„Di nimm i mit“ – „Rabouge“ CD Release Konzerte Linz und Wien

Achtung Haderngefahr! Die Geburt des neuen Albums „Di nimm i mit“ von Rabouge (sprich /rabuusch/) wird demnächst in zwei Bundesländern gebührend gefeiert. Beginnend im wunderbaren Ambiente des Jägermayrhofs am Linzer Freinberg am 7. geht es am 9. November in Wien im Celeste weiter. Das Quartett, bestehend aus der Sängerin Liselotte „Lilo“ Lengl, Judith Ferstl am Kontrabass, Georg Greif am Klavier und Alfred Bäck am Schlagzeug/Perkussion, präsentiert sein ersehntes, zum handlichen Takte-away in CD Form gewordenes Wunschkind und spricht mit dem Taufnamen gleich die Verhaltensempfehlung (mitnehmen!) aus.

Swing, Latin, Pop, Funk, Blues von zum Tanzen anstiftenden Grooves bis zu herzhaft schmalzigen Balladen, welche musikalisch wie textlich  nicht den „Coolsten“ kalt lassen und ein Spritzer Musikkabarett finden sich im Repertoire des Ensembles, das sich nach einem alten deutschen Kartenspiel nennt und französisch ausspricht. Bunt und vielfältig „halt“, und so ist das Konzept gemeint. Größter gemeinsamer Nenner ist der ureigene Dialekt, die Unverblümtheit eines „Neuen Wiener Liedes“ und der Sinn, gut zu unterhalten.

Empfehlenswert ist so ein Abend (und der Tonträger) für Menschen mit hohen musikalischen Ansprüchen und/oder großen Erwartungen an Texten genauso wie für jene, die einfach einen amüsanten Abend genießen möchten. Dies zu kombinieren wirkt hier nicht berechnend, sondern natürlich und nicht zuletzt selbstverständlich. Es wird nicht aus Selbstzweck musiziert, sondern so ansteckend lustvoll, dass der Funke überspringt und man herzlich lachen und auch weinen muss, weil es so verdammt viel zum Nachvollziehen und Sich-identifierzen gibt.

Selbstausdruck paart sich durch die authentischte, direkteste, unmaskierte und offenste Form des Textens, nämlich der „Umgangssprache“, mit passend gewählten Stilen und spritzigen oder gefühlsbetonten Arrangements. Menschliche Schwächen mit Augenzwinkern, Selbstironie mi einer Messerspitze Zynismus und Gefühl in Mundart gekleidet und professionell gespielte Musik sind das unverkennbare Markenzeichen der Band Rabouge. Lust und lustig, Liebe und Spaß. Wer sie nicht kennt, versäumt etwas.

„Lachmuskeltraining samt Tränendrüsenspülung in ganzheitlichen Emotionen“ werden zu Tisch gebracht. Man widmet sich den wahren Problemen des Alltags: Monsterradi, nervige Typen beim Anbraten, depressive Ertrinkungen, Schwäche für Natur und Garten, Teufelskreise, Pleiten, Pech und Pannen mit Charme performt, nicht zu vergessen eine gesunde Portion Thema Nummer 1: Die Liebe. Naschen ist eine Lösung (es ist hiermit musikkulinarisch bestätigt!). Auf dem Silberscheibchen finden sich als besondere Schmankerl namhafte  Gastfeatures wie Birgit Denk, Andreas Schreiber, Clemens Salesny, Franz Hautzinger Alex Machacek.

Aus hauptsächlich eigener Bandfeder (zum Teil in Zusammenarbeit mit Thomas Lang, dem Gitarristen) stammen die kurzweiligen Songs. Das Programm selbst ist darüber hinaus gewürzt  mit, den musikalischen Brennwert nicht verfälschend maßvoll gehaltenen, Covers (z. B. von Bob Dylen und Georg Ringsgwandl) oder Textbearbeitungen, wie man sie von Willy Astor kennt (im Volksmund „Umtextungen“ genannt). Hinkommen und Anhören lohnt sich auf jeden Fall! Prädikat: „sehr gail“, wenn Sie das Konzert hören, wissen Sie, wie treffend das gemeint ist! (AL)

Foto Rabouge: Johannes Zimmer

http://www.rabouge.org