Erstes European Forum On Music in Wien

Vom 15. bis zum 18. April findet in Wien das erste “European Forum On Music” statt. Die vom Europäischen Musikrat in Kooperation mit dem österreichischen Musikrat (ÖMR) und der Universität für Musik und darstellende Kunst initiierte Veranstaltung läuft unter dem Titel „Musical Diversity – Looking Back, Looking Forward“ und stellt die übergeordnete Frage, inwieweit die Umsetzung der UNESCO-Konvention zur kulturellen Vielfalt in der Zukunft beschleunigt werden kann. Ort der Veranstaltung ist die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.

Die UNESCO-Generalkonferenz hat bereits im Jahre 2005 die “Konvention zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen” verabschiedet. Mit diesem  Übereinkommen sollte eine völkerrechtlich verbindliche Grundlage für das Recht aller Staaten auf eigenständige Kulturpolitik geschaffen werden. Die Konvention trat mit dem 18. März 2007 in Kraft. Auch die VertreterInnen Österreichs haben die Konvention ratifiziert. Und das schon Ende 2006.

Obwohl auch für den Bund, Länder und Gemeinden bindend, wurde der Vertrag bis zum heutigen Zeitpunkt zu weiten Teilen noch nicht umgesetzt. Aber nicht nur Österreich hängt mit der Umsetzung nach. Im Oktober vergangenen Jahres bekräftigte die UNESCO in ihrem “World Report Investing In Cultural Diversity And Intercultural Dialogue” daher nochmals die Notwendigkeit eines aktiven Diversity-Management.

Im Rahmen des “European Forum On Music” sollen die von den Staaten bisher getätigten Umsetzungsschritte einer umfassenden Reflexion unterzogen werden. Für Dr. Harald Huber, dem Präsident des österreichischen Musikrates, ist es wichtig festzuhalten, dass Musik „nicht nur als Objekt von Schutz und Förderung gesehen werden muss, sondern auch als Mittel zum friedlichen Umgang mit kultureller Vielfalt“.

Folgende Fragen sollen daher in diversen prominent besetzten Diskussionsrunden aufgeworfen werden. In welchem Ausmaß spielt musikalische Vielfalt in der Europäischen Kulturpolitik eine Rolle? Findet diese überhaupt schon zur Genüge Ausdruck in der nationalen Gesetzgebung der einzelnen Staaten. Welche Rolle können die einzelnen nationalen Musikorganisationen in der Realisierung dieser Vorhaben übernehmen? Ist es überhaupt möglich, die kulturelle Vielfalt auch in der Zukunft zu garantieren?

Natürlich wird im Rahmen dieses Forums auch Musik gespielt. Am Freitag, den 16. April, lädt der Österreichische Komponistenbund zur fünften Composer`s Lounge in das Wiener Jazzlokal Porgy & Bess. Tags darauf bietet die Jeunesse den TeilnehmerInnen der Veranstaltung die Gelegenheit,  einem Konzert der Wiener Symphoniker im Musikverein beizuwohnen. (mt)

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