
Die Glorreichen Sieben, Intensivstation, Le Noir, Hellhound & Bird, Kilimandscharo Dub & Riddim Society – die verschiedenen Bandprojekte des Vorarlberger Schlagzeugers zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich musikalisch allesamt nicht einer einzelnen stilistischen Kategorie zuordnen lassen. Alfred Vogel, der sich als versierter und im seinem Spiel sehr variantenreich agierender Trommler längst auch außerhalb Österreichs einen Namen machen konnte, zeigt sich als ein Musiker, dem es mehr darum geht, die eigenen Vorstellungen in die Tat umzusetzen, denn sich im Erfüllen irgendwelcher traditioneller Erwartungen zu üben. Im Jazz angekommen, stellt es für ihn immer noch eine Selbstverständlichkeit dar, auch seine musikalische Vergangenheit in sein momentanes Schaffen einfließen zu lassen. Ursprünglich stammt der Vorarlberger ja aus dem Rock und Funk, was vor allem auch seinem fünfteiligen CD-Zyklus „Vogelperspektive“ anhört.
Als ob es nichts Selbstverständlicheres gäbe, verwebt Alfred Vogel in diesem mit ausgewählten InstrumentalistInnen die unterschiedlichsten Stile zu seiner ganz eigenen musikalischen Sprache. Jeder der einzelnen Teile des Zyklus ist einer anderen Musikform gewidmet, die aber durch die Interpretation des Vorarlberger in einem neuen klanglichen Kontext Ausdruck findet. Es ist eine Reise durch die weite Welt der Musik, welche hier unternommen wird. Vom einer Mischung aus Jazz und Postrock geht es in Richtung Westernmusik (die Glorreichen Sieben), von dieser weiter in den mit elektronischen Spielerein und Noise-Parts versetzten Avantgarde-Jazz (Le Noir) und, und, und. Alfred Vogel bietet seinen HörerInnen immer etwas Anderes, etwas Neuartiges, das weit aus dem Rahmen des Gewöhnlichen fällt.
Im Rahmen des Konzertabends im Wiener Porgy zur Aufführung bringt der Schlagzeuger einen Querschnitt seiner mit viel Lob bedachten CD-Reihe. Begleitet von einer illustren Schar herausragender MusikerInnen, wie etwa Peter Madsen, Angelika Hagen, Andreas Schreiber und anderen, wird der Vorarlberger in unterschiedlichen Konstellationen zu hören und zu sehen sein. Wer vielfältige und abwechslungsreiche Musik abseits der herkömmlichen Formate zu schätzen weiß, kommt bei diesem Konzert definitiv zu kurz. (mt)