
Bei ihrem neuen Release [gimel], das nach dem dritten Buchstaben des hebräischen Alphabets benannt wurde, soll es sich nach Angaben der Band „um einen schwer gedankenbelasteten Tonträger handeln, den man nach und nach auf die Spur kommen muss“. Die Charaktereigenschaften bzw. die Stilmittel der Platte sind ähnlich der anderer Genrekollegen: Man verzichtet auf die im Rock üblichen Strophe-Refrain-Strukturen und verwendet stattdessen längere Formen, über die sich Themen entwickeln, die oft über 10 bis 20 Minuten gespielt werden. Zudem zeigen die Post-Rocker auch eine Vorliebe für ungewöhnliche Rhythmen, „ungerade“ Taktarten und minimalistische bis beinahe orchestrale Arrangements, die sehr ideenreich in den Gesamtsound verarbeitet werden. Diese klangliche Vielfalt ist eine der fordernden Natur, was aber durchaus beabsichtigt ist: „Das Album selbst zeichnet gekonnt die Lehre darüber nach, wie Musik die Hörer ergreifen und von der Umwelt entkoppeln kann“.

Nicht unerwähnt bleiben soll, auch wenn es mit der Musik wenig gemein hat, das Album-Artwork, welches sehr liebevoll gestaltet wurde und dessen Stil man sonst nur von den „Stars“ der Post-Rock Szene wie z.B. bei den Isländern „Sigur Ros“ kennt. Zusammenfassend kann man [gimel] ist ein durchwegs gelungenes Postrockalbum bezeichnen, das sowohl in den ruhigeren aber auch lauten Momenten in hohem Maße zu überzeugen weiß.
Philipp Bonell
Fotos: fragments of an empire