Xnund – Gähntechnikfrei

Garantiert „Gähntechnikfrei“ ist der reizvolle Titel des Debut-Albums der niederösterreichischen Band „Xnund“. Das grüne Scheibchen hat es wirklich in sich. Musik aus Österreich, die sich hören lassen kann, gut gespielt, kreativ arrangiert und mit neuen Mundarttexten versehen, die man den „Burschen“ ohne Zweifel abkauft, werden in 13 Songs präsentiert.

„Xnund“, das sind vier ehemalige Mitglieder der waldviertler Partie „Bazwoach und Stoahoat“ (die sich leider aufgelöst haben) mit einem Neuling verstärkt, die professionell und beherzt ans Musizieren herangehen. Instrumental verspielt auf hohem Niveau und teilweise ausserdem in Umgangssprache. Konkret handelt es sich um  die Musiker Alexander Andorfer (Gitarre),  Markus Zahrl (Saxofon und Flöte), Josef Koppensteiner (Bass und Tuba), Thomas Franz-Riegler (Percussion, Geige und Basstrompete) und Wolfgang Walter an der Geige. Singen tun sie  mehr oder weniger alle, ganz besonders beim letzten Track wo ein feines Männer-a-capella das Improvisieren im Mittelteil einbettet, um nicht zu sagen einläutet. Am Instrumentarium merkt man gleich, dass die talentierten Männer vielseitig unterwegs sind und Spaß haben, herumzuprobieren. Spaß, der aufwecken will und ansteckt.

Xnund – Freistott by mica

Auch wenn es in Niederösterreich vergleichsweise nur gefühlte „Hügel“ gibt (würde möglicherweise ein übermütiger Tiroler sagen um den Humor der Niederösterreich zu testen), so ist man doch gern dort, nämlich „in de Berg“. Vielleicht aber steckt hinter dem Songtext eher eine Metapher für die Liebe zur Natur und meint auf waldviertlerisch: „Im Woid bin i gern, wo di Erdäpfe woxn und die Mau*bleamaln blian“ (*“Mohn“). Es wäre mehr als nachvollziehbar, v.a. wenn man einmal die köstlichen, weichen Mohnzelten gekostet und seine Ruhe in dieser schönen, granitharten Gegend gefunden hat.

Die CD bietet Instrumentales, echt Volksmusikalisches, aufgemischt und frech arrangiert abwechselnd mit in Mundart gesungen Songs; lateinamerikanische Rhythmen verbinden sich mit echten „Volkslied-Claves“ (oiso „Poschn“), auch in tänzerisch ungeraden Taktarten, es mischen sich geschmeidige Soloimprovisationen, Raggae, Landler, spassige Jodler und ruhiges Inwendiges  zu einem gekonntes Crossover und einer ansprechenden, lässig hörbaren  Mischung. Die Texte sind jung und frisch, manchmal unbeschwert, aber auch in anderen Titeln nachdenklich und auffordernd. Z. B. heißt es da: „Steh auf in da Fruah, gschloffn host scho gnua“. So weckt man nördlich der Donau alle auf, die Gefahr laufen, ihr Leben zu verschlafen. Mitfühlen fällt besonders leicht, wenn die Band singt, sie hätte lieber „frei“, „stott“ sich den anstehenden „Lurchschlachtungen“ per Staubsauger zu widmen, Eine Antwort darauf liefert der 4. Track des Tonträgers in einer Textpassage: „Trau di drüber, heast, geh weida, bleda kaunns ned werdn, nur gscheida!“, eine feine Latinballade mit einem Hauch von österreichischem „Saudade“. „Suach des Liacht in dir“ ist auch eine erwähnenswerte, wunderschöne, lansangsame Nummer. Sie erinnert daran, nicht auf sich zu vergessen, sich von falschen Zwängen zu befreien und das „Seine“ zu finden, auf dass man sich entfalte. Die CD wird am 18.Oktober 2013 veröffentlich bei „Eiffelbaum Records“ und veranschaulicht, welche Talente im eigenen Land stecken.  Anhören sehr empfehlenswert!
Alexandra Leitner

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