte Ende 2011 der dritte Streich des Wieners, der einmal mehr auf eindrucksvolle Art und Weise sein ausgeprägtes Gespür für erstklassige und charmante Songs unter Beweis stellt. Was der Nino aus Wien abliefert ist schlicht die hohe Kunst des poetischen Liedermachertums in deutscher Sprache. Die nächste Gelegenheit den hochbegabten 23-Jährigen aus Hirschstetten live zu erleben, gibt es am 6. April im Grazer Orpheum.

Die heimische Popmusikszene hat in den letzten Jahren ein kräftiges Lebenszeichen von sich gegeben. Ein Künstler, der mittendrin statt nur dabei war und ordentlich viel Staub aufwirbeln konnte, ist der Singer/Songwriter Der Nino aus Wien. Quasi aus dem Nichts auf der Bildfläche erschienenen, zählte er ohne Zweifel zu jenen Acts, welche die Gunst der Stunde genutzt und sich in die Herzen der heimischen Musikfans gespielt haben. Spätestens seit seinem aufsehenerregenden und gefeierten Auftritt beim Popfest 2010 kennt man ihn als einen der hoffnungsvollsten Vertreter der heimischen Singer/Songwriterszene, dem auch in Zukunft noch das eine oder andere Meisterstück zugetraut wird.

Der Nino aus Wien – Connected by mica

Und genau ein solches ist sein Ende 2011 erschienenes drittes Album „Schwunder“. Was der Nino aus Wien diesmal auf den Weg bringt, ist ein mehr als beeindruckendes und abwechslungsreiches Stück Musik. Auch weil sich der Künstler wie schon in der Vergangenheit nicht um irgendwelche Erwartungshaltungen kümmert. Wie schon auf seinen ersten beiden Veröffentlichungen zieht der Wiener ohne wirklich nach links oder rechts zu blicken, sein ganz eigenes Ding durch. Die stilistisch irgendwo zwischen Singer/Songwritertum, Folk und klischeebefreitem Austropop angesiedelten insgesamt zehn Nummern erklingen nach wie vor authentisch und eigenständig. Es ist ihnen eine undefinierbare Originalität inne, die besonders durch die Texte und deren eigenwillige gesangliche Interpretation zum Ausdruck gebracht wird. Der Nino aus Wien spielt mit der Sprache, formt diese und setzt sie als prägendes poetisches Element ein, genauso wie es eben auch Ikonen wie Lou Reed und Bob Dylan in ihrer Musik getan haben.

„Schwunder“ ist schlicht ein starkes Album, dem man auf alle Fälle Gehör schenken sollte. Wunderbar niveauvolle und abwechslungsreiche Songs, die einfach Spaß machen und auch nach mehreren Durchläufen nichts von ihrem Reiz verlieren. (mt)