Mit Marilies Jagsch ist am 18. Juli im Rahmen der im Wiener WUK stattfindenden Platzkonzerte eine der talentiertesten und zugleich vielversprechendsten Nachwuchsmusikerinnen der heimischen Songwriter-Szene auf der Bühne zu sehen. Im Gepäck mit dabei hat die gebürtige Riederin ihr in diesem Jahr erschienene und viel beachtete Debüt-Album “Obituary On A Lost Mind”.
Es scheint fast so, als erlebe die heimische Singer/Songwriter-Szene in Moment eine Art Renaissance, wie es sie in den letzten Jahren nicht gegeben hat. Der Erfolg von Clara Luzia machte es möglich, dass auch andere MusikerInnen in den Blickpunkt der Öffentlichkeit treten konnten. Schnell wurde klar, dass hierzulande eine ungemein lebendige Szene am Werken ist, die leider viel zu lange ignoriert wurde. Eine Künstlerin, die fortan im gleichen Atemzug mit der vorher erwähnten Clara Luzia genannt werden muss, ist die 23-jährige Marilies Jagsch.
Konzerte zu spielen, zahlt sich eben aus. Marilies Jagsch verdankt ihren beachtlichen Bekanntheitsgrad, der inzwischen weit über die heimischen Singer/Songwriter-Szene hinaus reicht, vor allem ihren zahlreichen Live-Auftritten. Unermüdlich tourte sie durch Österreich und bespielte eine Bühne nach der anderen. Wohl auch aus diesem Grund, und natürlich wegen der hervorragenden Musik, ist mit Clara Luzia schließlich Österreichs führende Songwriterin auf Marilies Jagsch aufmerksam geworden und hat sie vom Fleck weg bei dem von ihr betriebenen Plattenlabel Asinella unter Vertag genommen. Das Anfang des Jahres erschienene Debütalbum “Obituary On A Lost Mind” belegte eindrucksvoll, welch großes Potential in der gebürtigen Riederin schlummert.
Die über weite Strecken sehr reduziert eingesetzte Instrumentierung erschafft eine unheimlich dichte Atmosphäre, die den/die Hörerin einen vom ersten Moment an in Beschlag nimmt. Zudem verfügt Marilies Jagsch über eine ungemein schmerzhaft-schöne Stimme, mit der sie in der Lage ist, unterschiedlichste Stimmungen zu erzeugen. Trotz eines eher melancholischen Grundtenors, vermeidet es die, zugegeben, nicht unbedingt optimistisch wirkende Musikerin, in einen selbstmitleidigen Ton zu verfallen. Zwischen all den dunklen Wolken lässt sie hin und wieder kleine Hoffnungsschimmer erstrahlen.
Mit “Obituary On A Lost Mind” ist es Marilies Jagsch also auf Anhieb gelungen, ein mehr als beachtliches Debüt hinzulegen. Man kann durchaus davon ausgehen, dass von der jungen Musikerin auch in Zukunft noch so einiges zu hören sein wird.
Michael Ternai
Foto Marilies Jagsch: Mario Lang

