ROSSVANBOSS – „espresso espresso“

Ein schönes Kontrastprogramm zum letzten, eher weniger erfreulichen Jahr – der umtriebige Wiener Musiker, Songwriter und Produzent ROSS STANCIU alias ROSSVANBOSS lässt auf seinem Solo-Debüt espresso espresso“ (benebene records; VÖ 9.7.) mit einem ausgesprochen lässigen und nostalgisch angehauchten Sound den Sommer hochleben.

Cover espresso espresso
Cover “espresso espresso”

Ross Stanciu war bislang ein Musiker, der eher im Hintergrund agierte und als Bassist immer den anderen die Bühne überließ. Er spielte in der Vergangenheit unter anderem in Bands von namhaften österreichischen Künstlerinnen und Künstlern wie AVEC, ROBB, Ankathie Koi und Filous und kam mit diesen konzerttechnisch auch ordentlich in Europa herum. Nun aber versucht sich der Wiener als rossvanboss erstmals solo und veröffentlicht mit „espresso espresso“ eine EP, von der man eines auf jeden Fall sagen kann, dass sie vom Sound her mehr Sommer wohl nicht sein kann.

Sommer, Strand und Meer

Die Songs, wie etwa die schon vor ein paar Monaten veröffentlichten ersten Singles „bagnino“ und „io e te“, kommen vom Feeling her einer Zeitreise an die italienischen Strände der 1980er Jahre gleich. Sie bringen – vor allem auch in Kombination mit den weichgezeichnet-körnigen Bildern der Videos – eine Zeit zurück, in der es vermeintlich etwas unbeschwerter zugegangen ist, das Dolce Vita noch das Dolce Vita sein konnte und der Hang zum Kitsch sowieso vollends aus dem Ruder gelaufen ist. Ross Stanciu singt seine Nummern noch dazu auf Italienisch, was das Bild perfekt abrundet.

Der „Italo-Pop“, den der Wiener auf „espresso espressozum Erklingen bringt, versprüht eine Leichtigkeit, die richtiggehend ansteckend wirkt, man kann zu ihm tanzen, wie auch eng umschlungen schunkeln, die Melodien sind catchy und gehen sofort ins Ohr, es kommt beim Durchhören der Songs einfach eine wunderbar sommerliche Stimmung auf. Ein sehr gelungener Einstand, den rossvanboss da abliefert.

Michael Ternai

++++

Link:
rossvanboss (Instagram)