Der Nino aus Wien – Bulbureal

Ginge es darum, einen der großen Aufsteiger der vergangenen Jahre in der österreichischen Popszene zu benennen, käme man um den Namen Der Nino aus Wien nicht herum. Quasi mit dem Debüt „The Ocelot Show“ 2008 aus dem Nichts auf der Bildfläche erschienen, hat sich der junge Wiener längst als eine fixe Größe im heimischen Popzirkus etabliert. Mit „Bulbureal“ (Problembär Records) folgt nun der vierte Streich des Liedermachers mit dem Hang zur poetisch melancholischen und etwas dunklen Note. Auf den vorangegangenen Veröffentlichungen überwiegend noch alleine mit der Gitarre in der Hand und auf seine Stimme vertrauend, zeigt sich Der Nino aus Wien in seinen neuen Stücken musikalisch nun mit einer deutlich rockigeren Schlagrichtung. Präsentiert wird „Bulbureal“ am 10. und 11. November im Rahmen zweier Konzertabende im Wiener Stadtsaal.

Fühlt man sich von den ruhigen einleitenden Klavierklängen der Eröffnungsnummer „Aber die Bar ist nicht arg“ noch im bekannten melancholischen Universum des 1987 in Wien geborenen Nino Mandl aufgehoben, offenbart sich nach einem Drittel dieses schließlich die überraschende musikalische Neuausrichtung des bereits mehrfach für den Amadeus Award nominierten Liedermachers. Es wird zum Teil richtig rockig und das mit einer ordentlichen und erfrischenden Portion punkiger Attitüde. Mit David Wukitsevits (Schlagzeug), Raphael Sas (Keyboard, Gitarre) und pauT (Bass, Klarinette) an seiner Seite zelebriert der 25-Jährige so deutlich wie noch nie zuvor in seiner Karriere den Bandsound.

Die in der mazedonischen Hauptstadt Skopje aufgenommenen und sich im Schnitt um die Spielzeit von 3 Minuten bewegenden Stücke zeigen den Wiener deutlich gereift und mit dem Willen, die angestammten und vielleicht schon etwas totgelaufenen musikalischen Pfade zu verlassen. Weg vom dezenten und reduziert gehaltenen Songwritertum tritt Der Nino aus Wien eindrucksvoll den Beweis an, dass er auch fähig ist, sich weiterzuentwickeln und sein stilistisches Feld neu abzustecken. Wiewohl letzten Endes, trotz aller Hinwendung zu einer gitarrenorientierteren Note, natürlich immer noch unverkennbar bleibt, wer hier zu einem singt und sein Persönliches, seine Meinung nach außen kehrt.

Nino Mandls Nummern schwingt immer dieses besondere Etwas mit, dieses eigene und vor allem über die abermals sehr gelungenen Texte zum Ausdruck gebrachte schräge und poetische Charakteristikum, welches sie aus der Masse herausstechen lässt. „Bulbureal“ ist ein sehr stimmungsvolles, leidenschaftliches  und für den Wiener Songschreibereher untypisch dynamisches Album geworden, was genau aber den besonderen Reiz dieses ausmacht. (mt)

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