20 Jahre mica – music austria: recommended by

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums von mica – music austria haben wir prominente VetreterInnen der österreichischen Kulturszene eingeladen, uns ihre Lieblingsmusik, ihr Lieblingswerk oder ihre/n LieblingsmusikerIn der letzten 20 Jahre aus Österreich zu nennen und was sie mit ihrer Wahl verbindet.

 

 

 

 

Ernst Molden “Es Boodliad” recommended by Guido Tartarotti 

Unter den erfreulicher Weise enorm vielen spannenden heimischen Produktionen und Künstlern wähle ich spontan Ernst Molden aus. Weil er mir als erster eingefallen ist, und weil es vermutlich einen Grund hat, dass er mir als erster eingefallen ist. Ich liebe seine Arbeit, sie ist originell, unverwechselbar, sehr unterhaltsam, gleichzeitig sehr anspruchsvoll, aber niemals eitel kunstgewerblich. Vor allem aber: Wie jede großartige Musik kommt sie aus einem heißen Herzen.

 

Soap&Skin “Fall Foliage” recommended by Christoph Thun-Hohenstein

„Ich halte LOVETUNE FOR VACUUM von SOAP&SKIN für eines der gelungensten Alben der letzten 20 Jahre. Anja Plaschg hat ein Werk geschaffen, das die Größe und Tragik von Schuberts herausragenden Liedzyklen für unsere Zeit weiterentwickelt und kongenial mit den Möglichkeiten elektronischer Musik verknüpft. Meine besondere Track-Empfehlung: FALL FOLIAGE“

 

Vienna Art Orchestra “Erasmus van Rotterdam – What You Believe Belongs To Your Own” recommended by Christoph Huber 

„Interessant ist, dass das mica und das Porgy & Bess fast gleichzeitig gegründet wurden. Beides hat nicht unwesentlich mit einer Person zu tun, die ich nicht als meinen Lieblingsmusiker bezeichnen würde (wie ich gar niemanden als einen solchen namhaft machen möchte), der aber für meine musikalische Sozialisierung und berufliche Entwicklung von großer Wichtigkeit war, und der ganz wesentlich wie für die Gründung des P&B und (zumindest anfänglich) für die inhaltliche Ausrichtung des mica mitverantwortlich war. Die Rede ist natürlich von Mathias Rüegg, seines Zeichens langjähriger Leiter des famosen Vienna Art Orchestra, ohne dem der europäische Jazz um eine ganz wesentliche Komponente ärmer und die austriakische Musiklandschaft mit Sicherheit nicht so reich wäre. 1997, anlässlich 20 Jahre VAO, wurde eine 3fach-CD veröffentlicht, die ich als ein relevantes musikalisches Statement in den letzten 20 Jahre nennen möchte. Bearbeitungen von Eric Dolphy Kompositionen, Arbeiten im Umfeld des Third Stream und eine wunderbare Balladen-CD (u.a. mit den großartigen Sängerinnen Helen Merrill und Betty Carter) machen aus dieser Box ein vielfältiges großorchestrales Hörvergnügen…“

 

Ana Threat “Bretzel High Stomp” recommended by Tex Rubinowitz 

Weil sie in Musik und Bild eine rohe, symbiotische und unbekümmerte Einheit konstruiert, die an John Waters und Suicide erinnert. Ana Threat ist die Gitarristin des Duos Happy Kids, das wohl nur deshalb gerade ruht, weil ihr Partner Al Bird Dirt sich momentan wie ein Maulwurf im Schnitzelbeatbergwerk vergräbt. Ana Threat macht aber auch in anderen, nicht minder aufregenden Formationen Musik, zuletzt mit Kristy & the Kraks, eine Zitatenschleuder reinsten Wassers, Musik direkt aus der Zweikammer-Klystronröhre, irgendwo zwischen „My Geraniums are Bulletproof“ von den Chrysanthemums und dem Oeuvre von Lothar and the Hand People angesiedelt.

 

“Friedrich Cerhas Schlagwerkkonzert für Martin Grubinger” recommended by Barbara Rett 

1. weil Friedrich Cerha ohnehin der Größte ist
2. weil Martin Grubinger ohnehin der Größte ist
3. weil Kreativität keine Alter- und Genregrenzen kennt
4. weil in der Kunst wie in der Liebe eins und eins mehr ist als zwei…

 

Ernst Molden “Hammerschmiedgossn” recommended by Willi Resetarits 

Ernst Molden ist ganz einfach großartig. Nicht zuletzt deshalb freut es mich, dass ich mit ihm zusammenarbeiten darf. “Hammerschmiedgossn” – das ist Heimat, Kindheit, Veränderung der Stadt – es berührt mich.

 

Catch-Pop String-Strong “Gyere Ide Baby” recommended by Stefan Slupetzky 

Es gibt so viele, die ich gerne nennen würde. Ad hoc fallen mir die beiden Musikerinnen der Gruppe Catch-Pop String-Strong (Jelena Popržan und Rina Kaçinari) ein, deren musikalische Intensität und Sprachwitz mich begeistert haben. Nicht zuletzt der von Popržan praktizierte Trillergesang ist überwältigend. 

 

The Scarabaeusdream „Sample your heartbeat to stay alive“ recommended by Franz Adrian Wenzl 

Live sowieso über-lässig, und auch Platte ist dieses Klavier-Schlagzeug-Duo zwischen Kammer-Noise und Mikro-Zeuhl – sofern es diese Begriffe überhaupt gibt – eine Macht. Für den Fall, dass endlich einmal eine zweite Platte kommt, recommende ich die vorsorglich auch schon mal, aber der Blick auf www.scarabeusdream.com verheißt nichts Gutes: Konzerttermine von 2009 und ein Link auf Myspace. Werden sich doch nicht aufgelöst haben, die Arschlöcher.

 

Attwenger “Shakin my brain” recommended by Florian Scheuba 

Unverwechselbar, autochthon und trotzdem noch überraschend. Seit 1991 sich treu und doch immer wieder neu.

 

 

 

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