Vienna Raï Orchester im Wiener Metropol

Mit dem Vienna Raï Orchester ist am 6. Oktober eines der außergewöhnlichsten Ensembles zu Gast im Wiener Metropol. Keine andere Formation bietet einen derart interessanten Mix aus verschiedensten Musikwelten. So paaren sich Nordafrikanische Rhythmen mit Walzertakten, poppige Hits mit jazzigen Grooves, traditionelle arabische Klänge mit Wiener Humor und Tanzmusik mit Gefühl.

Der in Algerien geborene Kadero Ray erlangte aufgrund seiner besonderen Stimme bereits in jungen Jahren eine über die heimischen Grenzen hinausgehende Bekanntheit. Als Raï-Sänger war er vor allem in seiner Heimat, Marokko, Tunesien und später auch in Frankreich äußerst populär. Als “Raï” wird eine in Marokko und Algerien entstandene Musikform bezeichnet, die eine Mischung aus traditionellen Klängen, nordafrikanischen Pop und zahlreichen Jazzelementen darstellt. 1997 zog es den Sänger schließlich nach Österreich, wo er nur wenig später den heimischen Ausnahme-Akkordeonisten Otto Lechner kennen lernte. Zusammen gründeten die beiden Musiker 2001 das Vienna Raï Orchester. Lechner bewies in diesem Fall einmal mehr seinen ausgeprägten Hang zu experimentellen Sounds.

 

Die Besonderheit dieses außergewöhnlichen Ensembles ist es, dass es den maghrebinischen und österreichischen Musiker/Innen gelingt, ihre verschiedenen Mentalitäten, Genres und Tonarten zu einem homogenen Ganzen zu vereinigen. Durch diese Zusammenarbeit entsteht eine ganz neue und spezielle Sprache, die vorhandene kulturelle Unterschiede einfach ad absurdum führt. Kadero Ray und Otto Lechner ist es gelungen, ein überaus spannendes und vielseitiges Projekt auf die Beine zu stellen.

 

Die exotische und zu Beginn etwas seltsam anmutende Mischung aus nordafrikanischen Rhythmen, österreichischen Klängen, Einflüssen aus dem französisch-arabischem Afropop und einer gehörigen Portion Groove kumuliert zu moderner tanzbarer Weltmusik auf höchstem Niveau, die wirklich niemanden im Publikum kalt lässt. Vor allem der fröhliche und optimistische Grundtenor der Kompositionen geht sofort ins Ohr und hat einen sehr hohen Wiedererkennungswert.

 

Maßgeblich dafür verantwortlich ist Kadero Ray. Der Sänger besingt in den Stücken sein Heimweh nach der Heimat, die großen Wünsche, die kleinen Träume und immer wieder die Liebe. Dabei vertraut er ganz seinem feinen und zugleich mächtigen und charismatischen Stimmorgan, für das er von den Leuten so geschätzt wird. Allen Befürchtungen zum Trotz, kommt dies ganz ohne die herkömmlichen Klischees aus. Inzwischen ist das Vienna Raï Orchester nicht mehr aus der österreichischen Musiklandschaft wegzudenken und sollte auf jeden Fall einen Besuch im Metropol wert sein.(mt)