Offene Grenzen 2011 – Vertreibung, Exil und Integration

Erneut mit einem mehr als hochklassigen und ungemein facetten Programm wartet die diesjährige Ausgabe des Festivals „Offene Grenzen“ in idyllischen niederösterreichischen Weinort Retz auf. Die inzwischen siebente und unter dem Titel „Vertreibung, Exil und Integration“ laufende Auflage der zehntägigen Veranstaltungsreihe, vom 7. bis zum 17. Juli, versucht einmal mehr, eine kulturelle Brücke zwischen Österreich und seinem nördlichen Nachbarn Tschechien zu schlagen, sowohl im literarischen Bereich, wie auch im musikalischen.

Das Festival „Offene Grenzen“ nimmt seit Jahren schon einen fixen Platz im prall gefüllten sommerlichen Kulturkalender Niederösterreichs ein. Kein Wunder, bieten die Veranstalter doch ein jedes Mal ein spannendes und höchst abwechslungsreiches Programm, das Kulturinteressierte aus an Himmelsrichtungen anzieht. Auch heuer ist es dem Organisatorenteam rund um den Festivalleiter Alexander Löffler gelungen ein Festival auf die Beine zu stellen, an dem die BesucherInnen viel Freude haben werden. Wie schon in den vergangenen Jahren will man auch diesmal, eine Brücke von der Literatur hin zur Musik zu schlagen, was, blickt man auf das hoch interessante Programm, erneut auf ganz wunderbare Weise gelungen ist. Die elftägige Veranstaltung verfolgt aber auch ein anderes Ziel. Es geht auch darum, den österreichisch-tschechischen Kulturraum mit neuem Leben zu erfüllen, ihn wiederzuentdecken.
 
Inhaltlich befassen sich die KünstlerInnen in diesem Jahr mit dem Thema „Vertreibung, Exil und Integration“, was im besonderen Maße in der Aufführung der Kirchenoper „Die Jünglinge im Feuerofen“ von Benjamin Britten ihren Ausdruck findet. Viel Spannung verspricht auch die Schönberg-Aufführung „Die dunkle Nacht der Sinne“ durch das Merlin Ensemble Wien. Die immense Vielfalt des Festivals in diesem Jahr unterstreichen auf ganz wunderbare Art und Weise die Konzerte des Duos Breinschmid & Gansch, des Diknu Schneeberger Trios, der Formation bratfisch sowie der Weltmusikcombo Netnakisum. Aber auch in Sachen Literatur präsentiert sich „Offene Grenzen 2011“ von einer wirklich hochklassigen Seite. Ausgehend von dem das Festival bestimmenden Themas wurden zu den Literaturveranstaltungen ausnahmslos auch nur AutorInnen mit  Migrationshintergrund, wie etwa Dimitré Dinev, Michael Stavaric, Eleonora Hummel, Marica Bodrožic oder Julya Rabinowich eingeladen, im Bürgersaal des Retzer Rathauses eine Lesung zu halten.

Bei solch einem solch vielfältigen, anspruchsvollen und dichten Programm bleibt dem Publikum bloß die Qual der Wahl, sich zu entscheiden. Auf jeden Fall bietet das Festival Retz 2011 für jeden Kulturinteressierten das Richtige. (mt)

 

http://www.festivalretz.at