
Erfahren, auch in Pop-Punk und mit geschärfter Wahrnehmung für Wesentliches im Leben bewegt sich Matze Rossi nun im Bereich Singersongwriting. Er weist z. B. auf das Glück im Alltäglichen hin, ohne als Schönredner und Gänseblümchenpositivist abzuturnen, taucht niemals in die Abgründe von Erleuchtungsgewäsch, sondern ist ein respektabler Dichtkünstler mit Audruckstalent. Seine Zeilen scheinen wohlüberlegt, sie sind unverbogen und kommen beinahe selbstverständlich im Fluss daher. Man hört gerne zu, wenn und worüber er singt.
„…alles, nur nicht verschimmeln!“
Was bei anderen billig klingen kann, wird bei ihm, geübter Meister, mit angebrachter Schlichtheit (Arrangements) in Form gegossen. Die Themen, die der Senore sich zur Brust nimmt, reichen von Liebe, Freundschaft und Lebenserkenntnissen bis hin zu Gesellschaftsbetrachtungen. Seine Sätze treffen den Nagel bildreich auf den Kopf: „Hol deine besten Kleider, wir müssen durch den Dreck ziehen und wir woll’n noch gut aussehen“ ist eine dieser Zeilen, die sofort entzückend ins Auge springen.

So klingt Descartes heute
Bis auf die Bearbeitung der berühmten Zeile „Ich denke, also bin ich“ zu „Ich zweifle, also bin ich“, macht Rossi mit seinen Schlagworten selber durchaus zitierenswerte Aussagen. Der Künstler, der „noch immer wütend werden kann“, wie er selber betont, weicht auch in Sachen Freundschaftskonflikte nicht aus. Er formuliert klar und krass in Songform, wo andere herumeiern. Mit der Formation Gaston wird man Rossi zwar ebenfalls immer wieder antreffen, seinen Indie-Pop-Punk-Soul-Akustik-Folk bringt er uns aber als Solist am 16. Jänner 2015 das nächste Mal nach Wien ins DasBach (Ottakring).
Eine rauhe Stimme, eine Gitarre und ein geschmackvoll eingesetztes Instrumentarium als Würze genügen, um große Themen würdevoll musikalisch einzukleiden, wenn man’s kann. Und er kann. „Und Jetzt Licht Bitte!!!“
Alexandra Leitner
http://www.senorematzerossi.de/