Stuards Ziel ernste und ehrliche Musik zu machen hat sich nicht erst heute erfüllt. Doch nach drei Jahren intensiver Arbeit präsentiert er sein erstes Soloalbum „Talking from the heart“. Der Titel spiegelt die Mentalität des gebürtigen Oberösterreichers wieder, und für ihn war dieses Album mehr als nur Arbeit. Der Schaffensprozess war eine Art Selbstheilungs-Trip, der geholfen hat, den „alten Stuard“ abzulegen, und sich seiner neuen Seite zu stellen. Dabei legte er bei jedem Schritt der Produktion selbst Hand an. Die Entstehungslegende zu „Talking from the heart“ ist genauso schnörkellos wie Stuards Musik: 2010 nahm er sich viel Zeit für sich und schrieb 20 Songs innerhalb kurzer Zeit. Aus diesen erarbeitete er sich jene zehn, die nun auf seinem Album zu hören sind.
Dass er nicht erst seit gestern Musik macht, ist ebenso zu hören. Bei vorigen Projekten wie Sturobnoise oder Midchester, hatte sich Stuard viele Jahre eingebracht. Vor allem an Sturobnoise hängt besonders viel Herzblut, denn dies war die Band, die er mit seinem engen Schulfreund gegründet hatte. Bei Midchester hatte er seine britophile Seite ausgelebt und nicht nur Konzerte in Österreich, sondern auch in Deutschland gespielt.
„Talking from the heart“ hat wiederum nichts mit Britrock oder gar –pop am Hut. Es ist klassischer Rock mit Gitarren, Schlagzeug, einem Bass und einem Cello. Stuards Vocals sind ausdrucksvoll und betont emotional, womit sie die richtungsgebende Funktion erfüllen. Dies geht mit den Lyrics einher, die im Mittelpunkt stehen. Es geht dabei um Liebe, aber nicht kitschig, um Ärger, aber nicht rasend, und um die schlechten Seiten des Lebens, aber nicht traurig. Er versucht eine melancholische Atmosphäre zu kreieren ohne das Publikum zum Verzagen zu bringen. Durch heitere Gitarrenmelodien und Chorgesang entsteht immer wieder eine Aufbruchsstimmung, die eher hofnungsvoll als verzweifelt ist.

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„Talking from the heart“ wird seinem Titel gerecht, denn man hat wirklich das Gefühl, der Sänger hätte sich auf diesem Album ganz ausgelebt und sich alles von der Leber gesungen. Untermalt wurde das Ganze mit solidem, aber an manchen Stellen durchschaubarem Rock. Lobenswert ist aber, dass Stuard sein Album vom Anfang bis zum Ende selbst bearbeitet hat, was für eine tiefe Detailverliebtheit spricht.
Fotos: Ian Price
Anne-Marie Darok
nächster Live Termin: 18. November 2013, Chelsea / Wien