
Während Alexander Kukelka in früheren Jahren zahlreiche Werke Nestroys in Musik setzte und sich Musik zu Filmen und Theaterstücken in seinem Werkverzeichnis finden, hat er sich in letzter Zeit zu einem wahren Allrounder entwickelt. Wie er auch schon in den vor zwei Jahren uraufgeführten “4 Gossip Operas” neben der Komposition auch für Buch und Regie verantwortlich, wird er in „Donnas Traum“ zusätzlich am Klavier zu erleben sein. Doch das ist nicht die einzige Parallele, die sich zu dem von der Presse gelobten Werk erkennen lässt – auch die Beschäftigung mit der Gattung Oper/Musiktheater thematisiert Kukelka in beiden Werken auf humorvoll sarkastische Weise.
Der in der Musikgeschichte immer wieder auftretende Konflikt um die Vorherrschaft von Musik oder Sprache findet in der musikalischen Gestaltung der beiden Protagonisten Ausdruck: Während die Mutter als lyrischer Sopran in Kombination mit dem solistischen Cello ihre sich selbst zugeschriebene Bedeutung in den Mittelpunkt rückt, werden dem Sohn Raymond der Sprechgesang und geräuschhafte Klänge im tiefen Register zugeordnet. Wie diese Auseinandersetzung wohl enden mag, darf man bei den Aufführungen verfolgen. (dw)
Foto: Claudia Prieler
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Alexander Kukelka (ÖKB)
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